Evangelische Kirche und die Schöpfung

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Eine achtseitige Stellungnahme haben die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände im Märksichen Kreis sowie der Umweltbeirat der Stadt Iserlohn zum „Bebauungsplan 391 - Haus Ortlohn“ abgegeben.
In einer Zusammenfassung stellen die Organisationen fest: „Die Evangelische Landeskirche beabsichtigt eine massive Wohnbebauung im Park „Haus Ortlohn“ nach den Vorstellungen und Plänen der Architekt & Stadtplaner Post und Welters Dortmund.
Die vorliegende Planung hätte die Zerstörung eines großen Teils des Parks und die Fällung von über 113 nach der Baumschutzsatzung geschützte Bäume zur Folge.
Die Naturschutzverbände haben dazu der Verwaltung, den Fraktionen und den Verantwortlichen der ev. Kirche von Westfalen sowie den Planern eine ausführliche Stellungnahme zugeleitet.
Hier nur die wichtigsten Kritikpunkte, Forderungen und Kommentierungen:
1) Die Landeskirche soll die Pläne unverzüglich stoppen. Dialog mit den Kirchengemeinden, der Bevölkerung und den Naturschutzverbänden.
2) Keine Ausnahmeregelung zum Fällen der Bäume erteilen.
3) Erhalt des wertvollen Baumbestandes zur Bewahrung der Schöpfung, für die Luftfilterfunktion und zur Schalldämmungsfunktion.
4) Strikte Einhaltung der Baumschutzsatzung.
5) Erbringung der Nachweise im Sinne des bestehenden Stadtentwicklungskonzeptes.
Fazit: Die Naturschutzverbände und der Umweltbeirat fordern, den am 3. Juli 2012 vom Rat der Stadt gefassten Beschluss, den B-Plan 391 „Haus Ortlohn“ aufzustellen, hinsichtlich seiner Rechtsmäßigkeit zu überprüfen und dem bereits jetzt schon der Stadt Iserlohn vorliegenden Baumfällantrag des Landeskirchenamtes in dem gestellten Umfang nicht stattzugeben.

Kommentiert

Mich überrascht der von der Landeskirche beantragte Kahlschlag im Park von Haus Ortlohn nicht wirklich. Der Grund und Boden, der der Evangelischen Landeskirche gehört, ist offenbar nur sehr schwer an einen Außenstehenden zu veräußern. Folglich hat die Landeskirche eigene Bebauungspläne für den Park von Haus Ortlohn erstellen lassen. Diese Pläne wurden den Ratsvertretern auch vorgestellt. Ein entsprechender Ratsbeschluss vom 3. Juli liegt vor. Aber wurde bei der Vorstellung der Pläne alles auf den Tisch gelegt? Das ist jetzt zu hinterfragen, wenn man die achtseitige Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände im Märkischen Kreis und des Umweltbeirates der Stadt Iserlohn liest. Die Fällung von 113 zum Teil sehr alten Bäumen muss nach deren Meinung verhindert werden.
Dass Kirche und Schutz der Schöpfung nicht immer im Einklang stehen, ist mir seit dem 23. Oktober bewusst. Im Ausschuss für Umwelt und Naturschutz ließ Pfarrer Jürgen Abrath für die evangelische Kirche wissen, „dass man nichts gegen die Errichtung von Windrädern im Stadtwald habe.“ Allein die Höhe der Windräder von 200 Metern erscheint den Kirchenmännern doch etwas überdimensioniert zu sein.

Wir werden in den kommenden Tagen über die weiteren Entwicklungen zeitnah berichten.
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Frank Nievel aus Witten | 26.03.2013 | 17:24  
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