Vier Fragen an .... heute: Professor Dr. Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation

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Professor Dr. Ingo Froböse, DER Fachmann für ein sportliches Leben in Gesundheit (Foto: Foto: Monika Sandel)
Köln: Sporthochschule | Der "Fitnessdoktor" Professor Dr. Froböse ist DER Fachmann in der Sportwissenschaft in Deutschland und darüber hinaus. Selbst ein aktiver und erfolgreicher Sportler in der Leichtathletik und im Bobsport gilt er als eine international geschätzte und anerkannte Kapazität.
Auch er war gern bereit, sich meinen vier Fragen zu stellen.

1. Die Menschen werden immer älter. Ist es nicht sehr wichtig, dass Menschen auch im mittleren und hohem Alter (täglich) sportliche Übungen durchführen, um beweglich zu bleiben? Ich denke da an Ausdauer- UND Krafterhaltungssport.

Absolut, es ist in jedem Lebensalter wichtig regelmäßig Sport zu treiben. So schaffen wir die Basis um bis ins hohe Alter aktiv und selbstständig zu sein. Wer möchte schon mit Ende 50 auf Hilfe beim Schuhe oder Kleidung anziehen angewiesen sein? Deshalb ist ein vielseitiges und abwechslungsreiches Trainingsprogramm immer empfehlenswert. Am besten ist es etwa drei Mal in der Woche Ausdauersport zu treiben und täglich etwa 10 bis 15 Minuten Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht. Das hält die Muskeln fit und jung! Zusätzlich können regelmäßig leichte Beweglichkeitsübungen in das Programm eingebaut werden um die Muskulatur geschmeidig zu halten.


2. Die höchste Anzahl von sehr alten und gesunden Menschen verzeichnet man in Japan und besonders auf den Inseln von Okinawa. Müssen die Europäer nicht hinsichtlich Bewegung und Ernährung hieran ein Beispiel nehmen?

Nicht nur die Europäer müssten sich die Bewohner der Insel zum Vorbild nehmen, sondern viele andere Bewohner der Erde auch. Auf Okinawa wird ein wirklich besonderer Lebensstil gepflegt. Im Gegensatz zu vielen anderen Volksgruppen ruht sich dieser Teil der japanischen Bevölkerung nicht auf ihrem Alter aus, sondern geht auch mit weit über 90 Jahren noch frühmorgens zur Arbeit auf das Feld. Die Bewegung und die frische Luft halten fit, aber vor allem auch gesund. Außerdem zeigte sich, dass die traditionelle Ernährung der Inselbewohner sehr vital- und nährstoffreich und gleichzeitig fettarmer, aber kohlenhydratreicher als auf dem japanischen Festland. Die Menschen auf Okinawa scheinen also eine gute Balance von Ernährung und Bewegung gefunden zu haben. Außerdem essen Sie sich nur zu 80 Prozent satt. Sich niemals zu überfüllen hilft maßvoll zu leben.


3. Stress im Alltag - Stress im Berufsleben und in der Familie - Burn out - psychische Erkrankungen steigen enorm an. Kann der Sport, den man (täglich) praktiziert, hier eine wertvolle Hilfe sein?

In jedem Fall ist der Sport eine praktikable Methode, um Stress und seinen Folgen entgegen zu wirken. Über den Tag verteilt ereilen uns immer wieder Probleme oder andere herausfordernde Situationen, die unseren Organismus belasten. Geraten wir in Stress, setzt unser Körper Hormone frei, die dafür sorgen, dass unser Organismus in Alarmbereitschaft versetzt wird. Das ist noch ein Fluchtreflex aus der Steinzeit, der dafür sorgte, dass unsere Vorfahren in Gefahrensituationen alle Kräfte bündeln konnten. Die Stresshormone sammeln sich über den Tag an und müssen dann am Abend aktiv abtransportiert werden. Liegen wir nur faul auf dem Sofa, so stauen sich die Hormone auf. Sport ist ein ideales Mittel zur Stressreduktion. Durch die körperliche Aktivität werden die Stresshormone abtransportiert und durch eine moderate Ausdauerbelastung gleichzeitig Glückshormone produziert. So können wir entspannt schlafen gehen und mit neuer Energie in den nächsten Tag starten.


4. Wie kann man besonders ältere und berufstätige Menschen motivieren, durch Sport vielen Krankheiten und Beschwerden im Alter vorzubeugen?

Berufstätige Menschen haben häufig Probleme mit dem Rücken, was auf eine Unterforderung der Muskulatur zurück zu führen ist. Denn wie eine Zimmerpflanze wollen unsere Muskeln täglich gepflegt werden. Bereits mit einer täglichen Bewegungsdosis von 30 Minuten, können Beschwerden gelindert oder behoben werden und diese Zeit kann sicher jeder von uns erübrigen. Ältere Menschen sollten es als Motivation sehen möglichst lange selbstständig bleiben zu können. Schließlich möchte keiner von uns bei den kleinsten Handgriffen im Haushalt auf Hilfe angewiesen sein. Und ist es nicht eine schöne Vorstellung möglichst lange mit den Enkeln herumalbern und spielen zu können? Die Menschen müssen wissen, dass es sich in jedem Alter lohnt sportlich aktiv zu werden. Denn der Körper verzeiht auch „alte Sünden“, d.h. zu wenig Bewegung in den jungen Jahren.


Vielen Dank, lieber Professor .... nicht nur für dieses Interview .... auch für Ihre für den Sportler unverzichtbaren Ratschläge.
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