Große Enttäuschung - große Freude

Bisher starten und landen die Segelflieger in Wissel. Wenn es nach den Plänen der Vereinsmitglieder geht, würden sie bald gerne in bylerward abheben. Doch damit sind viele Bürger nicht einverstanden. Foto: Heinz Holzbach (Foto: Heinz Holzbach)
Kalkar. Rund 100 interessierte Bürger waren vor Kurzem ins Rathaus der Stadt Kalkar gekommen, um die Ratssitzung zu verfolgen. Das große Interesse galt dem Tagesordnungspunkt 5: Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Kalkar - Segelflugplatzgelände Bylerward.
Die Beschlussvorlage wurde knapp mit 17 zu 16 Stimmen abgelehnt. Im Vorfeld hatte der Bauausschuss in der vergangenen Woche mit sechs zu fünf Stimmen empfohlen, diesem Beschluss nicht zuzustimmen.
Gleich zu Beginn der Ratssitzung äußerten die Zuhörer ihr Unverständnis: Fragen der Bürger zum geplanten Flughafen wollte Bürgermeister Gerhard Fonck mit Verweis auf die Geschäftsordnung nicht beantworten.
Im Verfolg zeichneten sich zwei konträre Haltungen innerhalb des Rates ab: Während die überwiegende Anzahl der CDU-Mitglieder um Fraktionschef Dr. Günther Bergmann Bezug auf einen ablehnenden Beschluss des vergangenen Jahres nahm und die Glaubwürdigkeit der Partei ins Feld führte, sprach sich die SPD Fraktion um Jochem Reinkens für die Annahme der Verwaltunsgvorlage aus. „Wir haben uns ausführlich informiert, haben uns bemüht, die Argumente der verschiedenen Gruppierungen kennenzulernen, um private und öffentliche Interessen gegeneinandner abzuwägen“, so Reinkens.
Der Segelflugverein sei in Wissel ohne eigenes Verschulden eingeschränkt. Um den 18 erwachsenen und drei jugendlichen Vereinsmitgliedern eine Perspektive zu eröffnen und um die Jugendarbeit auszubauen, plädiere er für ein „Ja“ zur Änderung des Flächennutzungsplans. Dem mochte sich Willibald Kunisch, Die Grünen, nicht anschließen. „Wir sind dafür, die Tür nicht zu öffnen“, stieg der Grüne in die Diskussion ein.
Mit der Änderung des Flächennutzungsplans werde die Tür zum Einstieg in die Ultraleichtfliegerei geöffnet. Er sprach sich klar dagegen aus, die Schutzgebiete gegeneinander auszuspielen. Auf dem geplanten Segelluggelände in Bylerward sollen, wenn es nach den Antragstellern geht, die Flugvereine Emmerich-Dornick und der Wisseler Aero-Club eine neue Heimat finden. Beide Flugplätze liegen in Naturschutzgebieten - dem Flora-Fauna-Habitate-Status steht in Bylerward ein Vogelschutzgebiet, ein angrenzendes FFH-Gebiet sowie ein Landschaftschutzgebiet gegenüber. Norbert van de Sand, CDU, gab sich kämpferisch: „Die Planungshoheit liegt bei der Stadt. Das wollen wir doch mal sehen, was der Regierungspräsident dann macht.“
Bürgermeister Gerhard Fonck warb bei der Bürgerinitiative gegen den Flugplatz Bylerward um Vertrauen, plädierte dafür, dem Antrag zuzustimmen, um as Verfahren zu eröffnen und weiterhin das Heft in der Hand zu halten. Günther Bergmann fasste vor der von der SPD beantragten geheimen Abstimmung zusammen: „Worum geht es hier eigentlich? Darum, dass 18 Erwachsene und drei Jugendliche vom alten Platz weg wollen…“
Und an die Antragsteller gewandt: „Das Verhalten der Antragsteller hat nicht gerade zur Entspannung beigetragen. Kein Wort zu den Kosten, bei der augenblicklichen Kassenlage der Stadt werden wir eher Wege entwidmen als ausbauen. Wir können keine Ausbauten finanzieren.“
Der Vorsitzende des Flugsportvereine Emmerich, Ulrich Bülter, reagierte gestern „massiv enttäuischt“ auf den Ratsbeschluss. „Wir sind massiv enttäuscht und könnend ie Entscheidung nicht nachvollziehen. Im Vorfeld ist uns signalisiert worden, dass wir mit einer Mehrheit rechnen könnten.“ Für ihn, so Bülter, sei das Porjekt Fugplatz Bylerward damit gestorben. Mehrfach sei betont worden, dass sich die Bezirksregierung nicht über das Votum des Stadtrates hinwegsetzen werde. „Wir wollen jetzt die Existenz des vereins in Emmerich sichern. Wenn die Bezirksregierung nicht mit sich reden lässt, dann ist Emmerich auch gestorben.“ Wie auch in Wissel würden die Mitglieder des Emmericher Vereins ihr Hobby gerne um den Beriech der Ultraleichtflieger erweitern. Dagegen steht der Naturschutz, der beiden Vereinen eine derartige Ausweitung unmöglich macht.
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Willi Heuvens aus Bedburg-Hau am 28.06.2010 um 18:06 Uhr  
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