Vier Fragen an .... heute: David Kerkenhoff, Chef des CDU-Stadtverbandes Kalkar

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Neue und junge Kraft für die CDU Kalkar: David Kerkenhoff (Foto: übermittelt von D. Kerkenhoff)
Die CDU Kalkar, die Jahrzehnte lang die Politik in der Nicolaistadt bestimmte, erlitt bei den Kommunalwahlen im Jahr 2014 und bei den Bürgermeisterwahlen 2015 herbe und deftige Niederlagen. Jetzt heißt es Neuordnung, Neustart und harte Arbeit in der Partei und in den Gremien der CDU. Hierfür tritt die junge und neue Führungskraft der Partei an, David Kerkenhoff. Er war natürlich gern bereit, die vier Fragen zu beantworten.


1. Welches sind die wichtigsten Ziele der Kalkarer CDU nach der Neuaufstellung?

Unser wichtigstes Ziel ist es natürlich, zu unserer alten Stärke zurück zu kommen.

Wir müssen verhindern, dass sich die zwei großen Niederlagen 2014 und 2015 wiederholen. Das heißt, dass wir unsere Ohren wieder näher am Bürger haben und insbesondere unsere Entscheidungen besser kommunizieren müssen.

Wir haben einerseits einen jungen und hochmotivierten Parteivorstand und andererseits eine sehr erfahrene und fachkompetente Fraktion. Das findet sich in der Kalkarer Politiklandschaft nirgendwo anders. Für die riesigen Aufgaben, die Kalkar jetzt vor der Brust hat – Haushaltskonsolidierung oder Umstrukturierung der Schulen – ist das ein wichtiger und großer Vorteil.

Wir wollen wieder an unserer guten Arbeit gemessen werden – uns nicht mehr in die Dynamik des Schlechtredens, von halbwahren Anschuldigungen oder einer Basta-Politik hereinziehen lassen.


2. Kalkar hat seine Potentiale in Bezug auf Touristik und Kultur noch lange nicht ausgeschöpft. Wo gibt es hier noch brachliegende Kapazitäten?

Einen wichtigen Stellenwert sollte das Nachnutzungskonzept rund um den Wisseler See haben. Dort liegt ein Rohdiamant, der mit dem richtigen Schliff zu einem hervorragenden Freizeit- und Tourismusziel werden kann, wenn die Kalkarer Politik sich richtig anstellt. Nur mit dem Aufstellen einiger Hinweisschilder ist es aber nicht getan.

Mich persönlich begeistern die Events, die in Kalkar und den Ortsteilen regelmäßig stattfinden, sehr. Sie haben eine magnetische Wirkung auf viele Touristen und das ist auch gut so. Das jetzt erstmals stattfindende "Kalkar on Ice" ist hier ein Paradebeispiel – genauso wie die Stadtfeste, aber natürlich auch die Brauchtumsfeste unserer Karnevalisten und Schützen. Wir wissen um deren Stellenwert für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Die Stadt hat hier in der Vergangenheit einiges geleistet, auch im Hintergrund, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger davon direkt etwas mitbekamen. Wir wollen auch weiterhin, dass die Stadt sich aktiv um deren Erhalt kümmert.

Der kulturelle Bereich lebt von ehrenamtlicher Arbeit. Die politischen Entscheidungsträger sind gut beraten, hier keine Kosten einzusparen oder Gebühren zu generieren; dies gilt insbesondere bei der Jugendarbeit der Vereine. Denn im Vergleich zu anderen Ausgabenposten des Haushalts stellen sich die hier eingesetzten Mittel doch eher gering dar.



3. Welchen Weg schlägt die CDU Kalkar ein, um neue Gewerbe, Industrie und Mittelstand im Standort Kalkar anzusiedeln?

Zuerst muss klar gestellt werden, dass die CDU als Opposition nur Anträge stellen und Empfehlungen abgeben kann.

Steuererhöhungen sehen wir äußerst kritisch; sie würden Kalkar als Wirtschaftsstandort unattraktiver machen.
Das gilt vor allem für die Gewerbesteuer: Jeder Euro, durch den die Gewerbetreibende steuerlich mehr belastet werden, kommt nämlich längst nicht eins zu eins in die Stadtkasse. Deshalb muss man hier sehr sensibel schauen, was möglich ist und was besser nicht gemacht werden sollte.
Kalkar wird aber mittelfristig wohl leider dennoch nicht daran vorbei kommen - fast alle Nachbarkommunen heben ihre Steuersätze an und gerade in Kalkar ist die überwiegend aufoktroyierte Haushaltslage katastrophal.

Darüber hinaus sind genügend Gewerbeflächen sowie die dazu gehörige Infrastruktur, also die Anbindung an den Verkehr und das Internet, ein sehr wichtiger Faktor. Hier hat die CDU in den vergangenen Jahren viel geschafft – siehe den jetzt freigeschalteten Internet-Ausbau in den Ortsteilen. Das war ein sehr wichtiger Schritt. Die Stadt muss auch weiterhin Druck beim Land und der Bezirksregierung machen, damit die B67n endlich ausgebaut werden kann. Auch beim weiteren Breitbandausbau muss die Stadt eine aktive und fordernde Rolle einnehmen.


4. Wo liegen insbesondere die Stärken der neu aufgestellten Mannschaft in Kalkars CDU?

Jünger, weiblicher, multikultureller – so setzt sich der neue Vorstand zusammen. Und so wollen wir auch nach außen wahrgenommen werden.
Vor 2014 fand die Parteiarbeit in der CDU lange Zeit nicht wirklich statt. Die Fraktion musste sich teilweise auch um die Parteiarbeit kümmern. Jetzt sind wir in einer Situation, in der die Partei der Fraktion auf die Finger gucken kann und natürlich auch anders herum. Wir können Entscheidungen so viel besser reflektieren und auf breitere Schultern stellen. Dieses gegenseitige Kontrollieren und Anregen kann nur konstruktiv sein. Auch das gibt es so übrigens nur in der CDU. Wir sind schließlich die mit Abstand mitgliederstärkste Partei.

Die Mitglieder des neuen Vorstands haben teilweise eine ganz andere Perspektive auf politische Arbeit, wie sie der CDU Jahre lang vertraut war. Einige haben frische Ideen aus anderen CDU-Gruppierungen, gerade der modernen Jungen Union mit; andere aus der Vorstandsarbeit im sportlichen, kirchlichen oder gesellschaftlichen Bereich; wieder andere bringen vielgestaltige kulturelle Prägungen mit.
Ich bin mir sicher, dass wir so vom Image der „alteingesessenen betagten Herren“ wegkommen, hin zu einer modernen und wertkonservativen, lebhaften und christdemokratischen Partei.
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2 Kommentare
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Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau | 06.01.2016 | 18:47  
6
Korkut Berdi aus Kalkar | 10.01.2016 | 11:22  
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