Ein Asiate in Dortmund! Stille Künstler! Ruhrpott Wahrnehmung trifft auf östliche Mystik

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21.04.2015. Dortmund Innenstadt. Ich sitze mit einer Verabredung in der Sonne und genieße etwas kühlendes. Nebenbei beobachten wir einen Künstler, der komplett in Silber angemalt und angezogen ist und nur still da steht.

Während mir meine Begleitung erklärt, dass diese stummen Künstler für ihn einen stummen Protest gegen den Kapitalismus darstellen, überlege ich laut, ob sie wirklich eine Botschaft geben wollen oder ob die Künstler vielleicht einfach die Art mögen, stundenlang still zu stehen um ihre Kunst und persönlichen Gedanken darzustellen. In diesem Moment mischt sich ein Mann in das Gespräch ein.
Er stellt sich vor als Aang.
Aang verbringt seine Zeit zwischen München, Dortmund und Hongkong, als
Vertreter eines international tätigen Konzerns und fand es interessant,
was wir zum stillen Künstler dachten.
Er selber dachte nämlich, dass der Künstler eine alte Zen Technik imitiert,
um eins mit seinen Gedanken zu werden. Das es eine Form von Steh und Atemtechnik ist, was der Künstler darstellt.
Ich erzählte Aang, dass ich es interessant finde menschliches Verhalten
und Wahrnehmung zu erforschen und darüber zu schreiben und frage ihn,
ob er mir seine Wahrnehmung beschreiben möchte. Er sagt ja und ist auch
damit einverstanden, dass ich darüber schreibe.

Ich finde es immer sehr interessant eine ganz andere Sichtweise
kennenzulernen. Aang ist zudem geprägt durch eine ganz andere
Umgebung und Philosophie und ich war fasziniert von unserem
Gespräch und bin dankbar dafür.
Aang beschrieb mir, dass er den Künstler sah und an alte Bilder gedacht habe,
die an der Wohnzimmerwand seiner Mutter hingen. Zen Mönche in
verschiedenen Posen der Meditation.
Still sein. Eins sein, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind wichtig in der östlichen Mystik. Daher dachte Aang, dass der Künstler diese besonders belebte Gegend ausgesucht hat, um eine tiefere Bewusstseinsebene zu erreichen. Die Bekämpfung des Lärmes um ihn und die Beherrschung des Körpers, so dachte Aang, sollten dem Künstler auf eine höhere Bewusstseinsebene verhelfen.
Wir unterhielten uns noch eine Weile über Wahrnehmung und welche Bedeutung
Herkunft und Erziehung in Kombination mit unseren Erfahrungen
dabei haben könnten, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen. Aang hat mir zugesagt,
gerne für Fragen da zu sein, wenn ich mehr über Herkunft und Wahrnehmung schreiben möchte, was ich dankbar begrüße.

Dortmund ist immer für eine Erfahrung und Reise gut. Hier kann man verschiedene Menschen kennenlernen und verschiedene Erfahrungen machen und natürlich die Innenstadt mit ihren Attraktionen genießen.

Ich empfinde es immer als Privileg, mich mit verschiedenen Menschen, verschiedener Herkunft, unterhalten zu können, oder ihnen nur zuzuhören
und zu erkennen, wie anders andere Menschen wahrnehmen.

Ich komme mit einer Äußerung des französischen Philosophen Henri Bergson (1859 - 1941) zum Ende;
"Die letzte Wirklichkeit ist ein Gespinst aus Verbindungen, aus dem das Gehirn den größeren Wirklichkeitszusammenhang herausfiltert".
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2 Kommentare
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 22.04.2015 | 10:14  
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Aysegül Yörük aus Kamen | 22.04.2015 | 11:15  
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