Michael Scheffler: „Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen in Heimen in den 1950er bis 1970er Jahren in Nordrhein-Westfalen sind umfassend aufzuklären“

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Zu der aktuellen Diskussion um die Arzneimittelstudie der Krefelder Pharmazeutin Sylvia Wagner und den Medikamentenversuchen an Kindern und Jugendlichen in Heimen in den 1950er bis 1970er Jahren in Nordrhein-Westfalen erklärt Michael Scheffler, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag:

„Die SPD-Fraktion im Landtag NRW ist fassungslos, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Behindertenhilfe, Jugendhilfe und in Einrichtungen des Gesundheitswesens zu unerlaubten Medikamentenversuchen missbraucht worden sind.

Es ist jetzt notwendig, diese Vorkommnisse umfassend und vollständig aufzuklären. Die Aufklärung hat dabei, soweit nach heutiger Aktenlage noch möglich, nicht nur exemplarisch, sondern personenscharf zu erfolgen. Denn die betroffenen Menschen haben ein Recht auf Entschuldigung und Wiedergutmachung für die an ihnen in ihrer Kindheit und Jugend vorgenommenen Medikamentenversuche. Sowohl das Land NRW, als auch die Einrichtungsträger und die Pharmaunternehmen, deren Medikamente in den Versuchen verwendet wurden, müssen sich an der Aufklärung und der Wiedergutmachung beteiligen.

Missbräuchliche Medikamentenversuche sind damals wie heute nicht erlaubt und zu verurteilen. Im Zuge dieser Diskussion ist es noch weniger nachvollziehbar, dass ganz aktuell im Rahmen der Novellierung des Arzneimittelgesetzes Medikamentenversuche an demenziell veränderten Menschen ermöglicht werden sollen.

Die Aufarbeitung der nun aufgedeckten Medikamentenversuche wird durch den Landtag aufmerksam verfolgt. Der Auftakt dazu hat heute in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales stattgefunden.“
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