Dank an (m)eine Mutter ....

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Immer gut gelaunt - meine Mutter in den 1960er Jahren ....
 
Auch mit über 70 noch lustig und gut aufgelegt ....
In diesen Tagen wäre meine Mutter, die mich maßgeblich, wegweisend und entscheidend beinflußt, geprägt und erzogen hat, 95 Jahre alt geworden.
Leider verstarb sie im Alter von etwa 85 Jahren friedlich, ohne Krankheiten und ohne Ängste.

Geboren wurde sie Anfang der 1920er Jahre, hinein in eine Beamtenfamilie, die in einem eigenen Haus auf dem Land, in einem kleinen Dorf lebte. Die Großeltern waren ehrliche, hilfsbereite und mitfühlende Menschen, die sich an der Natur, am großen Blumen- und Gemüsegarten und an den Haustieren erfreuten.

In der dunkelsten Zeit, der Diktatur von 1933-1945, blieben die Großeltern mit ihren Kindern ihren Überzeugungen treu, kauften weiterhin bei den jüdischen Mitbürgern ein, pflegten Kontakte zu ihnen und traten nicht der Nazipartei bei, nahmen deshalb auch Schwierigkeiten und Nachteile in Kauf. Meine Mutter blieb bis zuletzt ihrer christlichten, besser gesagt - ihrer urchristlichen Überzeugung treu, der Kirchgang war für sie nicht primär wichtig. So war es auch eine Selbstverständlichkeit, dass sie mit ihren Eltern den Kriegsgefangenen Essen brachte, gegen strikte Verbote der damaligen Obrigkeit.

Etwa um die Zeit meiner Geburt entschieden sich meine Eltern dafür, eine Waise, die ihre Eltern im Krieg verloren hatte, aufzunehmen, zu erziehen und als zweites Kind mit mir aufwachsen zu lassen. Praktische Nächstenliebe, direkt am Menschen, waren die Grundüberzeugungen meiner Eltern. Mein Vater war ein eher ruhiger Mann, meine Mutter war bereits damals voll emanzipiert. Es war eine sehr gute, harmonische Ehe, die Ehe von Thea und meinem zwei Meter großen Vater. Sie erzogen mich auch nach den Grundsätzen: Fordern und Fördern. Ich hatte meine Pflichten, u.a. das Lernen mit dem Ergebnis sehr guter Noten. Durch meinen Vater kam ich zu den Kampfkünsten, er und meine Mutter förderten mich in ausgezeichneter Art und Weise.

Nach dem frühen Tod meines Vaters, der mit 46 Jahren verstarb, wuchsen meine Mutter und ich noch enger zusammen, bestanden alle Schwierigkeiten und durchlebten gemeinsam die Trauer, aber auch die kommende, glückliche Zeit.

Vertrauen auf Gott .... dies spürte ich auch, als man mich Ende der 1990er Jahre aus dem Öffentlichen Dienst entlassen wollte. "Du hast starke Schultern", sagte sie und "Jesus Christus wird dir beistehen". Nach erfolgreich geführten Arbeitsprozessen kehrte ich zurück und bliebt bis zum Renteneintritt, immer mit meiner Mutter an meiner Seite, die dann auch bemerkte: "Gott wird weiter an deiner Seite sein - gehe deinen Weg weiter!"

Mutter ging immer einen geraden Weg, oft unbequem für die Mitmenschen, aber dieser Weg basierte auf Offenheit, Ehrlichkeit, Toleranz und Mitgefühl. Mutter war ein lustiger Mensch, konnte ganze Gruppen mit ihren Späßen und Witzen unterhalten und erfreuen.

Unser Haus war immer offen, offen auch für Andersdenkende, für andere Kulturen und Menschen aus anderen Ländern.

Ich denke, auch an ihrem 95. Geburtstag - jedoch nicht nur dann - sollte ich dieser Persönlichkeit gedenken, die mir ein Leben in Zufriedenheit und Glück ermöglichte. Gerne hätte ich sie noch länger in meiner Nähe gehabt - der Liebe Gott entschied anders, dies respektiere ich und danke für die 55 Jahre, in denen ich diese beispielhafte Mutter erleben durfte.

Ich werde weiterhin dankbar sein - dankbar für diese Mutter ....
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4 Kommentare
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Peter van Rens aus Oberhausen | 06.08.2016 | 20:38  
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Willi Heuvens aus Kalkar | 06.08.2016 | 20:39  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 06.08.2016 | 23:45  
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 07.08.2016 | 18:23  
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