Gespräch(e) im Park .... heute: Bürgermeisterin Sonja Northing (Kleve) und Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz (Kalkar) zum gemeinsamen Gespräch auf Haus Horst

Anzeige
von links: Einrichtungsleiterin Nicole Klösters-Kolk, Bürgermeisterin Sonja Northing mit Dexter, Seniorchef Heinz Josef Keller, Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz
   
Im Rittersaal von Haus Horst
  Kalkar: Haus Horst | In der Medienreihe „Gespräch(e) im Park“, die man im Winterhalbjahr im Rittersaal der Burganlage Haus Horst in Kalkar durchführt, begrüßten wir heute zwei sympathische Damen, die außerdem noch zu den Führungspersönlichkeiten der niederrheinischen Kreisstadt Kleve und der historischen Hansestadt Kalkar zählen.

Die Bürgermeisterinnen dieser Städte, Frau Sonja Northing (Kleve) und Frau Dr. Britta Schulz (Kalkar) sind gern gesehene Gäste in den Seniorenheimen, da beide die Nähe zu den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern intensiv pflegen und somit auch die so wichtige Arbeit der Pflegekräfte vor Ort dokumentieren.
Heute begrüßten wir beide Bürgermeisterinnen an einem sonnigen Herbsttag im weitläufigen Park von Haus Horst, Diskussion und faire geistige Zweikämpfe fanden in gemütlicher Runde bei knisterndem Kaminfeuer statt.

Es sollte ein Rückblick auf die Amtszeit von etwa dreizehn Monaten sein, in der beide Politikerinnen erstmalig das Amt der Bürgermeisterin verantwortungsvoll ausführten.

Hier der Blick von Frau Northing getreu folgender Maxime.
„Hoffnung ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ (Václav Havel)

"Ich war schon immer davon überzeugt, dass Kleve eine gute Zukunft vor sich hat. Dazu beizutragen macht für mich absoluten Sinn. Nach einem Jahr, zehn Tagen und vierzehn Stunden (Stand: 31.10.2016, 14.00 Uhr) voller bewegender Erfahrungen ist gemeinsam schon viel erreicht worden. Rückblickend betrachtet bin ich jetzt schon stolz auf das in so kurzer Zeit Erreichte. Verantwortung zu tragen, aktiv Probleme anzugehen und dann Lösungen zu finden, macht mich glücklich. Die Menschen liegen mir dabei besonders am Herzen. Und ich habe so viele unterschiedliche, interessante, spannende, herzliche und teils auch schräge Menschen kennengelernt. Das Bürgermeisteramt, welches natürlich nicht nur Höhen hat, macht mir großen Spaß. Meine neue Berufung.
Meinen Arbeitsstil bezeichne ich dabei als unaufgeregt, sachlich und ehrlich.
Mein Idealismus, Optimismus und meine Liebe zu Kleve scheint ansteckend zu sein. Ich nehme wahr, dass sich die Menschen noch mehr einbringen, mitreden, mitmachen und vor Ideen sprudeln. Das nenne ich gelebte Politik.

Die Information und Beteiligung der Bürger, wie z.B. zur Minoritenplatzbebauung wird anerkennend wahrgenommen. Der Weg ist auf jeden Fall der Richtige. Das Workshopverfahren zum Konrad-Adenauer-Gymnasium mit allen Beteiligten (Schüler, Lehrer, Eltern, Politiker, Architekten und Verwaltungsfachleute) bezeichne ich als vorbildlich. Aus verschiedenen Blickwinkeln ergibt sich dann ein Ganzes, eine Idealschule sozusagen. Parallel werden die Kosten der Sanierung des Gebäudes und des Neubaus der Schule an anderer Stelle ermittelt und gegenübergestellt. Verifizierte Zahlen und Fakten als Grundlage politischer Diskussionen vorzulegen, so verstehe ich meinen Job. Diese leidenschaftliche und zugleich objektive Ausübung meines Amtes ist auf das Wohl der Stadt und seiner Menschen ausgerichtet.
Kurz gesagt, es gibt weniger Ärger und mehr Freude für alle Beteiligten."

Dieser wertschätzende und faire Umgang wird auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, die die neue Bürgermeisterin von Beginn an Bestens unterstützt haben, geschätzt. Durch gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit können so die Prozesse der Verwaltungsoptimierung gemeinsam mit der Politik vorangebracht werden.

