Warum Brückenquerverschub bei Lennetalbrücke A45

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Gesendet: Freitag, 30. September 2016 um 12:13 Uhr
Von: "Reinhold Paul"
An: monitor@wdr.de
Betreff: Fw: Aw: Re: Warum Brückenquerverschub


Guten Tag,

wieder die Lennetalbrücke.

Schönen Tag
R. Paul


Gesendet: Donnerstag, 29. September 2016 um 12:00 Uhr
Von: "Reinhold Paul"
An: "BLUEFRAMEVIDEO HAGEN"
Betreff: Aw: Re: Fw: Warum Brückenquerverschub

Guten Tag Herr Böhm,

es kann sein das der Besitzer des Industriebetriebes Probleme gemacht hat, das war bei dem Brückenbauwerk über der A2 damals auch der Fall. Nachdem ich mit dem Anlieger, ein Landwirt, ein aufklärendes Gespräch geführt hatte war er bereit das bereits für den Verschub angepachtete Gelände zu verkaufen. Darauf ließen sich aber meine damaligen Vorgesetzten nicht ein, nun behaupteten sie es wäre trotzdem nicht möglich da sich dann das neue Bauwerk, ca. ebenfalls gut 20 meter, neben der ursprünglichen Achse befände. Meine Frustration war wieder einmal sehr groß. Denn auch das war Blödsinn, man scheute nur den dann entstehenden Verwaltungsaufwand. Bei dem oben genannten Bauwerk Soester Strasse über die A2 wäre sogar noch eine Zwischengerade ( Unfallgefahr) entfallen. Damals hatte ich dort die ÖBF, örtliche Bauaufsicht, und habe konkret die Mehrausgaben in Höhe von 800 000 DM errechnen können, da mir das Leistungsverzeichnis mit den Einheitspreisen vorlag.
Bei dem Bauwerk Lennetalbrücke müssten die Mehrkosten, wenn ich damalige Vergleichszahlen nehme geschätzt zwischen 20 000 000 bis 25 000 000 Euro liegen. Nochmal es kann nicht wirtschaftlicher sein provisorische Hilfspfeiler, Anrampungen und Verschubbahnen, Grundstücksflächen anzupachten - statt zu erwerben- und hinterher alles wieder zurückzubauen. Wenn ich den weiteren Streckenverlauf der A45 betrachte wäre hier eine Verschwenkung und Angleichung ( Verziehungslänge) bei einem um 20m nach Westen versetztes Bauwerk an die vorhandene Streckenführung auch kein Problem gewesen. Die Mehrkosten hiefür lägen bestimmt nicht bei geschätzten 20 -25 Millionen €. Die Bodenrichtwertkarte zeigt in diesem Bereich 50 -90 € pro m².

Danke für Ihr Interesse und einen schönen Tag
R. Paul


Gesendet: Mittwoch, 28. September 2016 um 22:23 Uhr
Von: "BLUEFRAMEVIDEO HAGEN"
An: "Reinhold Paul"
Betreff: Re: Fw: Warum Brückenquerverschub

Hallo Herr Paul, bautechnisch bin ich da nicht so im Thema, da ich in der Konstruktion Luft.- und Raumfahrt arbeite.Kann das sein, dass die Verschiebung um 20 Meter nicht realisiert werden kann, weil die angrenzenden Grundstücke nichtzur Verfügung stehen?
GrußRoland Böhm

Am 28. September 2016 um 18:00 schrieb Reinhold Paul :




Guten Tag,

schönes Video über die Lennetalbrücke, aber ein geplanter kostspieliger Brückenquerverschub ist auch hier nicht unbedingt erforderlich, es ist wie mit des Kaisers neuen Kleidern, man muß es sich nur lange genug einreden um an die Alternativlosigkeit eines Querverschub's zu glauben.

