Weniger Parkplätze auf dem Marktplatz in Kalkar?

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(Foto: Andreas Gebbink)
Kalkar: Marktplatz | Von Andreas Gebbink

Kann es einen schöneren Ort geben, um bei herrlichem Sonnenschein am Abend auf dem Kalkarer Marktplatz zu sitzen oder genüßlich in einem der Restaurants? Ganz ohne Zweifel besitzt Kalkar mit seinem mittelalterlichen Zentrum eine große Trumpfkarte in der Region. „Manche behaupten, dies ist der schönste Platz am Niederrhein“, sagt Verkehrsplaner Hans-Rainer Runge aus Düsseldorf.

Marktplatz
Die Cafés sind gut gefüllt, es ist Leben auf dem Marktplatz – und trotzdem könnte man noch vieles verbessern. Zum Beispiel die Verkehrssituation. Die Stadt möchte nun behutsam einige Änderungen vornehmen und dafür auch Fördermittel des Landes NRW in Anspruch nehmen: „Integriertes Handlungskonzept“ lauten die Zauberworte, mit denen sich die Geldschleusen des Landes öffnen lassen. Am Mittwochabend wurden die Bürger bei dieser Neugestaltung beteiligt. Ein Rundgang durchs Zentrum zeigte, wie man den Verkehr noch besser lenken kann.
Brennpunkt ist der schöne Marktplatz. Denn hier sitzen nicht nur viele Menschen im Café, sondern es parken auch viele Autos auf dem historischen Pflaster. Das ist schön für die Restaurants und Cafés, aber ästhetisch nicht gerade die beste Lösung. Verkehrsplaner Hans-Rainer Runge schlägt daher vor, den Marktplatz zwar nicht gänzlich von Autos zu befreien, aber die jetzt vorhandenen Parkplätze doch um 20 Prozent zu reduzieren.
Ein Vorschlag, der nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Carsten Naß, Mitglied des Stadtrates, sagte: „Wenn ich hier auf dem Markt nicht mehr parken kann, dann werde ich auch am Freitagabend nicht mehr in meine Pizzaria gehen.“ Andere wiederum fanden es gut, wenn weniger Blech auf dem Platz steht. „Ein bisschen Laufen kann nicht schaden“, sagte eine Frau. Zentraler Parkplatz soll am Schwanenhorst sein.
Planer Runge möchte den kompletten Marktplatz neu pflastern. Mittlerweile gibt es viele Wellen und Löcher in dem schönen Rheinkies, auch lässt sich das ursprüngliche Fischgrätmuster nicht mehr erkennen. „Es müsste alles aufgenommen und neu verlegt werden“, sagt Runge. Zentral soll dann ein Klinker-Streifen eingearbeitet werden, damit auch Menschen im Rollstuhl den Platz queren können.

Altkalkarer Straße

Nächste Baustelle ist die Altkalkarer Straße, die Hauptzufahrt in den Ortskern. Täglich fahren hier 7000 Autos, Busse und Lkw. Fußgänger und Radfahrer haben hier kein sicheres Leben, zu eng wird die Wegeführung durch Blumenkübel und vier Stellplätze. Alle Bürger waren der Meinung: „Diese Blumenkübel sind so überflüssig wie ein Kropf“.
Planer Runge schlägt vor, den Zweirichtungsverkehr beizubehalten, aber die Geschwindigkeit noch einmal deutlich zu reduzieren. Nur noch Schrittgeschwindigkeit soll erlaubt sein.

Grabenstraße

Wenn diese Maßnahmen durchgeführt werden, wird es mehr Verkehr auf der Grabenstraße geben, ist sich Planer Runge sicher. Daher müsste der Verkehr von der Grabenstraße besser abfließen. Es wird vorgeschlagen, die Straße direkt über die Xantener Straße an den großen Kreisverkehr B 57/Rheinstraße anzubinden. Dies wurde bislang noch aus Kostengründen abgelehnt.
Eine deutliche Verbesserung müsse es auch am Schulzentrum geben: Hier sieht der Plane eine Verkehrsinsel auf der Grabenstraße vor, damit die Schüler sicher die Straße queren können. Zahlreiche Autos der Eltern würden hier die Straßen verstopfen.

90 Busse für 120 Fahrgäste

Zur Verbesserung der Verkehrssituation wird auch eine Änderung der Buslinie angestrebt. Es fahren täglich 90 Busse den Kalkarer Marktplatz an. Aber nur 120 Fahrgäste steigen hier am Tag aus.
Ziel ist es, den Schulbusverkehr nicht mehr durch die Innenstadt zu führen, sondern auf die Hauptwege umzuleiten.
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