ERGI-Spieler hatten die stärkeren Nerven

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1. Bundesliga, 3. Spiel: ERG Iserlohn - RESG Walsum 4:2 (1:1)

(ERGI) ERGI-Coach Marc Berenbeck wirkte erleichtert, denn diese drei Punkte waren harte Arbeit. Aber genau darin sah er auch das Manko dieses Tages, denn „wir haben lange die nötige Leidenschaft zum Sieg vermissen lassen!“ So standen sich die Sauerländer über weite Strecken selbst im Weg, ehe in der Schlussphase zwei Strafstöße den Knoten platzen ließen.“

Dabei darf aber auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich auf dem Platz zwei Teams duellierten, die sich durchaus das Wasser reichen konnten. Dem ERGI-Plus in der Offensive, die durch Sergio Pereira (4.) und Andre Costa (5.) zwei durchaus ansehnliche Auftaktchancen besaß, stellte Walsum eine dann aber felsenfeste Abwehr gegenüber. Und die zwang die Gastgeber immer wieder zu Fehlern. So musste Andre Costa Flavio da Silva ziehen lassen, konnte diesen letztlich erst im Strafraum per Foul stoppen: Blau für den Iserlohner, Penalty für Walsum, den der Gefoulte jedoch gegen Patrick Glowka verschoss (6.). Der ERGI-Keeper verletzte sich dabei jedoch am Oberschenkel, also rückte Lukas Kost ins Tor - und musste gleich den ersten Schuss passieren lassen: Flavio da Silva hatte in Überzahl seinen Strafstoß-Lapsus wieder wettgemacht (7.).
In der Folge bemühten sich die Sauerländer, Struktur in ihr Spiel zu bringen, fanden aber kein Mittel gegen die kompakte RESG-Verteidigung. Und schon gar nicht gegen den sehr gut aufgelegten RESG-Torwart Tobias Wahlen, der gegen Jorge Fonseca (10.) und Timon Henke (11.) seine besten Taten zeigen musste. Erst als ein Distanzschuss von Sergio Pereira noch leicht abgefälscht wurde, war das 1:1 perfekt (22.). Da hatten die Iserlohner allerdings bei Gegenstößen von Andre Kulossek (14.) und Flavio da Silva (20.) durchaus Glück gehabt und überdies eine zweiminütige Überzahl (nach blauer Karte für den meckernden RESG-Trainer Robbie van Dooren) fahrlässig verstreichen lassen.
Kurz darauf rückte wieder Flavio da Silva in den Mittelpunkt, als er sich nach dem von ihm verübten 10. RESG-Foul mit einer unschönen Pistolero-Geste gegenüber den Unparteiischen bedankte - und darauf die rote Karte sah (23.). Auch dies sah der Hitzkopf nicht ein, sorgte für eine minutenlange Unterbrechung. Doch die Iserlohner konnten weder durch Andre Costa den fälligen Direkten nutzen, noch aus der folgenden vierminütigen Überzahl Kapital schlagen. In der hatte Walsum gar mehr Ballbesitz, so dass unter dem Strich kein einziger Schuss auf das RESG-Tor abgefeuert wurde.
Als sich dann Kai Milewski den Ball schnappte und nach einem seiner unnachahmlichen Antritte zum 2:1 vollstreckte (33.), war dies aber vergessen, die ERGI - fortan klar Ton angebend - war nun auf der Spur. Einziges Manko: Der entscheidende dritte Treffer blieb aus, im Abschluss fehlte der letzte Biss. Derweil offenbarten die Iserlohner in der Abwehr immer wieder unnötige Nachlässigkeiten. Und das bestrafte schließlich Pedro Queiros, der sich nach einem weiteren kapitalen Schnitzer die Ecke aussuchen konnte (41.). Allerdings war er es auch, der den Waldstädtern nur drei Minuten später tatkräftig half, erneut in Führung zu gehen - zumindest indirekt: Denn nach seinem rüden Stockschlag gegen Sebastian Glowka (der sich dafür mit einem Rempler revanchierte und ebenso wie der Walsumer „Blau“ sah) war Timon Henke nervenstark und versenkte den Penalty sicher zum 3:2.
Christopher Nusch, der in der 42. Minute schon am Querbalken gescheitert war, hatte per Direkten (10. ERGI-Teamfoul) die große Chance, für die RESG zu egalisieren, doch Lukas Kost krönte seinen Glanz-nachmittag mit einer weiteren Parade (47.). Auf der Gegenseite war Sebastian Glowka treffsicherer und vollstreckte den nächsten Penalty (Philipp Kluge hatte unglücklich Sergio Pereira mit dem Schläger getroffen) sicher zum 4:2-Endstand (49.). Wenige Sekunden darauf durfte der Iserlohner sich den Ball zum Direkten zurecht legen, doch das 15. RESG-Teamfoul blieb in dieser Hinsicht ungestraft.
Als sich die Spieler nach einer durchaus emotionalen Begegnung sportlich fair per Handschlag voneinander verabschiedeten, war der letzte Vorhang dieser Partie leider noch nicht gefallen: Zwischen den Fanlagern gab es noch einiges zu „bereden“, was beinahe in einer handfesten Auseinandersetzung gegipfelt wäre. Die Besonnenen Kräfte unten den Anhängern - darunter auch die Spieler beider Teams - erstickten gemeinsam jedoch den drohenden Tumult im Keim. Es blieb jedoch der bittere Beigeschmack eines unwürdigen Endes, dass die hochklassige Partie nicht verdient hatte.

ERG Iserlohn: P. Glowka (6. L. Kost); A. Costa, K. Milewski (1), S. Glowka (1), C. Hegener, J. Fonseca, S. Pereira (1), T. Henke (1). - RESG Walsum: T. Wahlen, M. Dietrich; L. Lemkamp, P. Kluge, A. Kulossek, C. Nusch, S. Haas, D. Quabeck, F. da Silva (1), P. Queiros (1). - Schiedsrichter: B. Schiffmann / L. Nawratil.
Torfolge: 0:1 (7./Überzahl) F. da Silva, 1:1 (22.) S. Pereira, 2:1 (33.) K. Milewski, 2:2 (41.) P. Queiros, 3:2 (44./Penalty) T. Henke, 4:2 (49./Direkter) S. Glowka. - Zeitstrafen: Iserlohn 4 min (A. Costa/6. - S. Glowka/44.) – Walsum 4 min (R. van Dooren/17 – P. Queiros/44.) - Rote Karte: F. da Silva (23.) - Teamfouls: Iserlohn 10 - Walsum 16.
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