Iserlohn Roosters: Hoffnungen der Youngsters

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In dieser Saison hoffen Dieter Orendorz (li.), Marko Friedrich und Denis Shevyrin (re.) wieder auf jede Menge Einsätze bei den Roosters. Fotos: Günther
 
Nicht nur auf dem Eis, auch in der Kabine und im Kraftraum verbringen die drei Youngsters viel Zeit miteinander.

In der Vergangenheit waren die Iserlohn Roosters nicht unbedingt wegen ihrer deutschen Nachwuchstalente bekannt. Nur ganz wenige schafften aus der eigenen Jugend den Sprung in die DEL und wenn, dann zumeist über den Umweg eines anderen Vereins. Aber auch Nachwuchstalente aus anderen Klubs waren in der Regel für die Sauerländer entweder nicht zu bezahlen, oder besaßen nicht die Qualität, um den Sauerländern weiterzuhelfen. Dennoch sind gerade drei junge Deutsche auf dem Sprung, sich bei den Roosters zu etablieren. Marko Friedrich (25 Jahre), Dieter Orendorz (24) und Denis Shevyrin (21) suchen ihr Glück auch in der kommenden Saison in Iserlohn.

Marko, Sie sind mit 25 Jahren der älteste der drei. Fühlen Sie sich überhaupt noch als Youngster oder schon als etablierter DEL-Spieler?
Marko Friedrich:
„Ehrlich gesagt, irgendwo dazwischen. Zu den jungen Spielern zähle ich mich zwar nicht mehr, aber den Sprung zu einem gestandenen DEL-Spieler will ich nun schaffen. Die nächsten Jahre sind da jetzt bei mir richtungsweisend. In den ersten beiden Jahren hatte ich noch Welpenschutz, aber jetzt versuche ich mich von einem Rollenspieler zu einem Leistungsträger zu entwickeln.“

Dieter, Sie haben bereits vor sieben Jahren mit 17 ihr erstes DEL-Spiel bestritten – damals waren Sie noch im Nachwuchs der Roosters aktiv. Mittlerweile sind es 200 DEL-Partien, plus Play-off-Einsätze. Sind Sie in der Liga angekommen?
Dieter Orendorz:
„Sieben Jahre hört sich erst einmal sehr viel an, aber regelmäßig habe ich erst in den letzten vier Jahren gespielt. Angekommen fühle ich mich dennoch nicht, denn dafür müsste ich eine ähnliche Rolle wie die andern Verteidiger im Team spielen. Diesen Schritt muss ich noch machen und ich hoffen, dass ich das in dieser Saison hinbekomme.“

Denis, Sie sind erst im letzten Jahr nach Iserlohn gekommen und gleich in der ersten Saison 22 Spiele in der DEL absolviert. Waren Sie auch ein wenig überrascht darüber?
Denis Shevyrin:
„Eigentlich nicht. Ich bin schon mit dem Gedanken nach Iserlohn gekommen, dass ich hier auch spielen kann. Ich habe mir das zugetraut, aber bin natürlich auch noch nicht da, wo ich mal hin will, aber mit der ersten Saison bin ich schon mal zufrieden.“

Im letzten Jahr waren Sie der jüngste im Team, und das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert. Was bedeutet das?
Shevyrin:
„Nichts. Wenn Sie darauf anspielen, dass die jungen Spieler als erstes beim Training sein sollen, die Scheiben einsammeln oder helfen, das Material in den Bus zu bringen, dann mach ich das zwar, aber nicht, weil es verlangt wird, sondern weil ich dies mit 35 auch noch machen werden. Das liegt an meiner Einstellung, und es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, in einer Mannschaft mit anzupacken.“

Ist es eigentlich für einen Jungen aus dem eigenen Stall schwieriger, sich durchzusetzen?
Orendorz:
„Keine Ahnung. Das kann ich so genau gar nicht sagen ob es vielleicht in einem anderen Verein leichter ist. Überall gibt es Vor- und Nachteile. Ich glaube, dass der Weg für einen jungen Spieler in der DEL allgemein schwer ist.“

Heutzutage gibt es viele deutsche Jugendspieler, die den Sprung ins Ausland nach Nordamerika oder Skandinavien wagen. War das für Sie damals keine Option?
Friedrich:
„Diese Möglichkeit gab es für mich nie, aber selbst wenn, dann wäre ich nicht der richtige dafür gewesen. Ich fühle mich in Deutschland sehr wohl und mir würde die Heimat in Nordamerika zu sehr fehlen. Deshalb hat mich das Ausland nie gereizt, auch wenn der sportliche Aspekt der Weiterentwicklung dort sicherlich nicht zu verachten ist. Das ist halt bei mir eine persönliche Geschichte.“

Sie waren alle drei in diesem Sommer in Finnland. Inwieweit hat das Trainingscamp Ihnen weitergeholfen?
Orendorz:
Ich habe dort einiges an Gewicht verloren und gleichzeitig auch wichtige Dinge dazugelernt, läuferisch, technisch und taktisch. Ich bin und bleibe auch sehr wahrscheinlich offensiv keine Granate, aber ich will in dieser Saison eine tragendere Rolle spielen als bisher. Ziel ist es, häufiger auch in Unterzahl zum Einsatz zu kommen und damit den anderen Jungs etwas mehr Luft zu geben. Außerdem müssen unsere Torhüter das Gefühl haben, dass sie sich zu jedem Zeitpunkt im Spiel auf mich verlassen können.“

Denis, können Sie von den Beiden etwas lernen?
Shevyrin:
„Nicht explizit. Ich bin keiner, der sich jetzt Tipps holt oder viel darüber spricht. Ich beobachte lieber die Spieler und dabei kann man sich das Beste bei jedem raussuchen. Das machen die Beiden aber eigentlich auch. Ich fühle mich da eigentlich mit ihnen auf einem Level.“

Welche Erwartungen und Ziele haben Sie?
Friedrich:
„Mein Ziel ist der nächste Schritt, um mich in den nächsten Jahren als Leistungsträger in der DEL zu etablieren und auch in den entscheidenden Momenten, in Über- und Unterzahl, auf dem Eis zu stehen. Der Traum NHL ist für mich utopisch, aber es bleibt die Hoffnung, dass ich irgendwann vielleicht mal das Trikot der Nationalmannschaft tragen darf. Das wäre für mich eine große Ehre." Nicht nur auf dem Eis, auch in der Kabine und im Kraftraum verbringen die drei Youngsters viel Zeit miteinander.
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