Biomüll landet auch weiterhin im Restmüll

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Biomüll ist schon lange kein Abfall mehr, sondern ein Wertstoff, der in Biogasanlagen in wertvolle Energie umgewandelt werden kann. Daher hat der Gesetzgeber die Kommunen verpflichtet, den Biomüll gesondert vom Restmüll zu entsorgen. Der Märkische Kreis hat sich jedoch für eine wenig bürgerfreundliche Regelung entschieden.

Während die meisten Städte im Land ihren Bürgerinnen und Bürgern eigene Biotonnen zur Verfügung stellen, sollen die Menschen im Märkischen Kreis ihren Biomüll in einem der Bringhöfe entsorgen. Denn lediglich in Lüdenscheid und Neuenrade gibt es eine Biotonne.

Für die Iserlohnerinnen und Iserlohner bedeutet das, sie müssen ihren Biomüll entweder zum Bringhof in die Corunnastraße oder in die Untergrüner Straße bringen. „Wer nicht gerade in der Nähe einer der Höfe wohnt, muss seinen Biomüll also nicht nur zu Hause irgendwo sammeln, sondern ihn im Zweifel auch noch durch halb Iserlohn fahren“, so kritisieren Ina Klein und Denis Potschien des Stadtverbandes Iserlohn-Hemer von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die vom Kreis beschlossene Regelung.

Möglichst viel Müll verbrennen

Dass sich der Kreis für diese wenig praktikable Lösung entschieden hat, liegt an den Verträgen, die mit der Abfallentsorgungsgesellschaft des Märkischen Kreises geschlossen wurden. Diese Verträge verpflichten den Kreis dazu, eine Mindestmenge an Müll im Iserlohner Müllheizkraftwerk zu verbrennen.

Wird diese Menge unterschritten, muss der Kreis Strafe zahlen. Daher hat der Märkische Kreis aus Sicht der Grünen kein großes Interesse daran, möglichst viel Biomüll gesondert zu sammeln und in eine Biogasanlage zu bringen.

Daher setzen sich die Grünen in Iserlohn und im Märkischen Kreis dafür ein, dass bei der Neuverhandlung der Verträge der Umwelt- und Klimaschutz eine deutlich größere Rolle spielt als die finanziellen Interessen der privaten Anteilseigner der Abfallentsorgungsgesellschaft.

Bringhof wird kaum für Biomüll aufgesucht

Abgesehen davon, dass das vom Kreis eingeführte Bringsystem wenig bürgerfreundlich ist, waren der Kreis und die Stadt Iserlohn auch bei der Informationspolitik sehr zurückhaltend. Aufgrund dessen haben die Grünen mit einem Informationsstand in der Innenstadt über das Bringsystem informiert.

Dabei wurde klar, dass nur die wenigsten Bürgerinnen und Bürger von der neuen Regelung wissen. Die meisten entsorgen ihren Biomüll auch weiterhin in der Restmülltonne oder kompostieren selbst. „Von allen, die wir befragt haben, gab es nur zwei Personen, die ihren Biomüll tatsächlich zum Bringhof bringen. Und die wohnen in unmittelbarer Nähe“, so fassen es Ina Klein und Denis Potschien zusammen.

Die Grünen hoffen, dass die neuen Verträge endlich zu einer Veränderung im Sinne der Umwelt führen. Die aktuellen Verträge laufen allerdings noch bis 2022.
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