Zukunft Alexanderhöhe: Zwei-Standorte-Konzept gute Lösung

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V.l.: Mike Janke (Leiter des Ressorts Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz), Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und Klaus-Peter Knops (Ressortleiter Sicherheit, Bürger, Feuerwehr)

Nach dem Gespräch mit der Initiative „Rettet die Parkhalle“ am Dienstag hatte die Verwaltungsspitze heute zum Pressegespräch ins Rathaus eingeladen, um die aktuelle Situation aus ihrer Sicht darzustellen und das weitere Vorgehen zu erläutern.

Klargestellt wurde noch einmal, dass in der Ratssitzung im April nicht beschlossen worden sei, die Parkhalle abzureißen. Dann zeichneten Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, Baudezernent Mike Janke und Ordnungsdezernent Klaus-Peter Knops ein umfassendes Bild zu Vergangenheit und Zukunft der Alexanderhöhe.

„Die Parkhalle war immer nur als Provisorium gedacht“, erklärte Janke, „und sollte nur für eine begrenzte Zeit stehen." Von Anfang an nicht als dauerhafte Lösung konzipiert, sei die Halle von der Bautechnik her wie eine Zeltkonstruktion - und die Anker im Erdreich, die die Stützen halten, seien nicht mehr einwandfrei. "Ein dauerhafter Erhalt der Halle wäre mit großen Kosten verbunden", sagte Janke. Die für einen Zeitraum von 20 Jahren veranschlagten 12,7 Millionen Euro beträfen allein die Kosten für die Sanierung und Erhaltung, nicht aber für eine Modernisierung beispielsweise auch der Veranstaltungstechnk der in die Jahre gekommenen Halle.

Probleme mit Anwohnern

Zu den bautechnischen Gegebenheiten kommen Probleme mit den Anwohnern auf der Alexanderhöhe. „Seit über 30 Jahren gibt es hier eine schwierige Situation“, erklärte Ordnungsdezernent Klaus-Peter Knops. Das Problem sei nicht die Musik aus der Halle, sondern die Geräuschbelästigung durch den an- und abfließenden Verkehr sowie das Verhalten der Besucher bei Veranstaltungen, die bis in die Nacht hineinreichten. „Das sind Probleme, die ganz schwer in den Griff zu bekommen sind.“ Das Schützenfest sei nie in Frage gestellt worden, ebenso nicht die Theatervorstellungen, deren Ende zeitlich begrenzt sei. "Vor diesem Hintergrund ist eine Wirtschaftlichkeit nicht möglich“, erklärte Knops, da nur begrenzt Veranstaltungen möglich bzw. genehmigungspflichtig seien.
Die Konsequenz: "Der jetzige Standort ist auf Dauer nicht zu erhalten, es muss eine Alternative entwickelt werden“, so Janke. Eine Sanierung der Halle würde nichts an den anderen Problemen ändern. „Wir brauchen einen Veranstaltungsort in Iserlohn, an dem Veranstaltungen aller Art stattfinden können. Die Alexanderhöhe ist als Standort mit den Einschränkungen in einem Wohngebiet sehr problematisch.“

Angesichts der nötigen Investitionen und der angespannten Situation auf der Alexanderhöhe habe sich auch im Rahmen des damaligen Wettbewerbs kein privater Investor für die Halle gefunden - allerdings mit Dietrich Walther ein Investor für eine Halle am Seilersee, die für alle Veranstaltungen genutzt werden könnte. Bei der Überplanung habe sich gezeigt, dass der Verkehr hier gut händelbar sei und deutlich unproblematischer als auf der Alexanderhöhe. „Der Standort eignet sich sehr gut auch für `kritische´ Veranstaltungen“, sagte Janke, also zum Beispiel für solche, die bis in die Nacht andauern.

Kombination beider Flächen

Auch dann fehle aber auf der Alexanderhöhe ohne eine Erweiterung ein größerer ebenerdiger Saal für Veranstaltungen wie beispielsweise Kongresse oder Tagungen sowie die Veranstaltungen des IBSV wie Königs- und Neujahrsball bzw. das Traditionsessen. „In der Kombination beider Flächen wäre alles machbar an Veranstaltungen“, so Janke. Ein Zwei-Standorte-Konzept wäre also eine sehr gute Lösung.

Antrag von CDU und SPD präzisiert

Der Ratsbeschluss vom April sei durch den gemeinsamen Antrag von CDU und SPD (Überplanung des Areals Parkhalle und Anbau an das Parktheater) nochmals präzisiert worden, erklärte Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens. Im Hinblick auf die Unterhaltungskosten sei die Halle mit 20 Veranstaltungen im Jahr schlichtweg unwirtschaftlich. Und vielen Veranstaltern sei das Risiko angesichts der Anwohnerproblematik auf der Alexanderhöhe zu groß, zu viele Restriktionen würden abschreckend wirken.

Lösung nötig, die allen Aspekten gerecht wird

„Man muss eine Lösung finden, die all diesen Aspekten gerecht wird: Wir müssen den Verkehr aus dem Wohngebiet heraushalten, es muss ein attraktives Parkangebot geben, und dass Freigelände muss so überplant werden, dass wir es mit einem innerstädtischen Park zu tun haben“, zog Janke ein Fazit. Die Besonderheit des Schützenfestes müsse natürlich bei der Planung berücksichtigt werden.
"Für mich stand das Schützenfest nie in Frage“, betonte Ahrens bei dem Pressegespräch erneut und betonte noch einmal: "Die Parkhalle bleibt so lange erhalten, bis wir eine andere Lösung gefunden haben.“
Die Kritik der Bürgerinitiative, dass im städtischen Haushalt für 2016 bereits die Kosten für einen Parkhallen-Abriss vorgesehen sind, konnte die Verwaltungsspitze übrigens entkräften: Diese Summe sei schon länger im Haushalt eingeplant gewesen, aber „immer nur vorsorglich.“
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