Eine „Adoption“ durch Bloomfield: Claude Canaday regte Bloomfields Patenschaft mit Kamen an

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In der Mitte: General Lucius D. Clay, (1897 – 1978), bei seinem Besuch in Kamen. Clay war von 1947 bis 1949 Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland. Er gilt mit Adenauer und Schumacher als einer der Gründer der Bundesrepublik Deutschland; rechts daneben Stefan mit seiner Frau. (Foto: Stadtarchiv Kamen)
Kamen: City |

Der gebürtige Kamener Rolf Lepke recherchiert über die Patenschaft Bloomfields mit Kamen in den 1940er-Jahren. Dabei erfuhr er auch einiges über den Initiator Claude Canaday.

Ein Anlass für Lepkes Recherche war der Tod des Sohnes eines ehemaligen Paten aus Bloomfield namens Julian Canaday am 7. Juni dieses Jahres. Dessen Vater, der Farmer Claude Canaday (1896–1988), gilt als treibende Kraft hinter der Patenschaft. „Die Bewohner Bloomfields im Staate Nebraska haben beschlossen, die deutsche Stadt Kamen, im Kreis Unna, zu adoptieren. Dieser Beschluß geht zurück auf die Initiative des für seine privaten Hilfsleistungen nach Europa bekannten Bloomfielder Bürgers Claude Canaday“, schrieb 1948 die Westfalenpost.
Julian Canady lebte sein ganzes Leben auf der Farm seiner Eltern Claude und Grace Canaday im Norden von Bloomfield, das übrigens im 18. Jahrhundert von deutschen Einwanderern gegründet worden war. Sein Vater war für das vom Krieg gebeutelte Kamen von großer Bedeutung.
Auf eigene Kosten reiste Claude Canaday im Oktober 1948 und im Juni 1949 nach Kamen. Er wollte „seine“ Stadt kennenlernen, sich aber auch dafür einsetzen, dass unter anderem die Fabrik Hermann Klein, die Achslager und andere Eisenbahnteile produzierte, weiterarbeiten konnte. Die Fabrik war zur Demontage vorgesehen. Der damalige Stadtdirektor Kamens hatte ihm einen Brief geschickt, damit die Firma nicht demontiert werde. Bei seinem Besuch in Kamen setzte sich Canaday dafür ein, dass die Pläne endgültig vom Tisch kamen – und hatte damit tatsächlich Erfolg. Auch auf die Nachbarstadt Bergkamen, in der es ähnliche Probleme mit einer Fabrik gab, weitete der Bloomfielder seine Bemühungen aus. In einem Brief schrieb Canaday im Juli 1965 an den damaligen Kamener Bürgermeister Beckmann: „In unserem ersten Hilfsangebot hofften wir, nur Ihre Bürger etwas zu ermutigen, wo doch die Leiden und die Hoffnungslosigkeit so groß war. Wir waren froh, daß Sie unser Angebot annahmen und sind stolz darauf, die Bürger der Stadt Kamen als unsere Freunde nennen zu können.“
„Ich versuche, das ganze Material durchzusehen, um zum Jubiläum der ‚Adoption‘ fertig zu sein. Anderthalb Jahre habe ich dafür ja noch Zeit“, sagt Lepke, der 1952 geboren ist. Sein älterer Bruder hat ihn auf das Thema gebracht. „Er gab mir eine Mappe mit vielen Unterlagen.“

Der dritte Teil folgt hier.
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