Lasse Kopitz: "Pfeifen ist ein Lernprozess"

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(Foto: Ingo Winkelmann)
 
(Foto: Ingo Winkelmann)

Als Spieler haderte Lasse Kopitz als Verteidiger der Iserlohn Roosters auch oftmals mit den Entscheidungen der Schiedsrichter. Seit seinem Karriereende als Spieler Ende der vergangenen Saison hat er die Seiten gewechselt. Er arbeitet an einer Karriere als Eishockey-Schiedsrichter.

Vor rund einem Jahr gab Lasse Kopitz bekannt, dass es für ihn die letzte Saison als Spieler in der Deutschen Eishockey Liga und bei den Iserlohn Roosters sei. Nach dem Kariereende wollte er sich neuen Aufgaben widmen.

Im Sommer Prüfung zum Eishockeyschiedrichter

Im Sommer absolvierte der gebürtige Berliner erfolgreich seine Prüfung zum Eishockeyschiedsrichter, und seitdem pfeift der ehemalige Verteidiger ein bis zwei Spiele am Wochenende auf Landesebene. „Ich lerne dabei Eishallen kennen, die ich vorher noch nie gesehen habe. Von Troisdorf bis Paderborn habe ich schon so einige besuchen dürfen.“ Nicht immer ist die Freude allerdings auch auf Seiten der Zuschauer. Beim Oberligaspiel zwischen Essen und Herne konnten sich wohl einige Anhänger noch an die Iserlohner Vergangenheit als Spieler zurückerinnern. Dementsprechend gab es einige Pfiffe und auch den einen oder anderen derben Spruch von der Tribüne. „Als Spieler bist du das bereits gewohnt. Das ist kein Problem.“ Umstellen musste sich Kopitz allerdings beim Umgang mit den Akteuren.

Googeln, um erkannt zu werden

„Das war für mich etwas völlig Neues. Als Spieler gab es immer wieder Situationen, in denen du mit deinem Gegenspieler Nettigkeiten verbal ausgetauscht hast. Jetzt musst du allerdings eine passende und etwas höflichere Antwort parat haben.“
Kopitz gibt ein Beispiel. „Mich hat jemand nach einer Entscheidung, die ihm nicht gefallen hat, gefragt, wer ich eigentlich sei. Da habe ich ihm nur geraten, er solle es einfach mal googlen.“ Natürlich musste er sich auch an die neuen Laufwege auf dem Eis erst gewöhnen, aber die größte Umgewöhnung war für ihn die Denkweise der neuen Rolle. „Teilweise gab es Situationen, wo ich kurz gedacht habe: Spiel mich endlich an, ich stehe doch frei.“

Vorteil, dass man ihn kennt

Grundsätzlich sei es aber als Einsteiger ein Vorteil, dass viele ihn kennen würden. „Ich habe das Gefühl, dass die Spieler, aber auch die Trainer, mir einige Fehler eher verzeihen, weil ich gerade erst als Schiedsrichter angefangen habe.“ Dabei kommt es sogar vor, dass er bei Jugend- und Juniorenspielen auch schon mal von den Spielern um Rat gefragt wird. „Mich haben auch schon Spieler vor dem Bully gefragt, wie das denn in der DEL so war und ob ich ihnen Tipps geben könne. Ich habe daraufhin allerdings den Spieler darum gebeten, wenn es geht, erst das Spiel über die Bühne zu bringen und lieber danach über dieses Thema zu sprechen.“ Wortgewandt bleibt die „Nummer 6“ also auch als Linien- und Schiedsrichter. Bei der Art und Weise, wie er pfeift, ist er schon auf einem guten Weg. „Das ist ein Lernprozess. Ursprünglich dachte ich eigentlich, ich wäre großzügiger und würde mehr durchgehen lassen, aber ich versuche schon, eine recht klare Linie durchzuziehen.“

Keine Probleme mit der Kritik

Mit Bewertungen oder auch kritischen Anmerkungen hat der 34-Jährige keine Probleme. „Ich mag es sogar, wenn ich beobachtet werde und ein Feedback bekomme. Dadurch kann ich nur dazulernen. Ich habe aber noch nicht viel Negatives gehört.“
Lasse Kopitz geht jedenfalls in seiner neuen Aufgabe ähnlich auf wie einst als Spieler. „Das macht mir Riesenspaß und passt auch gut zu mir. Ich war schon immer ein Gerechtigkeitsfanatiker. Dieses jetzt umzusetzen, bedeutet für mich eine große Herausforderung.“

Dieser Text wurde von André Günther erstellt.
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