Vier Fragen an .... heute: Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt München

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Dieter Reiter (SPD), seit 2014 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München (Foto: Foto von Herrn Reiter erhalten)
Der Diplom-Verwaltungswirt und Sozialdemokrat Dieter Reiter kennt die umfangreichen Tätigkeiten, Aufgaben und Herausforderungen einer bedeutenden Stadt wie München aus dem Effeff. Der jetzige Oberbürgermeister bekleidet dieses bedeutungsvolle Amt seit Mai 2014. Vorher war Herr Reiter in der Stadtkämmerei tätig - Büroleiter, Pressesprecher und Amtsleiter waren wichtige Stationen seines Berufslebens.

Auch Herr Reiter nahm gerne an dieser Serie "Vier Fragen an ...." teil.

1. München hat weltweit einen sehr guten Ruf bei Touristen, Besuchern,
aber auch in der Wirtschaft. Wo kann die bayerische Landeshauptstadt
"noch besser werden"?

Besser werden kann man immer. Unser Erfolg ist gleichzeitig unsere
größte Herausforderung. Gerade weil München so beliebt ist, sind wir
allein im letzten Jahr um gut 20.000 Einwohner gewachsen. Einmal durch
Zuzug, aber auch durch eine hohe Geburtenrate. Deshalb haben wir die
größte Schul- und Kitabauoffensive auf den Weg gebracht. Der öffentliche
Nahverkehr wird sukzessive weiter ausgebaut, um die Menschen mit einem
besseren Angebot auch zum Umsteigen vom Auto auf die öffentlichen
Verkehrsmittel zu bewegen. Und wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen.
Deshalb steht der Schutz von Mieterinnen und Mietern und der Bau neuer,
bezahlbarer Wohnungen ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Und eins
muss man auch sagen: Während andere Städte oder der Freistaat Bayern
eigene Wohnungen verkauft haben, hat München einen Verkauf der
städtischen Wohnungsbaugesellschaften immer ausgeschlossen und wird auch
in Zukunft an dieser Politik festhalten.


2. Welche brachliegenden Kapazitäten gilt es, in München im Bereich der
inneren Sicherheit aufzuarbeiten und zu verbessern?

München ist nach wie vor die sicherste Großstadt in Deutschland. Durch
eine soziale Stadtplanung haben wir vermieden, Brennpunkte entstehen zu
lassen. In einer wachsenden Stadt muss aber natürlich auch die
Sicherheit immer wieder neu evaluiert und gegebenenfalls neu angepasst
werden. Wir sind deshalb als Kommune in engem Austausch mit den
staatlichen Sicherheitsbehörden.


3. Kulturstadt München - wo zeigt sich dies am deutlichsten?

Münchens Kulturstadt zeigt sich vor allem in seinem unglaublich
vielfältigen Angebot: von weltberühmten Orchestern, Museen, Bühnen,
Festivals bis hin zur Szene und Kultur in den Stadtteilen. Während
andere Städte Theater und Kultureinrichtungen schließen, Museumsbestände
verkaufen und Öffnungszeiten verkürzen, sind wir in München in der
glücklichen Lage, dass wir gerade den Neubau eines städtischen Theaters
beschließen konnten und über die umfangreiche Sanierung unseres
Kulturzentrums „Gasteig“ diskutieren, Deutschlands größtes und
erfolgreichstes Kulturzentrum mit mehr als 1,8 Millionen Besuchern
jährlich. München ist wirtschaftlich erfolgreich, das erlaubt es uns,
viel Geld nicht nur in Bildung und den Sozialetat zu stecken, sondern
eben auch in die Kultur.


4. Wohn- und Arbeitsort München - gibt es Pläne der Stadt, günstigen
Wohnraum zu schaffen?

Ja, die gibt es natürlich. Wir haben Ende 2016 das größte
Wohnungsbauprogramm der Republik aufgelegt und zusätzlich das Programm
„Wohnen für alle“ gestartet. Damit sollen noch schneller bezahlbare
Wohnungen für Familien, Alleinerziehende, Auszubildende und anerkannte
Flüchtlinge entstehen. Und weil in München Flächen knapp sind, haben wir
ein erstes Wohnprojekt auf Stelzen gebaut, über der bereits versiegelten
Fläche eines bestehenden Parkplatzes. Durchaus ein Projekt das in
Städten mit knappen Flächenressourcen Schule machen könnte. Denn eines
der drängendsten Probleme Münchens ist es, bezahlbare Wohnungen zu
erhalten und neue zu schaffen. Mit der sogenannten „Sozialgerechten
Bodennutzung“, kurz SoBoN genannt, ist München beispielsweise schon vor
mehr als 20 Jahren eigene Wege gegangen. Dieses Konzept sieht vor, dass
bei großen Neubauprojekten nicht nur Luxuswohnungen entstehen, sondern
auch Wohnraum für die Münchnerinnen und Münchner, die Unterstützung
brauchen. Wir haben also immer darauf geachtet, dass möglichst überall
in der Stadt gemischte Wohnviertel entstehen, neben teuren
Eigentumswohnungen auch geförderte Wohnungen. Das funktioniert bis heute
und findet mittlerweile Nachahmer in der ganzen Bundesrepublik.


Herzlichen Dank in die bayerische Landeshauptstadt München, herzlichen Dank an den Oberbürgermeister Dieter Reiter, auch im Namen vieler Leserinnen und Leser.
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1 Kommentar
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 16.06.2017 | 19:33  
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