Die Zusammenarbeit mit den Fraktionen im Rat der Stadt Kleve gestaltet die Bürgermeisterin überparteilich, fair, respektvoll und erfolgreich. Einige Punkte der bisherigen Arbeitsleistung der Bürgermeisterin sollten unbedingt hier Beachtung finden: Im Bereich Bürgerbeteiligung dürfen Bürgerversammlungen (z.B. „Fähre Schenkenschanz“), Bürgerinformationsveranstaltungen (z.B. – Flüchtlinge/Asyl, - Asylbewerberheim am Klever Bahnhof - Bürgerbeteiligung zum Platzkonzept, zur barrierefreien Innenstadt und zum Masterplan „Junge Mitte“ nicht unerwähnt bleiben.
Zu bearbeiten waren im Wirtschafts- und Finanzbereich der Kreisstadt die freiwillige Haushaltskonsolidierung, der Wirtschaftsplan 2016 und die Vorbereitungen zur Zusammenlegung von Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Stadtmarketing.
Die Weiterentwicklung der vielfältigen Schullandschaft und der Ausbau von Kindertagesstätten haben für die Bürgermeisterin primären Stellenwert, ebenso die Bereiche Städtebau (z.B. Bahnhofsumfeld, XOX Gelände, Stadthallenumfeld, Bensdorpgelände), Klima- und Umweltschutz und Kultur/Sport. Ein weiterer, wichtiger Punkt ist für Frau Northing die Stärkung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kleve.

Die immer größer werdende Bedeutung des Ehrenamtes, zeigte sich im letzten Jahr in Bezug auf die Flüchtlingslage.
Gerade durch das vorbildliche Engagement aller Kleverinnen und Klever gelingt Integration. Das dezentrale Unterbringungskonzept fördert diese Entwicklung positiv. Aus einer Kultur des Willkommens wurde gemeinsam eine Kultur des Miteinanders entwickelt. Auf Initiative der Bürgermeisterin wurde der runde Tisch "Flüchtlinge und Arbeit" gebildet, der Wirtschaftsverteter und arbeitsmarktrelevanten Akteure vernetzt.

Gerade die Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten (z.B. Kommunen, Hochschule Rhein-Waal, Träger, Vereinen) wird ein Schwerpunkt der nächsten Jahre sein.
Unter dem Dach "NiederRheinLande 2022, Regionale im Fluss" sieht die Bürgermeisterin große Chancen für die Stadt Kleve und den gesamten deutsch-niederländischen Niederrhein umfangreiche Fördermittel des Landes NRW zu erhalten. Bei einer erfolgreichen Bewerbung wird der wunderschöne Niederrhein gemeinsam in die Zukunft gehen.
2017 wird ein besonderes Jahr werden. Die Stadt Kleve wird 775 Jahre alt. Das stattliche Jubiläum wird gebührend gefeiert werden – und zwar von Klevern für Klever. Darauf darf man sich jetzt schon freuen.



Frau Dr. Britta Schulz kenne ich persönlich aus dem Wahlkämpfen des Jahres 2015, in denen es mir eine große Freude war, sie und das Forum Kalkar mit Unternehmensbesuchen und -begehungen zu unterstützen.

Frau Dr. Schulz stellt ihre bisherige Tätigkeit in etwa einem Jahr als "Erste Bürgerin der Stadt Kalkar" so dar:

Für mich war es sicher ein anstrengendes, aber gutes Jahr. Ich habe von der Verwaltung viel Unterstützung erfahren und bin von den Bürgern bei allen Veranstaltungen freundlich aufgenommen worden. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist und weiterhin gelingt, einen guten und offenen Kontakt zu den Bürgern aufzubauen. Ich habe Kindergärten, Seniorentreffs und Vereine besucht, weil ich der Ansicht bin, dass die Bürger die Bürgermeisterin nicht nur vom Foto kennen sollten. Die Bürgermeistersprechstunde wird sehr gut angenommen.

