Schöner Schein und Mord: Heinrich Peuckmanns neuer Krimi dreht sich um „Tarnbriefe“

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Heinrich Peuckmanns neuer Krimi "Tarnbriefe" dreht sich um Doppelmoral und Scheinheiligkeit.
 
Heinrich Peuckmann präsentiert seinen neuen Roman. (Foto: Heinrich Peuckmann)
Kamen: Stadtspiegel |

Heuchelei und Doppelmoral – und der ein oder andere Mord – sind die zentralen Themen in Heinrich Peuckmanns neuestem Krimi „Tarnbriefe“ um seinen pensionierten Kommissar Bernhard Völkel.

Eigentlich will Völkel seit seiner Frühpensionierung nichts mehr mit Verbrechen zu tun haben, aber irgendwie konnte er es in den bisherigen fünf Krimis doch nicht lassen. In „Tarnbriefe“ ist aber fast unschuldig; seine Tochter Kathrin bittet ihn, ihrer guten Freundin Simone zu helfen. Diese fühlt sich seit einigen Tagen verfolgt. Völkel übernimmt den Fall (der in seinen Augen erst gar keiner ist) und stolpert in eine Geschichte rund um Lügen und den schönen Schein, in der er am Ende sogar in tödliche Gefahr gerät.
Der Leser kann an mehreren Stellen dank Heinrich Peuckmanns schnörkelloser und direkter Sprache wieder an den Gedanken des Täters teilnehmen und dessen Taten dadurch besser nachvollziehen. Auf das Thema der Tarnbriefe ist Peuckmann durch einen Zeitungsartikel gestoßen. „Ich habe dann mal in meinem Freundes- und Bekanntenkreis rumgefragt und stellte fest, dass nur ganz wenige wussten, worum es dabei geht“, verrät der Autor. „Es gibt eine Berufsgruppe, die von der Scheinheiligkeit der Leute lebt.“
Einiges von Peuckmann steckt in seiner Romanfigur. „Völkel ist etwa im selben Alter wie ich und BVB-Fan. Ab und an schiebe ich ihm einen Gedanken von mir unter“, sagt er schmunzelnd.
Das Thema Treue und Scheinheiligkeit ist Peuckmann wichtig. „In meinen Romanen bemühe ich mich immer, auch die Gesellschaft darzustellen.“ Durch Völkels Widerwillen gegenüber seinen heuchlerischen Mitmenschen zeigt Peuckmann, was er von deren Verhalten hält.
Auch Völkels Privatleben spielt wieder eine Rolle. Seine Beziehung zu Anita, die er in „Angonoka“ kennengelernt hat, hat sich gefestigt. Aber auch seine Kinder und Enkel tauchen auf oder werden erwähnt. „Seine Tochter Kathrin will ja eigentlich nicht, dass er weiter Verbrechen aufklärt. Aber jetzt ist ausgerechnet sie es, die ihn in den Fall hineinbringt“, sagt Peuckmann lachend.
In Tarnbriefe lernt der Leser viele unterschiedliche Ecken Dortmunds kennen – von der etwas heruntergekommenen Nordstadt bis zum idyllischen Rombergpark. „Beim Schreiben weiß ich schon oft, welche Orte ich für den Roman nehmen kann. Manchmal fahre ich aber auch Gegenden mit dem Auto ab“, erklärt Peuckmann. Kneipen oder ein Schokoladencafé, das der Autor auch selbst besucht, finden ihren Platz im Roman. Der Altar in der Petrikirche, den Völkel am Anfang des Buches bewundert, wurde übrigens von einer ehemaligen Schülerin Peuckmanns restauriert.
Wer auf die Angabe von bestimmten Ereignissen achtet, kann auf den Tag genau bestimmen, wann die Geschehnisse stattfinden: Peuckmann hat reale Ereignisse des Jahres 2015, wie etwa Jürgen Klopps letztes Spiel als BVB-Trainer oder den Tod einer Löwin im Dortmunder Zoo, passend eingebaut. Vor allem dem Fußballspiel kommt eine ganz besondere Bedeutung zu – als Kulisse für einen Mord. „Ich habe genau zu der Zeit das Buch geschrieben“, sagt Peuckmann.

Der Krimi „Tarnbriefe“ von Heinrich Peuckmann hat 218 Seiten, ist im Lychatz-Verlag erschienen und kostet 9,95 Euro. ISBN 978-3-942929-41-7.
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