UPDATE 2! Iserlohn nimmt 150 Flüchtlinge auf!

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Flüchtlinge, die bereits an anderer Stelle in Iserlohn untergebracht sind, halfen beim Möbeltransport mit. (Foto: Günther)
 
Am frühen Freitagmorgen erinnerte noch nichts an die neue Funktion der Almelo-Sporthalle. (Foto: Günther)
Iserlohn: Rathaus |

Am Freitagmorgen begannen die ersten Vorbereitungen und Arbeiten an der Almelo-Sporthalle für deren vorübergehende Umnutzung zur Notunterkunft und Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Asylbewerber, die bereits an anderen Stellen im Stadtgebiet untergebracht sind, halfen beim Transport der Möbel mit.

In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz hatten Donnerstagabend Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, der umgehend seinen Urlaub abgebrochen hatte, und die Erste Beigeordnete Katrin Brenner mitgeteilt, dass die Iserlohner Almelo-Sporthalle ab sofort zu einer temporären Notunterkunft und Erstaufnahmeeinrichtung für 150 Flüchtlinge umfunktioniert wird. Bereits am morgigen Freitag beginnt der SIH zusammen mit Mitarbeitern der Stadt die Notunterkunft in der Almelohalle einzurichten.

"Wir wissen nichts über die Flüchtlinge"


Die 150 Flüchtlinge, die komplett neu in Deutschland ankommen und vor ihrem Eintreffen in der Waldstadt weder registriert noch medizinisch untersucht worden sind, werden am Freitag gegen 17 Uhr in Iserlohn erwartet. "Wir wissen nichts über die Flüchtlinge, weder ihre Nationalität und Herkunftsländer, noch ihr Geschlecht und ihren Gesundheitszustand", erläuterte Katrin Brenner. Bereits ab dem heutigen Abend wird die Almelohalle gesichert, ab dem Eintreffen der Flüchtlinge am morgigen Tag werden zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma rund um die Uhr für die Sicherheit vor Ort sorgen.
Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, der letztendlich über die Standortfrage entschied und sie vor der Bekanntgabe auch noch in einer Runde mit den Fraktionsvorsitzenden diskutierte, erklärte, das vor allem die notwendige Quadratmeterzahl, die vorhandene Infrastruktur insbesondere der sanitären Bereiche und die zentrale Lage/Nähe zu städtischen Einrichtungen und Krankenhaus den Ausschlag für die Almelohalle gegeben hätten.

"Zeitpunkt der Räumung steht nicht fest"


Auf die Frage, wie lange die bisherigen Nutzer, vier Schulen und natürlich Sportvereine wie der VfK Iserlohn auf die Sportstätte verzichten müssen, konnte Ahrens, der um Verständnis bei der Iserlohner Bevölkerung warb, indes nicht beantworten. "Der Regierungspräsident konnte mir auch keine Antwort geben, wie lange es dauern wird, bis die Halle wieder geräumt wird. Sicher ist es nach Aussage der Bezirksregierung aber, dass die Notunterkunft nicht dauerhaft eingerichtet wird." Katrin Brenner ergänzte: "Es sind inzwischen wohl von der Bezirksregierung große Zelte für eine Massenunterkunft gekauft, aber noch nicht geliefert worden, die in einer militärischen Liegenschaft aufgebaut werden sollen, um möglichst schnell die aktuell dramatische Situation in den Kommunen zu entschärfen."

Bürgertelefon eingerichtet


Für Fragen von Anwohnern und der Iserlohner Bevölkerung hat die Stadt Iserlohn ein Bürgertelefon unter Tel.: 02371/217-1234 eingerichtet, das zunächst am heutigen Freitag von 12 - 22 Uhr sowie Samstag und Sonntag zwischen 12 - 16 Uhr geschaltet ist. Außerdem werden die neuesten Informationen auch auf der städtischen Homepage und morgen per Flyer verbreitet.
Außerdem hat die Erste Beigeordnete die Bitte an alle Iserlohner und Iserlohnerinnen, die mit Sachspenden helfen wollen: "Bitte bringen Sie die Spenden nicht direkt in die Almelohalle. Dort können sie nicht entgegengenommen werden." Spenden annehmen würde stattdessen das DRK am Karnacksweg."

Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann hatte die Stadt Iserlohn - wie weitere 25 Kommunen im Wege eines Amtshilfeersuchens darum gebeten, kurzfristig mindestens 150 Flüchtlinge aufzunehmen. Der Anruf erreichte die Erste Beigeordnete Katrin Brenner, die zurzeit Bürgermeister Dr. Ahrens vertritt, am heutigen Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr. Der Regierungspräsident habe dabei mitgeteilt, dass seine Behörde alle anfallenden Kosten übernehmen werde, allerdings eine personelle Unterstützung von dort nicht möglich sei. Iserlohn hat dem Ersuchen des Regierungspräsidenten entsprochen und zugesagt, 150 Menschen aufzunehmen.
Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Iserlohn trat daraufhin umgehend umgehend zusammen, um die Unterbringung und Versorgung der Ankommenden zu organisieren und vorzubereiten. Dazu gehören unter anderem die erforderlichen Räumlichkeiten, die entsprechenden Bettenkapazitäten, die Verpflegung, ein Sicherheitsdienst sowie Maßnahmen für eine erste ärztliche Versorgung. Bei der Bettenfrage hat das Deutsche Rote Kreuz seine Unterstützung zugesagt. Die Essensversorgung übernimmt ein örtlicher Caterer.
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2 Kommentare
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Igor Iserlohn aus Iserlohn | 25.07.2015 | 16:38  
6
Ingo Kurz aus Iserlohn | 25.07.2015 | 22:31  
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