Mit Michael Scheffler zu Besuch im Jeanette-Wolff-Seniorenzentrum Bocholt: Hannelore Kraft tritt für bessere Ausstattung der Pflegeeinrichtungen ein

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Hannelore Kraft und Michael Scheffler im Jeanette-Wolff-Seniorenzentrum in Bocholt
Eine Lanze für die Pflege hat NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft jetzt bei einem Besuch des Jeanette-Wolff-Seniorenzentrum in Bocholt gebrochen: Neben der gesellschaftlichen Anerkennung für ihre Arbeit forderte die SPD-Politikerin bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Bezahlung der Pflege-Beschäftigten. Die Ministerpräsidentin und der Landtagsabgeordnete Michael Scheffler, auch AWO Bezirksvorsitzender, sprachen sich bei dem Besuch gemeinsam dafür aus, Pflegeeinrichtungen finanziell besser auszustatten und dabei vor allem die anspruchsvolle Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessen zu entlohnen: „Wir werden dazu mehr Pflegebeiträge benötigen.“

„Gleichzeitig ist es notwendig, neben der ambulanten und stationären Pflege auch neue Wohnformen fürs Alter zu entwickeln – etwa durch den Aufbau von Wohngruppen“, erläuterte Scheffler. Beiträge dazu wollen Landesregierung und SPD mit der unmittelbar bevorstehenden Novellierung des Wohn- und Teilhabegesetzes leisten.

Hannelore Kraft nahm sich Zeit für eingehende Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, mit den hauptamtlichen Pflegekräften sowie den freiwilligen Helfern der Bocholter Einrichtung. Zwei Stunden lang tauschte sie, die selbst schon Tagespraktika in vergleichbaren AWO-Einrichtungen absolvierte, Gedanken mit allen drei Gruppen aus – und redete klare Kante: „Hoch wertvoll für unsere Gesellschaft“ sei das Engagement für die Pflegebedürftigen – nur zu schlecht bezahlt. Und überhaupt werde in der politischen Diskussion „zu viel über Finanzen gesprochen, während das Menschliche häufig zu kurz kommt“.

Dass eine Anpassung der Angebote an die gesellschaftlichen Verhältnisse dringend nötig ist, machte Hannelore Kraft am eigenen Beispiel im Gespräch mit einer Bewohnerin deutlich: „Sie haben noch vier Kinder, die sich um Sie kümmern. Ich habe nur einen Sohn – und der studiert gerade in Kanada.“ Da müsse sich die 52-jährige Politikerin schon heute überlegen, wie es später um die Pflegesituation der Gleichaltrigen stehe.

Das Seniorenzentrum zählt mit seinen 100 Plätzen zu den 61 Einrichtungen vergleich-baren Typs, die die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bezirk Westliches Westfalen betreibt. Hier wie andernorts sichert der Wohlfahrtsverband hohe Qualitätsstandards in der stationären Pflege. Das ist eine Balanceakt: Denn die Anforderungen an eine hervorragende Betreuung wachsen immer stärker, während die Gewinnung von Fachpersonal immer schwieriger wird und es am nötigen Geld in den Pflegekassen fehlt.
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