SIHK-Handelsreport 2016: Gute Zukunftschancen für Mittelzentren

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„Investoren, Stadtplaner und Händler sehen ein großes Potenzial für mittelgroße Städte, wenn die Weichen richtig gestellt werden“, fasst Stephanie Erben, Fachbereichsleiterin Handel der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), die Ergebnisse des Handelsreports 2016 zusammen.

Zurzeit verfügen die Mittelzentren im SIHK-Bezirk über zwei Drittel der Verkaufsfläche und weisen ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Dabei geht das Angebot in der Regel über den kurzfristigen Bedarf hinaus und beinhaltet auch Sortimente, die üblicherweise in Großstädten angeboten werden. Die Zahlen im aktuellen Handelsreport zeigen, dass hier die größte Dynamik liegt. Seit 2009 werden im zweijährigen Turnus die Verkaufsflächen über 650 m² erfasst.


Konzentration auf Innenstädte

„Als ein Erfolgsfaktor kristallisiert sich eine wegweisende Zukunftsstrategie mit einer Konzentration auf die Innenstädte heraus,“ stellt SIHK-Handelsexpertin Stephanie Erben fest. „Kommunale Einzelhandelskonzepte haben sich als Planungsgrundlage etabliert. Im SIHK-Bezirk sind diese Leitlinien mittlerweile fast flächendeckend entwickelt worden und befinden sich sogar bereits in der Fortschreibung.“ Aufgrund schlüssiger Konzepte für den Einzelhandel wird die Entwicklung großflächiger Warenangebote in die Zentren verlegt. Mit 2,1 Mio. m² machen die „Zentralen Versorgungsbereiche“ 30 Prozent der Verkaufsfläche „650+“ aus.
Punkten können Städte durch ein abwechslungsreiches Gastronomieangebot, eine besondere Einkaufsatmosphäre, individuelle Fachgeschäfte mit einzigartigem Sortiment und Innenstadtveranstaltungen sowie neuere Ideen wie Feierabendmärkte.


"Kommunen müssen sich klar profilieren"

„Eine besondere Herausforderung im Märkischen Südwestfalen ist allerdings die direkte Nachbarschaft der Städte und der hohe Wettbewerbsdruck durch Handelsagglomerationen außerhalb der Innenstädte oder in benachbarten Großstädten außerhalb des SIHK-Bezirks mit ihren Shopping- oder Fachmarktcentern sowie insbesondere die Konkurrenz im Internet“, folgert Stephanie Erben. "Die Kommunen müssen sich auf Grundlage ihrer Einzelhandelskonzepte klar profilieren.“
Jörg Lehnerdt von der BBE Handelsberatung in Köln beobachtet seit Beginn der Erhebungen im Handelsreport die Entwicklungen. „Wem die Profilierung nicht gelingt, wird nicht über seine Rolle als Nahversorgungsstandort hinauswachsen können“, schätzt er die Lage ein.

SIHK-Bezirk nahversorgungstechnisch bestens ausgestattet

Nahversorgungstechnisch ist der SIHK-Bezirk bestens ausgestattet, insbesondere der Märkische Kreis mit 0,35 m² Lebensmittelangebot im Bereich „650+“ pro Einwohner. Spitzenreiter ist Plettenberg mit 0,56 m² pro Einwohner. Die Kehrseite der Medaille: bei den übrigen Sortimenten liegt der Kammerbezirk unter dem Durchschnitt. Wertvolle Kaufkraft, die hier im Vergleich zum Kernraum des Ruhrgebietes überdurchschnittlich ist, fließt in die Nachbarschaft ab. Erfreulich ist die Entwicklung der Leerstände großflächiger Verkaufsflächen im SIHK-Bezirk: 8,9 Prozent der Flächen über 650 m² stehen leer, im gesamten Untersuchungsgebiet liegt der Wert bei 9,8 Prozent.
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