Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich gedreht. Inzwischen müssen sich die Unternehmen gut präsentieren, um für die dringend benötigten Fachkräfte attraktiv zu sein. Wie man diese neuen Problemstellungen meistern könnte, diskutierten Experten aus allen beteiligten Bereichen unter der Leitung von Thomas Horschler.
Christoph Hölscher, Berufswahlkoordinator an der Anne-Frank-Realschule in Unna sagte: „Wir gehen auf die heimischen Unternehmen zu, bieten Zusammenarbeit an und treffen auf offene Ohren“. So zum Beispiel beim Kamener Unternehmen Durable Hunke & Jochheim GmbH & KG. Geschäftsführer Matthias Laue erklärte, dass der Ausbildungsleiter in der Schule den potentiellen zukünftigen Mitarbeitern die Ausbildungsmöglichkeiten vorstellt.
Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, Werner Bastin, berichtete von einer Initiative, in deren Verlauf 48 junge Menschen aus Spanien in heimischen Unternehmen ausgebildet werden sollen. Geplant sei, dass sie nach bestandener Prüfung zurückkehren in die Heimat und helfen, die strukturellen Probleme dort zu lösen. „Vielleicht bleibt aber auch der eine oder andere nach der Ausbildung hier bei uns. Schließlich verlieben sich jungen Menschen auch schon einmal“, so Bastin augenzwinkernd. Das dies nur einer von mehreren Lösungsansätzen sein könne, stimmte Hendrik Wüst, MdL und wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zu. Er formulierte eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Bevor man über Zuwanderung redet, muss man erst einmal die an die Schüppe kriegen, die wir hier haben“.
Thomas Neuhaus, stellvertretender Leiter des Jobcenters im Kreis Unna, sieht dabei allerdings auch die effizienteste Arbeitsvermittlung irgendwann an ihre Grenzen stoßend – spätestens dann, wenn man Langzeitarbeitslosen ohne Berufsausbildung und ohne Motivation erst noch einen Mobilitätskurs verordnen muss. „Manche Menschen wissen schlichtweg nicht, wie sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Weg zur Arbeitsstelle bewältigen könnten“.
Die knapp zweistündige Diskussion endete mit der Erkenntnis, dass trotz aller gemeinsamen Bemühungen von Unternehmen, Schulen, Arbeitsvermittlungen und Politik der Grundstein für eine gute Fachkraft im Elternhaus gelegt wird. Frank Murmann abschließend. „Was in der Erziehung versäumt wird, kann die Gesellschaft schwerlich nachholen“.





