Gewalt gegen Polizeibeamte, kein Kavaliersdelikt aber ein negativer Trend unserer Gesellschaft

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Iserlohn/Hagen/ Deutschland

ein Bericht von Michael Niepott

Streifefahrt und ein Fahrzeug mit überhöhter Geschwindigkeit fällt sofort ins Auge, so erging es vor ein paar Tagen zwei Beamten der Polizei Hagen. Kurzer Hand wird das Fahrzeug angehalten, eine junge Polizeikommissarin führt die Kontrolle des Fahrzeugführers durch und erklärt dem Fahrer das Anliegen, dieser pöbelt sofort los, beleidigt die Polizistin und will seine Fahrt fortsetzen, daraufhin zieht die junge Beamtin den Zündschlüssel ab und stellt diesen sicher, der Fahrer tritt nun nach der Beamtin und widersetzt sich dessen Anordnung. Auch in Iserlohn, gab es dieses Jahr Angriffe auf Polizeibeamte, wie die Deponierung einer reizenden Flüssigkeit in der Iserlohner Polizeiwache bei dem mehrere Beamte mit Reizungen der Augen und Atemwege in umliegende Kliniken gebracht werden mussten, oder mehrere Widerstandshandlungen gegen Polizisten beim diesjährigen IBSV Schützenfest, die verzeichnet wurden. Alltäglicher Wahnsinn im Polizeiberuf, dieser mit immer mehr Gefahren behaftet ist. Respekt gegenüber der Polizei die unseren Rechtsstaat vertritt, ist hier absolute Fehlanzeige. Scheinbar einfache harmlose Einsätze und Kontrollen eskalieren von einer auf der anderen Sekunde und hat oft zur Folge, dass Polizeibeamte schwer verletzt oder gar getötet werden.

Als jüngstes Beispiel gilt Polizeioberkommissar Christoph Rehm, der während eines Einsatzes am Herborner Bahnhof am 24.12.2015 von einem vorbestraften Schwarzfahrer mit mehreren Stichen in Brust und Hals getötet wurde. Auch hier schien es sich erstmal um einen recht Harmlosen Routine Einsatz zu handeln, da der Täter ohne Fahrschein angetroffen wurde und sich gegenüber des Bahnbediensteten nicht ausweisen wollte, dementsprechend sollten lediglich die Personalien des Mannes der kurze Zeit später zum Mörder wurde, festgestellt werden. Sein Kollege wurde ebenfalls schwer verletzt, so dass auch er vorerst in Lebensgefahr schwebte und notoperiert werden musste. Der POK Christoph Rehm hinterlässt seine Frau und seine Kinder, das jüngste gerade erst 8 Monate alt.

In einem Gespräch mit Polizeiobermeister Chris Beck der Polizei Mannheim, bekannt durch den mit der Gewerkschaft der Polizei gemeinsam produzieren Song " Auch nur ein Mensch " berichtet dieser von einem kürzlich zurückliegenden Einsatz bei dem er und seine Kollegen körperlich angegriffen und verletzt wurden, der Polizeibeamte erlitt hierbei Verletzungen im Kopfbereich. Unsere Justiz ist hier gefragt, die Strafen sind diesbezüglich einfach viel zu mild, doch was will man machen, die Gewalt gegen über uns , die den Schutz unserer Werte zu ihrem Beruf gemacht haben wird bleiben und mehr werden, besser wird es nicht, so Chris Beck in einem Gespräch mit mir.