Schönen Tag
R. Paul

Warum Brückenquerverschub bei Lennetalbrücke A45





>>Beispiel Lennetalbrücke A 45, Beispiel A2-Brücke bei Hamm: in beiden Fällen
>>sind während und nach meiner Dienstzeit bei Brückenneubauten aufwendige
>>Provisorien für einen Brückenquerverschub ( nicht Brückenlängsverschub- Taktschiebeverfahren) geplant worden, um den Verkehr
>>umzulenken. ?Man hätte die neuen Brücken aber einfach neben die vorhanden bauen können, hätte
>>nur ein paar Grundstücke erwerben müssen, und somit die hohen Kosten für Brückenquerverschübe
>>gespart, ich hatte dazu sogar schon, bei der A 2, mit Anwohnern gesprochen, die
>>dazu bereit waren.? Hierdurch sind bei der A2 nachweislich Mehrkosten von
>>800.000 DM entstanden. Bei dem Querverschub der Lennetalbrücke A 45 gehen die
>>Kosten in den Millionenbereich, und es gibt
>>keine 100% Garantie ob alles so funktioniert.


>>nun will ich einmal versuchen das Ganze zu Verstehen, oder auch nicht.

>>1.) Grunderwerb: Der dauerhafte Grunderwerb ist nicht möglich, nicht gewollt,
>>oder zu teuer. Grob geschätzt liegen eventuell die Kosten für 1000m*20m*100€(
>>im Mittel)= 2.000.000€. Ist denn wirklich nur die Anpachtung für den Bau der
>>provisorischen Pfeiler über einen Zeitraum von 2-3 Jahren, und kein Grunderwerb
>>möglich ?
>>2.) Restnutzungszeit des alten Bauwerks: Das der Bau von provisorischen Pfeiler
>>etwas schneller gelingt als der Bau der endgültigen Pfeiler, ist unbestritten
>>ein zwar kleiner aber teurer Vorteil, zumal die Pfeiler samt
>>Verschubvorrichtung wieder abgebrochen werden. Aber spielt denn ein halbes Jahr
>>mehr Restnutzungszeit wirklich eine so entscheidende Rolle ? Zumal eine
>>aussagekräftigere Belastungsprobe vor Ort nicht erfolgt ist.
>>3.) Wirtschaftlichkeit: Nun glaube ich immer noch nicht daran das der hier
>>durchgeführte Brückenquerverschub wirtschaftlich ist. Was kostet denn nun der
>>Bau von Hilfspfeilern, Verschubbahn, Verschubeinsatz und anschließender Abbruch
>>des ganzen? Weniger als 2.000.000€ - 4.000.000€ ?


>>Es sind noch soviele Autobahnbrücken zu erneuern, ich möchte nur das man in
>>Zukunft wirklich genauer und gründlicher prüft, nicht Hals- über Kopf eine
>>unsinnige Entscheidung trifft.



Der Neubau der Lennebrücke geschah, da Gefahr in Verzug war, ohne
>>ordentliches Planfeststellungsverfahren. Man hat Jahre untätig verstreichen
>>lassen und mußte nun Hals über Kopf reagieren. Der schlechte Zustand der Brücke
>>wurde aber nur rechnerisch ermittelt, obwohl eine Belastungsprobe vor Ort nicht
>>stattfand (Kosten pro Einsatz einer Belastungsprobe vor Ort liegen bei kleinen
>>3000,00€), wurde ruck-zuck reagiert. Man weiß aber aus Erfahrungen mit
>>Belastungsmessungen vor Ort, aus der Vergangenheit, das diese fast immer einen
>>um ca. 20% höhere Belastungsmöglichkeit des überprüften Bückenbauwerks
>>hergeben. Somit hätte man hier bei der Lennebrücke zumindest mehr Zeit zur
>>Lösungsfindung gehabt. Zum Beispiel für den notwendigen Grunderwerb auf der
>>Westseite, dort hätte man dann auch sofort nicht nur 5-8m Grunderwerb betreiben
>>können, sondern gleich ca. 20,00m, um das neue Westbauwerk direkt neben das
>>alte zu bauen. Den Verkehr danach über dieses zu schicken und dann in Ruhe das
>>alte Bauwerk abzutragen
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