Erneute Statistiktricksereien - eine Million Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger

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  Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit | Da sind sie wieder! Die neuesten Zahlen aus dem „Ministerium für Wahrheit“ über die unbelehrbaren Hartz IV-Bezieher und die so dringende Notwendigkeit Existenzgefährdender Bußgelder zur Disziplinierung.

Die Bundesagentur für Arbeit hat sich noch immer nicht von der Demaskierung der Wallraff-Reportage „Statistik wichtiger als die Menschen – So tricksen die Jobcenter“ erholt, da werden die Schuldzuweisungen bereits wieder den Leistungsbeziehern zugeordnet.
(„Absurd und menschenverachtend - das System Jobcenter“, Stern)

Völlig unkritisch posaunen die hirnmüden Journalisten-Marionetten wieder den vorgekauten Informationsmüll der dpa vor sich her, obwohl Günter Wallraff ihnen gerade noch vorgemacht hat, dass Journalismus, der den Namen wirklich verdient, nachbohren muss, und zwar kritisch, hartnäckig und radikal.

Die Bundesagentur für Arbeit mit dem jetzigen Vorstand ist alles andere als glaubwürdig. Warum also sollten es gerade diese Zahlen sein?

Zehntausende nicht angetretene Jobs

Ein Möchtegern-Journalist phantasiert irrtumstrunken:

„Es sind ernüchternde Zahlen der Jobcenter: Wieder mehr als eine Millionen Sanktionen gegen Hartz IV Empfänger in einem Jahr. Wieder Hunderttausende verpennte Behörden Termine. Wieder Zehntausende nicht angetretene Jobs.“

„Verpennte Termine“, „Zehntausende Jobs“.
Bei so wenig Gehirnaktivität, könnte bereits Gehirntod vermutet werden und dies bedeutet eine reale Bedrohung einer vorzeitigen Organentnahme.

Verachtung des soziokulturellen Existenzminimums

Jede Sanktion bedeutet eine offene Verachtung des soziokulturellen Existenzminimums und damit die Missachtung eines über Jahre gewachsenen Sozialstandarts.

Viele Sanktionen sind rechtswidrig

Eine Vielzahl der Sanktionen selbst nach dem SchlechtRecht SGB II rechtswidrig. Zu einer erfolgreichen Widerspruchs- und Klagequote von bis zu 50 % gehört eine große Zahl rechtkräftig verurteilter Sanktionsentscheidungen. Dazu kommt eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer durch Personen, die sich nicht wehren können oder auch solche, die keinen Bock haben in jahrelangen Klageverfahren auf ihre Leistungen zu warten.

Sanktionen gegen lahme Arbeitslose – oder wegen Lama-Maßnahmen?

Die Verweigerung der Teilnahme an Maßnahmen des Jobcenters ist häufig ein Zeichen lebendiger Hirnaktivität. Denkende Menschen verweigern sich an der eigenen Degenerierung der Arbeitsfähigkeit mitzuwirken. Wie viele Sanktionen werden mit der Begründung vollstreckt, der Leistungsberechtigte hätte sich geweigert Lamas auszuführen? (Andere Maßnahmen fordern Muscheln sammeln am See, Gänse verscheuchen, Origamis basteln)

verpennte Behörden Termine?

Wie viele Termine sind erforderlich um den persönlichen Nutzen eines Gesprächspartners oder einer Behörde einzuschätzen? – Oftmals reicht ein Termin, manchmal sind es zwei oder drei.
Wie viele Termine vergessen Sie, von denen Sie etwas erwarten? Wie viele Termine auf die Sie sich freuen.

Anstatt sich über die nicht wahrgenommenen Termine aufzuregen, sollte hinterfragt werden, wie groß der Nutzen solcher Termine für Betroffene ist. . .

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates erklärt:

„Der CDU-Wirtschaftsflügel warnt angesichts dieser weiterhin hohen Zahlen vor einer Rücknahme der Sanktionspraxis. Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger erklärte: »Die hohe Zahl der Verstöße zeigt, dass sich zu viele Empfänger von Sozialleistungen in ihrer Lebenslage eingerichtet haben. Vor dem Hintergrund der guten Arbeitsplatzentwicklung insgesamt müssen die Arbeitsagenturen dranbleiben und Langzeitarbeitslose fordern.«“

Na, möglicherweise ist der Ansatz ja auch völlig falsch gedacht.
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