Meine neue Serie im Lokalkompass: Vier Fragen an ....

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Kreisdechant und Propst Johannes Mecking, Kleve
Meine neue Reportagenreihe "Vier Fragen an ...." beginne ich heute mit Kreisdechant und Propst Johannes Mecking aus Kleve. Er vertritt den Bischof gegenüber der Politik, der Kirche und der Gesellschaft.
Ich lerne ihn kennen bei einem Besuch anläßlich des 20jährigen Bestehens der Mühle Keeken als Pflegeheim für (schwer) demenzkranke Menschen und bei seinen Aufenthalten und Besuchen im Alten- und Pflegeheim Haus Horst in Kalkar, wo er vor einigen Tagen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Seniorenresidenz eine Adventsmesse feierte.


Hier die Fragen mit den Antworten:

1. Wie begeht der Mensch, der Privatmann Johannes Mecking, das Weihnachtsfest?

Am Heiligabend sind zunächst die Gottesdienste: eine Krippenfeier und zwei Christmetten stehen für mich auf dem Dienstplan. Zwischendurch ein kleines Kaffeetrinken mit dem Kaplan, der allerdings auch Dienste hat... Es bleibt nicht sehr viel Zeit... Am ersten Weihnachtstag werde ich mich nach den Vormittags-Gottesdiensten ein wenig erholen, bevor um 17.00 Uhr die festliche Weihnachtsandacht in der Stiftskirche mit bekannten Weihnachtsliedern den Tag beschließt. Am Abend noch Telefonate mit lieben Menschen aus dem Freundeskreis.

Am 2. Weihnachtstag treffe ich mich dann am Nachmittag mit den Familien meiner Geschwister in Kevelaer. Das wird, wie in den vergangenen Jahren, ein schönes und lebendiges Miteinander.



2. Weihnacht, eines der höchsten Feste der Christen, wie sollte der gläubige Christ Weihnacht feiern?

Einerseits ist da eher eine stille Botschaft: im Dunkeln der Nacht wird Gott geboren! Aber zugleich ist da auch eine Freude, die nicht oberflächlich sein soll, eine Freude, dass in allem Dunkel der Welt der "Stern von Bethlehem" auch heute leuchtet und Trost und Zuversicht schenken will. Da darf man feiern und sich auch etwas gönnen, denn: Wer sich selbst nichts gönnt(obwohl er es kann), kann auch anderen nichts gönnen.



3. Viele Menschen verlassen die Amtskirchen, welche Botschaft gibt uns Christus besonders an Weihnachten, an der Kirche festzuhalten?

Jeder Kirchenaustritt ist schmerzlich, aber auch ein Stück Wirklichkeit unserer Zeit: viele Menschen haben nie einen Bezug zur Kirche bekommen bzw. gehabt. Für sie hat die Gemeinschaft einer Kirche keine Bedeutung. Aber wer mit der Gemeinschaft der Kirche groß wird und einen Bezug entwickelt, der wird sicher nicht nur Negatives sehen. Was wäre etwa Kleve und Umgebung ohne das Engagement der Kirchen und Religionen: Krankenhäuser, Besuchsdienste, Kindertagesstätten, Jugendzentren, Büchereien, Altenbegegnung, Bildungsforen, Familienbildungsstätten, Lebensberatung, Hospizbewegung...? Wer in der Kirche eine Solidargemeinschaft erkennt, wird, trotz ihrer Fehler, auch all das Gute sehen und zu ihr stehen, weil er um seine eigenen Fehler weiß.



4. Die christliche Lehre ist auch und besonders eine Soziallehre. Welche Aufgabe sollte die Kirche zum einen und der praktizierende Christ zum anderen haben, um Not, Ungerechtigkeit, wachsende Armut weltweit und auch hier vor Ort aktiv zu bekämpfen?

Kirche und der praktizierende Christ sind nicht einfach zu trennen: da wo Christen sich engagieren, ist Kirche lebendig! Die Kirche hat eine soziale Verantwortung, eine Option für die Armen. Aber sie hat auch eine besondere Verantwortung, den Menschen, die sich selber nicht aus ihren Problemen befreien können, Wege aufzuzeigen, damit sie eigenständig verantwortlich leben können. Das heißt konkret: nicht nur aktuelle Not zu lindern, sondern nach Gründen zu suchen, warum Menschen in Notlagen geraten sind und dann miteinander Lösungen zu finden.



Ich bedanke mich recht herzlich bei Johannes Mecking und wünsche auch ihm eine gesegnete Weihnacht.
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1 Kommentar
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 11.12.2015 | 18:32  
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