Hund bei der Hitze im Auto: Polizei mal als "Einbrecher" unterwegs

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„Mit einer Körpertemperatur von 42°C kam dieser Hund zu uns. Ab 43°C denaturiert, also stockt das Eiweiß im Körper und der Hund stirbt. Dieser hier hat es zum Glück nochmal geschafft“, erklärt Tierärztin Susanne Menke aus Rösrath, die uns das Foto zur Verfügung gestellt hatte.
 
So schnell steigt die Temperatur im Auto an. Quelle/Grafik: www.lilliput-lounge.de

Es herrschten 29 Grad Außentemperatur, als ein Streifenwagen letzten Samstag (10. September) auf einem Hammer Parkplatz im Einkaufszentrum um Hilfe gerufen wurde. Zeugen meldeten zwei Hunde in einem verschlossenen Transporter - nicht einmal die Fenster waren einen Spalt geöffnet.

Das Kennzeichen des Transporters wurde ausgerufen, doch niemand meldete sich. Um das Leben der Hunde zu retten, versuchten die Beamten die Tür des Transporters aufzuhebeln.
In diesem Moment erschien der Hundebesitzer. Doch statt den Polizisten zu danken, wurde er aggressiv. Er bedrohte und beleidigte die Ordnungshüter.

Aus aktuellem Anlass erinnern wir daher an einen Fall aus dem letzten Sommer:

Denn so sieht es aus, wenn Herrchen oder Frauchen bei diesen Temperaturen den Hund im Auto vergisst: In der Tierarztpraxis hängt ein halbtotes Tier am Tropf. „Mit einer Körpertemperatur von 42°C kam dieser Hund zu uns. Ab 43°C denaturiert, also stockt das Eiweiß im Körper und der Hund stirbt. Dieser hier hat es zum Glück nochmal geschafft“, erklärt Tierärztin Susanne Menke aus Rösrath, die uns das Foto zur Verfügung gestellt hatte.

Mal eben in den Supermarkt

Mal eben im Supermarkt einkaufen, der Hund bleibt im Auto. Eine fatale Entscheidung, wenn die Sonne scheint. Innerhalb von Minuten heizt sich das Fahrzeug auf, der Vierbeiner schwebt in Lebensgefahr.
„Kinder und Hunde gehören im Sommer nicht in verschlossene Autos.“ Zu welchen katastrophalen Konsequenzen das führen kann, weiß auch der Bönener Tierarzt Ralf Thormann aus seinem Praxisalltag zu berichten.
Ab 20 Grad Celsius Außentemperatur wird es für Hunde im Inneren eines Fahrzeuges nicht nur unerträglich, sondern zudem gefährlich. Schon wenige Minuten in praller Sonne reichen, um die Vierbeiner in einem parkenden Auto in Lebensgefahr zu bringen. „Hundehalter unterschätzen die Gefahr. Es ist nicht damit getan, dem Tier Wasser ins Auto zu stellen. Der Vierbeiner kollabiert schnell.“

Lebensgefahr

Die Körpertemperatur des Tieres steigt rapide an. Hecheln allein hilft bei dieser Hitze nicht. Die Atemluft im Auto ist für den Hund so heiß, dass seine natürliche Kühlung nicht funktionieren kann. Ab 43°Celsius denaturiert - also stockt das Eiweiß im Körper - und der Hund stirbt.

Tierfreunde Kamen

Regina Müller von den Tierfreunden Kamen agiert spontan, wenn sie einen Hund im Auto eingesperrt entdeckt: „Da überlege ich nicht lange und rufe schnellstens die Polizei“, erklärt die Vorsitzende. „Im Notall würde ich sogar eine Scheibe einschlagen, um das Tier zu retten.“
Angst, dass sie verklagt werden könnte, hat sie nicht: „Das nehme ich in Kauf. Die meisten Leute haben meiner Meinung nach keine Courage und wissen in solchem Fall nicht, was zu tun ist.“

Darf man im Notfall die Scheibe einschlagen?

Der Kamener Rechtsanwalt Gerrit Rethage dazu: "Der geschädigte Autobesitzer könnte wegen Sachbeschädigung Anzeige erstatten und auf Schadenersatz klagen. Es handelt sich immerhin um die Beschädigung fremden Eigentums. Aber auch hierbei gilt: Der Einzelfall entscheidet. Am Besten sofort, wie im vorliegenden Fall, die Polizei alarmieren!"
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2 Kommentare
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Karl-Heinz Hohmann aus Unna | 13.09.2016 | 16:06  
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Hanni Borzel aus Arnsberg | 19.09.2016 | 17:37  
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