Vier Fragen an .... heute: Michael Bay, basisdemokratischer Fels in der (kommunal-)politischen Brandung .... Teil III

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Michael Bay (links im Bild) beim Besuch eines international tätigen Unternehmens in der Kreisstadt Kleve 2015.
Heute nun zu Frage 4 und der ausführlichen, auch für mich sehr überzeugenden Antwort von Michael Bay.

4. Im Lande gibt es seit Anfang der 2000er Jahre immer mehr Arme und Bedürftige, auf der anderen Seite immer mehr Reiche und Einkommens- bzw. Vermögensmillionäre. Wie kann man da gegen wirken, damit alle wieder im menschenwürdigen Wohlstand leben können?

Lieber Willi, dass in diesem Lande immer mehr Menschen immer reicher werden und immer mehr immer Weniger zur Verfügung steht, das ist allerdings ein Prozess, der ja seit Jahrhunderten immer wieder beschrieben wird.
Global muss dagegen genauso eingeschritten werden wie auf europäischer oder auf der jeweils nationalen Ebene.
Zum Ersten muss es gleiche Gesetzesstrukturen geben. Auf nationaler wie internationaler Ebene müssen Banken staatlich kontrolliert werden; der IWF gehört mit sofortiger Wirkung abgeschafft.
Der Aktienhandel per Computer muss abgeschafft werden, also der Handel, bei dem Menschen gar nicht mehr anwesend sind,sondern Computerprogramme bestimmen, ob gekauft oder verkauft wird, die von Attac seit langem geforderten Maßnahmen wie Transaktionssteuern müssen endlich umgesetzt werden. Ökonomische Idiotismen wie PPP (public-private-partnership) oder CBL (cross-border-leasing) müssen untersagt werden.
Der Satz „Privat vor Staat“, der sich schon immer als falsch erwiesen hat, muss aus den Köpfen der Leute verschwinden.
Es darf keine Vereinbarungen und Vertragswerke wie CETA, TTIPP und wie sie alle heißen, geben.
Solche seltsamen Modelle wie Hartz IV gehören sofort in den Papierkorb der Geschichte.
Die Oligopole müssen zerschlagen werden: Es kann etwa nicht sein, dass fünf Großkonzerne weltweit die Produktion von Lebensmitteln bestimmen. Es darf auch nicht sein, dass einige wenige Privatmenschen oder Konzerne, Companies, oder wie immer man sie auch nennt, den Lebensstandard des Restes festlegt.
Es muss ein Mindestlohn eingeführt werden, der die Menschen auch dazu befähigt, ein würdiges Leben zu führen.
Frauen und Männer müssen gleichen Lohn bekommen; derjenige oder diejenige, die zu Hause bleibt, um Kinder zu erziehen, sollte so bezahlt werden, als gehe er/sie weiterhin seinem Beruf nach.
Durch Steuergerechtigkeit könnten ebenfalls mehr allgemeine gerechte Lebensbedingungen hergestellt werden. Je mehr Einkommen, je höher der Steuersatz; wobei alles unter Einkommen fällt.
Wichtig wäre auch die Regionalisierung der Herstellung und der Aufbau regionaler, ökonomisch wie ökologisch nachhaltiger Produktions- und Lebensbedingungen.
Wir müssen uns darüber klar werden, dass die Forderung nach permanentem Wachstum unsere Lebensbedingungen zerstört. Es gibt inzwischen sehr gut durchgerechnete Modelle einer Ökonomie, die sich von Wahngedanken des Wachstums freigemacht hat.
Letztlich geht es also um etwas, dass in den letzten 5 Jahrzehnten nahezu zerstört worden ist: Das Gefühl, besser die Grundhaltung eines solidarischen Miteinanders.


Ich danke dem Michael von ganzem Herzen, er hat sich sehr viel Mühe gemacht, ist für die Leserinnen und Leser in die Tiefen der Materie eingestiegen.

Ich kündige bereits jetzt an, dass u.a. auch die ehemalige NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn meine Fragen beantworten wird.
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3 Kommentare
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 12.02.2016 | 17:54  
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Bernhard Ternes aus Marl | 13.02.2016 | 16:33  
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Heinz Goertz aus Kleve | 25.02.2016 | 20:00  
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