ERGI-Cracks fehlten die Ideen - 0:1 und drittes Finalspiel

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DM-Play-offs, 2. Finale: SK Germania Herringen - ERG Iserlohn 1:0 (0:0)


(tg) Hinten hui, vorne pfui - auf diesen kurzen Nenner ließe sich die Vorstellung der ERGI-Cracks im zweiten DM-Finale bringen. „Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen“, schwante ERGI-Trainer Dirk Iwanowski indes, dass dieses 0:1 in den Köpfen seiner Recken wohl deutlich mehr Schaden anzurichten vermögen könnte: „Es war reine Nervensache - und ist es morgen wieder!“


Der Knackpunkt war dabei weiniger, dass sich Patrick Glowka in der 34. Minute einen schwerwiegenden Fauxpas erlaubte, als er den hinter seinem Tor vorbeirauschenden SKG-Angreifer Kevin Karschau zu Fall brachte und dafür die blaue Karte sah. Denn Ersatzmann Roman Kaas bügelte den Fehler mit seiner Parade gegen Direkten-Schütze Lucas Karschau ja wieder aus. Und auch die Unterzahl überstanden die Iserlohner mit viel Einsatz und Kampfgeist schadlos.

Viel schwerer wog an diesem frühen Samstagabend, dass der ERGI - bei allem Engagement in der Defensive - nach vorne so gar nichts einzufallen vermochte. Immer wieder rannten sich die Iserlohner in Einzelaktionen fest, trauten sich selbst in aussichtsreichen Positionen scheinbar nicht, auf das SKG-Tor zu schießen. So etwa in der 17. Minute als Carlos Nunez eigentlich freie Bahn hatte, dann aber abrupt abstoppte.

Dies war überdies die erste gute ERGI-Szene gewesen, wobei auch Herringen in einer von großer Vorsicht geprägten Startphase nichts Zwingendes zustande gebracht hatte. Außer einer Einzelaktion von Kevin Karschau vielleicht, die Patrick Glowka aber routiniert entschärft hatte (13.). Auf beiden Seiten hatte die Sicherung des eigenen Tores lange Zeit oberste Priorität, ein Rückstand sollte mit aller Macht verhindert werden.

Um ein Haar wären es dann die Iserlohner gewesen, denen der erste Treffer gelungen wäre. Angesichts der Tatsache, dass Herringen inzwischen mehr Risiko ging, wäre der Spielverlauf damit zwar konterkariert worden, doch Sergio Pereiras Rückhandknaller prallte von der Lattenunterkante ja auch wieder ins Spielfeld zurück (21.).

Auf der Gegenseite musste Patrick Glowka dann Schwerstarbeit verrichten, als in kurzer Folge erst Robin Schulz (23.), dann Stefan Gürtler (24.) sich die Kugel zum Penalty zurechtlegen durften. In beiden Fällen währte der Iserlohner Nationaltorwart die Schüsse jedoch ab und hielt somit das 0:0 zur Pause. Zuvor gab es jedoch noch einige Turbulenzen vor den Toren, wobei Carlos Nunez und Sergio Pereira für Iserlohn ebenso das Tor verfehlten wie auf der Gegenseite Robin Schulz (alles 25.).

Halbzeit zwei begann wie der erste Abschnitt mit großem Augenmerk auf die Defensivarbeit. Jeder Fehler würde schließlich fatale Folgen haben können, was sich mit jeder abgelaufenen Minute noch potenzierte. Wieder waren es die Hausherren, gezwungen auch durch die Niederlage im ersten Spiel, die als Erste mehr riskierten - und sich an Patrick Glowka die Zähne ausbissen. Seine Parade gegen Lucas Karschau war jedoch die letzte erfolgreiche Rückstandsverhinderung gewesen (34.).

Sekunden darauf musste die Iserlohner Nr. 1 auf die Strafbank, war somit zum Zusehen verdonnert, als Liam Hages mit dem Rücken zu Tor stehend quasi blind abzog und der Ball von Roman Kaas Helm (der Knall war laut zu hören) ins Tor abprallte - 0:1 (37.).
Unmittelbar darauf rückte Patrick Glowka zwar wieder zwischen die Pfosten (und verhinderte gegen Robin Schulz (38./44.) sowie Kevin Karschau (40./49.) auch Schlimmeres. Da auf der Gegenseite aber sein Bruder Sebastian Glowka nicht seine gewohnte Sicherheit vom Punkt hatte, blieben die weiteren Anstrengungen unbelohnt.

Gleich trat der etatmäßige Strafstoßschütze den Ball an den Punkt. Im ersten Fall (10. SKG-Teamfoul) erhielt er dabei zudem noch unverhoffte Unterstützung der Germanen, da sich Maurice Michler ohne Einwilligung der Unparteiischen aus seinem Tor entfernte (was nur im Falle einer Verletzung erlaubt wäre) und somit für Timo Tegethoff Platz machen musste. Der SKG-Torwart war somit kalt, doch Sebastian Glowka zeigte Nerven und traf den Ball nicht richtig (42.).

Zwei Minuten später gab es die große Chance zur Wiedergutmachung, nachdem Stefan Gürtler sich im eigenen Strafraum ein Fußspiel erlaubt hatte. Doch auch gegen den wieder zurückgekehrten Maurice Michler zog Sebastian Glowka den Kürzeren und vergab damit die letzte große Möglichkeit zum Ausgleich. In der verbliebenen Zeit ließ Herringen die Kugel dann geschickt durch die eigenen Reihen rotieren, ging kein Risiko mehr ein, sodass der Meister 2015 nun im 3. Finalspiel gefunden werden muss.

SK Germania Herringen: M. Michler (42. - 43. T. Tegethoff); K. Karschau, L. Hages (1), N. Halfmann, S. Gürtler, P. Michler, J. Klein, R. Schulz, L. Karschau. - ERG Iserlohn: P. Glowka (34. - 37. R. Kaas); C. Nunez, N. Hilbertz, K. Milewski, S. Glowka, C. Hegener, J. Fonseca, S. Pereira, T. Henke. - Schiedsrichter: D. Loewe / S. Goldhausen.

Torfolge: 1:0 (37.) L. Hages. - Zeitstrafen: Herringen 0 min – Iserlohn 2 min (P. Glowka/34.). - Teamfouls: Herringen 13 - Iserlohn 13.
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