Geld aus dem Kopfkissen

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jetzt sind wir wieder im Mittelalter angekommen, nach gekürzten Öffnungszeiten, weniger Personal und diversen Einsparungen an allen Stellen, sprechen wir eigentlich nur noch mit Computern und Bankautomaten. Soweit hat man sich daran gewöhnt, wir hatten ja auch keine Wahl.
Doch jetzt kommt die Nachricht, im Übrigen ganz überraschend und ohne dass wir gefragt wurden, dass hier in Wissel - wie wahrscheinlich auch in anderen kleinen
Orten - die Geldautomaten wegkommen. Weg! Keine einzige Möglichkeit, hier im Dorf an Geld zu kommen!

Nun habe ich persönlich ja ein Auto, kann mich also nur bedingt darüber aufregen, bedingt heißt, dass ich trotzdem schon für spontane Pommesbuden Besuche oder für den Kiosk Geld für eine Woche zuhause haben muss, um nicht spät abends noch nach Kalkar fahren zu müssen, geschweige denn für Kirmes oder Erntedank, da steigt man ja nicht mehr ins Auto, wenn man ein paar Bier „auf hat“ und das Geld ausgeht!

Stelle ich mich nun widerwillig darauf ein, muss ich aber auch regelmäßig in dem im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen zu klein gewordenen Kalkar nach Parkplätzen rund um die Sparkasse suchen, weil ich ja auch mit dem vielen Geld, was ich mir demnächst unter das Kopfkissen legen muss, aufgrund der neuen Situation, nicht allzu weit laufen möchte.

Schlimmer noch trifft es aber die älteren Leute ohne Auto. Sie müssen noch länger planen, als wäre es nicht genug, dass sie sich mühsam mit der „virtuellen Bank“ auseinandergesetzt haben und endlich mal eine Überweisung am Automaten gemacht haben, wo es doch früher auch immer noch eine nette, kleine Unterhaltung mit dem so gut bekannten und vertrauenswürdigen Bankangestellten gab, der dann alles für einen erledigte.

Nicht zu vergessen wären dann noch die jungen Leute ohne Führerschein. Kann man denn bei all den Einsparungen nicht wenigstens noch die Maschine stehen lassen, die uns Geld ausspuckt?
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