Vier Fragen an .... heute: Thorsten Schäfer-Gümbel, stellvertretender Vorsitzender der Bundes-SPD, Hesse und Sozialpolitiker

Anzeige
Thorsten Schäfer-Gümbel, stellvertretender Vorsitzender der SPD auf Bundesebene (Foto: gen. durch Herrn Schäfer-Gümbel)
Thorsten Schäfer-Gümbel ist ein verläßlicher Politiker, jemand der seine Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger sehr ernst nimmt. Soziale Gerechtigkeit , faire Arbeitsbedingungen und Steuergerechtigkeit sind wesentliche Eckpunkte seiner sozialdemokratischen Einstellung. Auch eine wirkungsvollere Kontrolle der Finanzmärkte gehört zu seinen Überzeugungen. Ungerechtigkeiten geben ihm starken Antrieb, diese zu beseitigen.
Gerne war er bereit, in meiner Serie "Vier Fragen an ...." mitzuwirken.

1. Aktuell - die menschenverachtenden Anschläge in Brüssel. Wo sehen Sie die effektivsten Möglichkeiten, Terrorismus erfolgreich zu bekämpfen?

Wir müssen an den Ursachen des Terrorismus ansetzen und diese bekämpfen. Der Terrorismus breitet sich vor allem in den Staaten aus, in denen nach Revolutionen und während Bürgerkriegen ein Machtvakuum entsteht. Die Weltgemeinschaft muss alles daran setzen, dass diese Staaten stabilisiert werden und die Menschen nicht gezwungen werden, zu hunderttausenden ihr Land zu verlassen.


2. Viele Hilfe suchende Flüchtlinge kommen zu uns, denen wir selbstverständlich helfen sollten. Sehen Sie kurzfristig eine Möglichkeit, dass auch andere europäische Staaten intensiver an dieser Aufgabe mitarbeiten?

Die EU hat einen Flüchtlingspakt mit der Türkei vereinbart, wonach die Verteilung von bis zu 72.000 syrischen Flüchtlingen über einen Schlüssel erfolgt. Dieser Verteilungsschlüssel sieht vor, dass Deutschland rund ein Viertel des Flüchtlingskontingents übernimmt, wie bereits im Juni und September 2015 unter den EU-Mitgliedsstaaten beschlossen. Es ist jedoch klar, dass alle europäischen Staaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen ihren Beitrag leisten müssen. Es darf nicht sein, dass sich einzelne Staaten weigern, Menschen die vor Terror, Krieg und Vertreibung fliehen, aufzunehmen. Ich hoffe, dass die Einigung zwischen der EU und der Türkei ein erster Schritt zu mehr gesamteuropäischer Solidarität ist.


3. Sinkendes Renteniveau, kaum weniger Langzeitarbeitssuchende, wachsende Kinder- und Altersarmut .... wo sehen Sie hier dringenden Handlungsbedarf?

Positiv ist erst einmal, dass zum 1. Juli höchste Rentensteigerung seit 23 Jahren erfolgt. Außerdem hat die SPD in Regierungsverantwortung durchgesetzt, dass Menschen die gearbeitet und 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen können. Dasselbe gilt für Frauen und Männer, deren Gesundheit nicht mehr mitmacht. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat sich dafür eingesetzt, dass es neue Programme zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt gibt. Es ist aber auch klar, dass die Lösungen nicht von heute auf morgen wirken sondern Zeit benötigen. Auch der Mindestlohn trägt dazu bei, das Risiko von Altersarmut zu reduzieren. Trotzdem müssen wir weiter nachsteuern, damit Renten auch in Zukunft auskömmlich sind und zum Beispiel die betriebliche Altersvorsorge verbessern. Kinderarmut ist in einem reichen Land wie der Bundesrepublik beschämend. Wir wollen beste Bildungschancen von Anfang an, gutes und bezahlbares Wohnen, gute Arbeit und guten Lohn für Eltern, leicht erreichbare Beratungs- und Unterstützungsangebote, beste Gesundheitsförderung und passgenaue Sozialleistungen. Diese Maßnahmen sind dazu geeignet, Kinderarmut zu bekämpfen.


4. Halten Sie (übrigens wie ich) die AfD für eine Gefahr für unsere Demokratie?

Ich will die AfD nicht mit Neonazis in einen Topf werfen, aber sie sind Rechtsradikale in Nadelstreifen, die ebenfalls unsere Demokratie gefährden. Wenn Frau Petry oder Frau von Storch über Schüsse auf Flüchtlinge fabulieren, ist nicht nur eine Geschmacksgrenze überschritten. Die AfD zeigt damit das Gesicht der Unmenschlichkeit. Wir werden uns mit der AfD inhaltlich auseinandersetzen und deutlich machen, dass diese Partei den Menschen keinerlei Lösungen für ihre Probleme anbieten wird, sondern sich lediglich auf Hetzte und das Schüren von Ressentiments konzentriert.


Ich bedanke mich bei diesem sympathischen Spitzenpolitiker und sende liebe Grüße nach Hessen.
5
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
3 Kommentare
10.190
Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 23.03.2016 | 19:15  
2.414
Detlef Albrecht aus Menden (Sauerland) | 23.03.2016 | 19:29  
5.326
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 24.03.2016 | 18:00  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.