Kalkarer Pfadfinder übergeben an die Jugendfeuerwehr Kalkar

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Pfadfinderstamm St. Benedikt Kalkar (Foto: Übergeben von Lutz Kühnen, Kalkar, Text und Bild)
Fortbestand einer Jahrzehnte alten Kalkarer Tradition ist gesichert!

Es war wohl im Jahr 1983, als sich Karl Mott, damals Mitglied im Pfarrgemeinderates, nach einer Reise mit seiner Frau Gabriele nach Namibia dazu entschloss, Spendengelder für namibische Kindergarten- und Schulkinder in Epukiro und Dornfelder Internate, die von Hiltruper Schwestern - u.a. von Sr. Adeline Terhorst und Sr. Theresia Sak aus Griethhausen - in diesem Land zu sammeln. Nach einigem Hin und Her war die passende Idee geboren: „Rebbes“!
Nach dem alten Familienrezept von „Oma Mott“ fing die Kalkarer Missio Gruppe damit an, auf den traditionellen Märkte auf dem historischen Marktplatz „Kalkarer Rebbes“ anzubieten. In den Anfängen versuchten es die zahlreichen fleißigen Helfer mit haushaltsüblichen Bratpfannen. Allein die Nachfrage war nicht zu bewältigen. Also musste eine größere Pfanne her, eine professionelle. Diese kam anfänglich vom „Bürter“ anschließend auch mal von „Mettwurst Thönis“. Allein die Herausforderung blieb: die Rebbes konnten nicht so schnell gebraten werden, wie die Kalkarer und ihre Besucher sie gerne essen wollten. Daher wurden nach und nach insgesamt drei eigene gasbetriebene Bräter angeschafft. Jetzt war das zügige Braten kein Problem mehr, dafür wurden die zu schälenden Kartoffelberge, häufig vom „Bauern Franken“ für die gute Sache gespendet, zur Herausforderung.
„Waren es beim ersten Mal nur sieben Eimer Teig“, lacht Gaby Mott, „wurden es zu den Hochzeiten fünf Zentner, die geschält werden wollten. Zunächst an verschiedenen Orten und immer mal wieder in geänderter Besetzung wurden die „Pippertjes“ auch schon mal bei Motts im Keller geschält. Dazu gab’s auch manches Mal Kaffee und Kuchen oder auch einen Film aus Namibia. Fast wehmütig erinnert sich Gaby Mott an diese vielen schönen Stunden in der Gemeinschaft der fleißigen Helfer. Insgesamt waren 80 fleißige Helferinnen und Helfer beim Auf- und Abbau der Hütte, dem Schälen der Kartoffeln, der Zubereitung des Teigs sowie dem Braten und Verkauf der Rebbes engagiert.
Im Jahr 2003 waren die Kräfte der Helfer und Unterstützer aufgezehrt. Die damals schon zwanzigjährige Tradition einfach aufzugeben kam für keinen der Beteiligten in Frage. So ergab es sich, dass Thorsten Stickeln, damals wie heute Stammesvorsitzender der Kalkarer Pfadfinder, von seinem ehemaligen Lehrer Karl Mott ermutigt wurde, die herausfordernde Aufgabe mit den deutlich jüngeren Pfadfindern zu übernehmen. Da sich die Kalkarer Rebbes als gute Einnahmequelle zur Finanzierung der Pfadfinderarbeit in der Nicolaistadt präsentierten war, erfolgt die Zusage umgehend. In den Folgejahren wurden, anfänglich noch mit der Unterstützung einiger immer noch interessierter Mitarbeiter, viele Zentner Kartoffeln mit vom Geflügelhof Schellenberger gespendeten „Knickeiern“ (die übrigen Zutaten sind natürlich streng geheim!) von Hand zu ungezählten Eimern Teig vermengt. Nach einem Dutzend weiterer Jahre erschien es nun erneut an die Zeit gekommen, die Weiterführung dieser schönen Tradition weiterzugeben. Lutz Kühnen, seit knapp dreißig Jahren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und noch länger bei den Pfadfindern in Kalkar ehrenamtlich aktiv, freut sich diese Weitergabe eingefädelt zu haben. Es brauchte keine Überredungskünste, um die Leitung der Jugendfeuerwehr Kalkar dafür zu gewinnen, die dritte Generation Rebbesbräter zu werden. Und somit können sich alle Kalkarer und Gäste des Nikolausmarktes auch in diesem Jahr (28. u. 29.11.) wieder auf die „Original Kalkarer Rebbes“ freuen. Guten Appetit!

Text und Foto von Herrn Lutz Kuehnen, Repräsentant des Pfadfinderstammes St. Benedikt Kalkar
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4 Kommentare
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 09.11.2015 | 17:32  
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Beate Haack aus Emmerich am Rhein | 09.11.2015 | 18:34  
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 09.11.2015 | 20:02  
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Beate Haack aus Emmerich am Rhein | 10.11.2015 | 09:22  
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