Aber es ist kein leichtes Erbe.
Kalkar befindet sich in der schwierigen Situation, im Rahmen der desolaten Haushaltslage einen Spagat zwischen Einsparungen einerseits und Investitionen in die Zukunft andererseits hinlegen zu müssen. Eine Haushaltskonsolidierung, insbesondere die Verringerung des strukturellen Haushaltsdefizits von mehr als 2 Mio, ist unerlässlich. Das erfordert unangenehme Maßnahmen wie Steuererhöhungen und Einsparungen.
Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung sind noch einige Anstrengungen zu unternehmen. Hier ist die Verwaltung nun gefordert, Vorlagen für strukturelle Sparmaßnahmen zu liefern und dann ist der Rat gefordert, auch einmal unangenehme Entscheidungen zu treffen, die bei den Bürgern nicht auf Zustimmung stoßen werden. Anders wird es nicht gehen. Das muss man dann im Sinne der ganzen Stadt und der Zukunft durchstehen.

Gleichzeitig muss Kalkar sich für die Zukunft aufstellen, die Stadt darf nicht in Schönheit sterben.
Im Rahmen einer Zukunftsorientierung sind hier auch bereits einige Dinge auf den Weg gebracht worden.

Dazu gehört ein integriertes Handlungskonzept, das uns in die Lage versetzen wird, für städtebauliche Projekte Fördermittel zu generieren. Die städtebauliche Planung für die große Flächen an der Birkenallee ist in Angriff genommen worden. Ein Verkehrskonzept ist in Auftrag gegeben Das Nachnutzungskonzept Wisseler See wird nunmehr gezielt vorangetrieben. Der Ringtausch unserer Schulen ist beschlossen. Die Entwicklung eines Gebäudemanagements ist ebenfalls in Arbeit. Der Alleenradweg findet große Zustimmung. Hier hat die Verwaltung hervorragende Arbeit geleistet und sie wird auch noch viel Arbeit leisten müssen.

Aber auch kleinere Projekte, die Kalkar und ihren Bürgern gut tun, sind durchgeführt worden. Ich erinnere an die Eisbahn und den Strand. Bemerkenswert ist, dass es in Kalkar ein großes Engagement der Bürger und der Unternehmen vor Ort gibt, nur so waren diese Projekte in Zusammenarbeit mit der Verwaltung überhaupt zu realisieren. In diesem Zusammenhang ist auch die Einrichtung der Boulebahn am Stadtpark zu sehen, sicher eine deutliche Aufwertung des Platzes.

In Sachen Kunst und Kultur sind wir vorwärts gekommen. Eine Kunstakademie ist initiiert worden, auch hier maßgeblich engagierten Bürgern. Wir haben eine schönen neuen Flügel im Ratssaal und eine Konzertreihe durchgeführt, die gut angenommen wurde. Jetzt müssen wir nur noch sehen, dass er auch bezahlt werden kann.

Die interkommunale Zusammenarbeit ist wieder belebt worden, im Rahmen der Bereiche Bauhof und Geschäftsbuchhaltung und EDV sollen hier positive Effekte generiert werden.

In Sachen Ansiedlung von Unternehmen und Belebung der Monrestraße sind durch unseren neuen Wirtschaftsförderer Herrn Dr. Ketteler die ersten Anstrengungen unternommen worden.

Auch innerhalb der Verwaltung sind wir dabei, Abläufe zu verbessern und Strukturen zu verändern: Von einem streng vertikal gegliederten System zu einem horizontalen System mit deutlich mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.
Es bleibt viel zu tun.


Gerade das historische Ambiente dieses Rittersitzes unweit der Innenstadt von Kalkar zeigte auch dieses Mal, dass man hier nicht nur eine vorzügliche Seniorenresidenz vorfindet. Haus Haus entwickelt sich immer weiter zu einem begehrten Treffpunkt für Politiker, Wirtschafts- und Finanzpersönlichkeiten, für Kunst und Kultur - natürlich auch zu einem begehrten Ausflugsziel.

Die Familie Keller, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Haus Horst und ich bedanken uns für diesen wunderschönen Nachmittag mit den beiden Bürgermeisterinnen.

In einer Fotostrecke zeige ich Impressionen dieses Treffens ....
2
3
4
3
3
1 3
3
3
3
2
1
2
2
3
3
3
5
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
3 Kommentare
18.671
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 03.11.2016 | 13:55  
10.145
Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 03.11.2016 | 19:21  
45.896
Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 04.11.2016 | 13:53  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.