Drei Fragen an ... Günter Pageler

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Kalkar: Rathaus | Die nachfolgenden Fragen wurden mir von Frau Anette Henseler gestellt und im Klever Wochenblatt vom 29. August 2015 veröffentlicht.

Wie sehen Sie als Bürgermeister die wirtschaftliche Zukunft von Kalkar?

Die derzeit mit Besorgnis zu betrachtende Haushaltssituation wird in den kommenden Jahren eine der größten Herausforderungen darstellen. Besonders vor dem Hintergrund der steigenden Ausgaben für die Versorgung der Flüchtlinge, deren Zuwachs niemand auch nur annähernd einschätzen kann. Trotzdem darf man nicht hergehen und die aktuelle Kassenlage hierauf zurück zu führen. Es gibt viele Dinge die in der Vergangenheit vernachlässigt wurden und uns jetzt einholen. Marode Gebäude, Brücken, Straßen sowie Wirtschafts- und Radwege fordern in nächster Zeit ihren Tribut. Nichtsdestotrotz muss man in die Zukunft schauen und Mittel und Wege finden, die in den kommenden Jahren im Team „Bürgermeister, Verwaltung, Politik und Bürger“ aus Kalkar wieder eine sorgenfreie Stadt machen. Hierfür bedarf der Bindung und Ausweitung der Kaufkraftbindung, Ausbau von Gewerbegebieten mit entsprechender Ansiedelung und Steigerung des Wohlfühlfaktors. Mit einer erheblichen Intensivierung der Wirtschaftförderung sollte es in und mit Kalkar in eine wirtschaftlich sichere Zukunft gehen.

Welchen Stil würden Sie als Führungspersönlichkeit der Stadtverwaltung praktizieren?

Unbestritten ist, der Bürgermeister ist der Verwaltungschef und den dafür notwendigen Respekt kann man nicht anordnen oder wie vergleichbar bei der Bundeswehr befehlen, den muss man sich redlich verdienen. Das funktioniert meiner Meinung nach nur dann, wenn man sich mit Ehrlichkeit und Offenheit begegnet und damit langfristig Vertrauen aufbaut. Man muss seinen MitarbeiterInnen im jeweiligen Zuständigkeitsbereich entsprechende Kompetenzen und Entscheidungsfreiheiten einräumen. Darüber hinaus reicht es nicht sich morgens zu begrüßen und abends zu verabschieden. Dazwischen müssen auch Möglichkeiten der „außerdienstlichen“ Gespräche angeboten werden. Eine monatliche Zusammenkunft zur Begrüßung / Verabschiedung neuer Mitarbeiter, Übermittlung von Glückwünschen zu Geburtstagen oder anderen Anlässen, der Mitteilung von Neuigkeiten, all das gehört zur Verbesserung und Erhaltung des „Teamgeistes“ dazu.

Welche Verbesserung in den Bereichen Kultur, Jugendarbeit und Integration würden Sie umsetzen?

Grundsätzlich bietet Kalkar in allen angesprochenen Bereichen schon einiges. Allerdings fehlt es an „spontanen“ Aktionen (wie es das z.B. an Hochschul-/Universitätsstandorten gibt). Es muss z.B. gefördert und gefordert werden, dass junge Schülerbands nicht in ihrem Keller üben sondern dafür die Marktplätze der Stadtteile nutzen dürfen. Das hätte einerseits einen gewissen Unterhaltungswert und andererseits gäbe es ein direktes Feedback für die Künstler. Gleiches gilt natürlich ebenso für andere Unterhaltungsangebote. Unsere Musik- und Gesangsvereine, sollten ebenfalls animiert werden, ganz spontan z.B. in Senioren-, Pflege- und Altenwohnheimen zu üben. Kulturell werden wir mit den Angeboten des Museums, des Vereins der Freunde Kalkars, dem Mühlenverein u.a. schon sehr gut bedient. Die Vereine und die Feuerwehr leisten schon eine beachtliche Jugendarbeit, diese gilt es zu weiterhin zu unterstützen und zu stärken. Trotzdem ist die Verbesserung der Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen und unabhängig von der Herkunft, vom Schüler, über Jugendliche, junge Erwachsene bis hin zu den Senioren notwendig. Es gibt kaum zentrale Plätze (vgl. Nierswelle in Goch), an denen man sich in gemütlicher Runde treffen kann, an denen man Freizeitangebote wie möglicherweise Minigolf, Boule oder Tischtennisplatten vorfindet. Die Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund und den Menschen die aus ihrem Land flüchten mussten, ist ein wichtiges Thema. Es sind bereits viele caritative Einrichtungen, die Kirchen und Einzelpersonen hierfür unterwegs. Allerdings muss wesentlich mehr Aufklärung über Anlaufstellen und Möglichkeiten betrieben werden und es muss zu öffentlichen Veranstaltungen kommen, wo man sich über die Grenzen der Stadtteile hinweg, in lockerer Runde trifft und kennenlernt. So entstehen durchaus Freundschaften und Hilfsmöglichkeiten, die sonst nicht zustande gekommen wären.
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