01.08.1998 , es ist ein wunderschöner warmer sonniger Tag in der Fern Universitätsstadt Hagen, Bürger melden der Polizei einen verdächtigen Mann , der wohl Kinder anspricht, hier zögert die Leitstelle des Polizeipräsidiums Hagen nicht lange und beordert eine Streife in die Lützowstr., dort angekommen, spricht einer der beiden Beamten den angetroffenen verdächtigen an, sein Kollege Polizeihauptmeister Michael Erkelenz (37) sichert indes die Kontrolle. Völlig überraschend, zieht der Verdächtige eine Schusswaffe und feuert mehrfach auf die beiden Polizisten, Michael Erkelenz wird schwer verletzt und stirbt nach zahlreichen Operationen wenige Tage später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Erst kürzlich erinnerte die Hagener Polizei an das schlimme Ereignis in einem rührenden Brief, den sie ihrem Kollegen "Bulli" widmeten. Jedesmal die Frage: "Warum musste das passieren?" und eine Antwort bleibt man den Angehörigen, Freunden und den Kolleginnen und Kollegen für immer schuldig. Doch eine Frage ist ganz klar zu beantworten. Hätte man mehr für die Sicherheit des Beamten bzw. der Beamtin tun können? Ja, man hätte, doch Deutschland befindet sich gerade dort im Sparkurs, wo man die Mittel dringend benötigen würde, bei denen kommen sie leider nicht an, die den Schutz unserer Werte zu ihrem Beruf gemacht haben. Unserer Polizei!!!

Der Vorsitzende des Vereins HILFE FÜR HELFER IN NOT/POLIZEI-FEUERWEHR-RETTUNGSDIENST e.V.,  Stefan Perlbach, selber Polizeibeamter, bringt es auf den Punkt: Das Thema Gewalt gegen Polizeibeamte, ist in der heutigen Zeit ein Dauerbrenner, der immer wieder in den Focus gestellt werden muss. Eines ist Fakt, die Brutalität gegen Einsatzkräfte (Rettungsdienst, Feuerwehr, THW, …) insbesondere gegenüber Polizistinnen und Polizisten nimmt bundesweit immer mehr zu, so auch hier in Sachsen Anhalt. Die seit Jahren steigenden Zahlen von aggressiven Angriffen auf Polizeibeamte haben in den vergangenen Jahren nur einen Trend gekannt: steil nach oben. Die Angriffe auf die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, waren vor allem im täglichen Streifendienst bisher immer brutale und aggressive Taten. Während ganz normalen polizeilichen Handlungen werden die Kolleginnen und Kollegen beleidigt, bespuckt, geschlagen und getreten, man scheut auch nicht den Einsatz von Messern gefährlichen Gegenständen und Schusswaffen. Die Brutalität, hat sich dramatisch verschärft. Das ist eine alarmierende Entwicklung, der dringend entgegengetreten werden muss, führt Stefan Perlbach weiter aus. Wir fordern die Justiz auf, den Strafrahmen bei Gewalt gegen Polizeibeamte sowie alle anderen Einsatzkräften voll auszuschöpfen, denn nur so kann man den Tätern Einheit gebieten und diesem Phänomen begegnen, mit der Kuscheljustiz muss endlich Schluss sein. Gewalt gegen unsere Polizistinnen und Polizisten dürfen wir unter keinen Umständen tolerieren und bagatellisieren, denn diese stellt ein Angriff auf unseren Rechtsstaat dar. Zusammen mit mehreren Polizeibeamten ist die Idee geboren, im nächsten Jahr eine Veranstaltung zu organisieren " Aktion keine Gewalt gegen Polizeibeamte " wer Interesse hat, kann sich auf der Facebook Seite " Polizei-Gedenkseite " mit uns in Verbindung setzen. Allen Polizeibeamtinnen und -beamten, die in diesen Tagen wieder Dienst verrichten, wünsche ich, wieder gesund und wohlbehalten nachhause zurückkehren zu können.

Es bleibt nur zu sagen. : Wir alle , sind hier mit in der Verantwortung, unsere Stimme gegen Gewalt an Polizeibeamten zu erheben, und uns für die Menschen stark zu machen, die sich jeden Tag für unsere Sicherheit in unserer Stadt , hier direkt in Iserlohn und in unserem Rechtsstaat in jedem einzelnen Bundesland für uns einsetzen und hierbei ihre Gesundheit sowie ihr Leben für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes auf Spiel setzen!

Danke für eure tägliche Arbeit

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