Meine Serie im Lokalkompass im Wahlkampf 2015 .... Drei Fragen an .... heute: Dr. Britta Schulz, FORUM Kalkar

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Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin in Kalkar, Frau Dr. Britta Schulz, FORUM Kalkar
Frau Dr. Britta Schulz ist Vorsitzendes des FORUMs Kalkar, der stärksten Kraft im Stadtrat von Kalkar und Kandidatin des FORUMs für das Amt der Bürgermeisterin bei den Wahlen am 13. September 2015. Ich konnte sie bei zahlreichen Unternehmensbesuchen begleiten und stellte ihr folgende Fragen.

1. Wie sehen Sie als Bürgermeisterin die wirtschaftliche Zukunft von Kalkar?

Die Ausgangssituation könnte kaum schlechter sein. Die Stadt Kalkar hat über 14 Mio. € Schulden. Wir leben von der Substanz, soweit man davon überhaupt noch sprechen kann. Teile der Stadt brechen uns im wahrsten Sinne des Wortes über dem Kopf zusammen (Feuerwehrgerätehäuser, Turnhalle, Brücken und jetzt auch die Decke der Bürgerbegegnungsstätte). Jetzt rächt sich die jahrzehntelang fehlende Instandhaltung mit einem Schlag. Infolge dieser Misswirtschaft sieht die wirtschaftliche Zukunft düster aus, die Sanierungen werden Unsummen verschlingen. Trotzdem gibt es eine Zukunft. Man wird sich mühsam kleine Handlungspielräume erarbeiten müssen, in denen sich zukunftsweisende Ideen entwickeln können. Verwaltung, Rat und Bürgermeister müssen handeln und abwägen wie private Unternehmer, dazu bedarf es einer Offenheit für neue Ideen und auch Mut. Steuergelder müssen so sparsam verwendet werden als wären sie eigenes Geld. Und da es das Geld der Bürger ist, muss offen über Finanzen geredet werden und die Bürger müssen in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Wir alle erinnern uns mit Wehmut an unseren schönen Marktplatz .....


2. Welchen Stil würden Sie als Führungspersönlichkeit der Stadtverwaltung praktizieren?

Die Verwaltung besteht aus Fachleuten, die ihr Handwerk verstehen, sie brauchen keinen Verwaltungsfachmann an der Spitze. Das System darf nicht mit straffen Zügeln von oben ansetzen. Es muss die Mitarbeiter einbinden und Freiraum lassen für die Formulierung von Ideen und Zielen, die für die Stadt und die Bürger zukunftsweisend sind. Erfolgreich ist immer nur der, der motiviert ist und dessen Arbeit Anerkennung findet. Nur so ist eine effektive und zielorientierte Verwaltungsarbeit möglich. Wir müssen vom Verwalten zum Gestalten kommen und zwar alle gemeinsam: Bürger, Rat, Verwaltung und Bürgermeister.


3. Welche Verbesserung in den Bereichen Kultur, Jugendarbeit und Integration würden Sie umsetzen?

Kultur: An kulturellen Highlights herrscht in Kalkar kein Mangel, wohl aber an einer selbstbewussten Außendarstellung. Symptomatisch dafür sind die Hinweisschilder zum „Historischen Stadtkern“: klein und unscheinbar. Das muss anders werden, Kalkar braucht sich nicht zu schämen. Es ist alles da: Stadtgeschichte, Sehenswürdigkeiten, Kultur-, Sport- und Freizeitangebote und eine schöne Landschaft. Dies alles muss eingebunden werden in ein touristisches Gesamtkonzept, zu dem auch die Ortsteile gehören, denn hier schlummert auch noch so mancher Schatz. Also selbstbewusst anpacken und Kalkar aus dem Dornröschenschlaf wecken!

Jugendarbeit: Kalkar bietet durchaus schon eine Menge für die Jugend vieler Altersklassen. Sportvereine, Jugendhäuser und auch private Initiativen leisten mit viel ehrenamtlichem Engagement einen großen Beitrag zur Jugendarbeit.
Man darf aber nicht vergessen, dass heute aufgeschlossene und informierte Generationen groß werden, die dazu erzogen werden, mitzureden und ihre Interessen und Ansichten zu vertreten. Dazu gibt es in Kalkar keine Gelegenheit. Deshalb ist es unerlässlich, einen Jugendbeirat einzurichten, der den jungen Leuten die Möglichkeit gibt, sich Gehör zu verschaffen. Jugend ist Zukunft und der sollte man zuhören.

Integration: Integration ist ein Problem, das mit viel Fingerspitzengfühl angegangen werden muss. Dabei steht eine umfassende Information der Bürger über die Situation der Flüchtlinge, die wir bei uns, aufnehmen an erster Stelle. Alle Fragen sind zu beantworten, nur Aufklärung hilft gegen aufkeimende Aggressionen.
Ehrenamtliche Hilfsangebote gibt es genug, aber sie laufen oft ins Leere, weil keiner weiß, an wen er sich wenden soll. Wir müssen ein Netzwerk aufzubauen, dass Hilfsangebote aller Art koordiniert. Hier wird viel ehrenamtliche Hilfe von Nöten sein, die gemeinsam mit der Verwaltung die Probleme angeht und so Integration überhaupt erst möglich macht.
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2 Kommentare
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Willi Heuvens aus Kalkar | 18.08.2015 | 13:01  
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Bernhard Ternes aus Marl | 20.08.2015 | 17:54  
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