Milan Brandt war nicht an die Kette zu legen

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1. Bundesliga, 4. Spiel: SC Bison Calenberg - ERG Iserlohn 6:3 (1:1)

(tg) Die Frage nach dem „Warum?“ hatte ERGI-Trainer Dirk Iwanowski schnell an zwei Faktoren festgemacht. 1) „Die Bahn war spiegelglatt, fast wie eine Eisfläche. Aber das darf keine Ausrede sein, die Calenberger mussten ja auch darauf laufen!“ 2) „Wir haben einfach schlecht gespielt, das war ein deutlicher Rückschritt.“ Denn unter dem Strich hatten die Iserlohner eigentlich genügend Chancen, um bei den Bisons zu bestehen. Statt aber den einfachen Abschluss zu suchen, machten es die ERGI-Cracks stets unnötig kompliziert.


Dies alleine hätte wohl zumindest noch für einen Punktgewinn reichen können, denn immerhin lagen die Sauerländer nach etwas mehr als einer halben Stunde mit 2:1 in Vorlage. Aus einer gefestigten Abwehr heraus hatten die Iserlohner die Partie begonnen, um über Konter für Gefahr zu sorgen. Wichtigster Aspekt dabei: SCB-Torjäger Milan Brandt an die kurze Kette zu legen. Beides ging auf, nur, ein Tor wollte trotz bester Chancen jedoch nicht gelingen.

„Die Jungs haben die Köpfe einfach nicht frei“, haderte ERGI-Coach Dirk Iwanowski auf der Bank mit den viel zu komplizierten Abschlüssen, bei denen immer noch ein Querpass versucht wurde. „Einfach und klar, so wie in Walsum oder Merignac - das wäre die Lösung gewesen.“ So aber ging der Schuss nach hinten los, denn ein Milan Brandt lässt sich nicht über 50 Minuten lang lückenlos bewachen. Die kleinste Unachtsamkeit und schon hatte der Torschützenkönig der letzten beiden Jahre sein 18. Saisontor erzielt (19.).

Aber die Iserlohner zeigten die richtige Reaktion, nun lief es vor allem auch zielstrebig in Richtung SCB-Tor. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, noch vor der Pause glich Andre Costa wieder aus. Und nach dem Seitenwechsel kamen die Iserlohner mit deutlich mehr Elan zurück auf die glatte Bahn. Zugute kam ihnen dabei zudem, dass Calenberg schon ein gut gefülltes Teamfoulkonto hatte. Schon in der 31. Minute erfolgte der 10. Pfiff. Andre Costa trat zum Direkten an und donnerte die Kugel zum 2:1 in die Maschen.

Es dauerte aber keine zwei Minuten, da war der Spielstand wieder egalisiert, denn Milan Brandt hatte sich erneut seiner Bewachung entzogen und zu einem Treffer genutzt (33.). Dies gelang ihm nun immer mehr, den Iserlohnern ging die Konzentration völlig flöten, immer mehr Fehler waren die logische Folge. Und als Reik Johansson zum 3:2 traf (38.), war die Niederlage praktisch schon besiegelt.

Die Sauerländer warfen zwar noch einmal alles nach vorne, agierten dabei aber in der Offensive zu kopflos und - was viel dramatischer war - vernachlässigten nun völlig die Defensivarbeit. So hatte Milan Brandt keine große Mühe, einen Hattrick zu landen und somit die deftige Bauchlandung der Iserlohner festzuzurren. Dass Jorge Fonseca zwischenzeitlich auf 3:5 verkürzte (47.) hatte nun kosmetische Wirkung.

SC Bison Calenberg: J. van den Dungen, T. Richter; J. Rocha, R. van den Dungen, K. Doomernik, L. Johansson, R. Johansson (1), M. Brandt (5), S. Leitmann, S. Haas. - ERG Iserlohn: P. Glowka, R. Kaas; C. Nunez, A. Costa (2), K. Milewski, S. Glowka, C. Hegener, J. Fonseca (1), S. Pereira, T. Henke. - Schiedsrichter: T. Flössel / S. Dahlbock.

Torfolge: 1:0 (19.) M. Brandt, 1:1 (23.) A. Costa, 1:2 (31./Direkter) A. Costa, 2:2 (33.) M. Brandt, 3:2 (38.) R. Johansson, 4:2 (42.) M. Brandt, 5:2 (44.) M. Brandt, 5:3 (47.) J. Fonseca, 6:3 (49.) M. Brandt. - Zeitstrafen: Calenberg 0 min – Iserlohn 0 min. - Teamfouls: Calenberg 13 – Iserlohn 10.

Die übrigen Spielergebnisse:

TuS Düsseldorf-Nord - RSC Darmstadt 4:1 (0:0)
SKG Herringen - IGR Remscheid 6:3 (4:1)
HSV Krefeld - RSC Cronenberg 6:7 (2:4)
RESG Walsum - Valkenswaardse RC 5:3 (2:1)
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