Kreishandwerkerschaft: Reger Austausch über Flüchtlingsprojekte und Fördermittel

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Gemeinsamer Austausch im „Haus des Handwerks“: (v.l.) Sebastian Luck, Michael Schulte, Dirk H. Jedan, Ralph Bombis, Detlef Köpke, Gudrun Jung-Malberger, Jürgen Schulte, Stephanie Wodaege und Christian Will. (Foto: Dennis Pusch/ Kreishandwerkerschaft)
„Wir haben eines der besten Projekte der Bundesrepublik, aber nicht die finanziellen Mittel, um es weiterzuführen!“ Dirk H. Jedan, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis, merkte man an, wie sehr ihm die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge am Herzen liegen, die derzeit im Internat des zugehörigen Berufsbildungszentrums untergebracht sind.

Zuständigkeiten wechseln

Gemeinsam nutzten Vertreter der KH, des bbz´s, des pädagogischen Partners Kompass und des Jugendamtes der Stadt Iserlohn den Besuch des FDP-Landtagsabgeordneten Ralph Bombis zur Fortsetzung des im vergangenen Jahr begonnenen Austausches. Kreishandwerksmeister Christian Will wies darauf hin, dass mit Erreichen der Volljährigkeit der jungen Menschen die Zuständigkeiten wechseln, womit das Projekt nicht mehr fortgeführt werden könne. Will betonte: „Sämtliches Wissen, das wir mühsam gesammelt und uns angeeignet haben, ginge verloren!“
Bombis versprach, sich nach besten Möglichkeiten für das Projekt einzusetzen und das Thema mit nach Düsseldorf zu nehmen. Einig waren sich alle, dass der Erfolg solcher Projekte immer mit den handelnden Personen verbunden sei. Dirk H. Jedan betonte, er sei sicher, dass sich die Investitionen durch einen deutlichen Gewinn in der Sozialbilanz auszahlen.

Bürokratische Hürden zu hoch

Über mehr Investitionen würde sich auch das Handwerk freuen. Jedan merkte an, das die bürokratischen Hürden im Rahmen der Beantragung von Fördermitteln zu hoch seien. Ranking-Verfahren und zu knapp bemessene Fördertöpfe erwiesen sich hier oftmals als große Stolpersteine. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden.

Einblick in Arbeit

Ralph Bombis gewährte zudem einen kurzen Einblick in seine Arbeit als Vorsitzender der Enquete-Kommission „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW gestalten“. Wesentliche Schwerpunkte hätten in der Veränderung der Infrastruktur durch fortschreitende Digitalisierung bestanden. Ziel war außerdem eine Verbesserung der allgemeinen Rahmenbedingungen und der damit einhergehende Abbau bürokratischer Hürden sowie der Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Bombis räumte ein, dass in der Politik oftmals ein falsches Bild vom Handwerk vorherrsche, wobei er sich selber nicht ausnehme: „Die Lernkurve bei uns im Landtag war relativ steil!“

"Es braucht Optimisten"

„Die Diskussion hat gezeigt, dass hier am Tisch nicht nur Fachleute aus der Praxis sitzen, sondern auch Optimisten – und die braucht es, um Projekte voranzubringen!“, freute sich Kreishandwerksmeister Christian Will vor der abschließenden Besichtigung der Werkstätten.
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