Sicher in Deutschland angekommen? - Trotz Asyl dem Tode geweiht

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Sämtliche Kosten für die Dialyse und für notwendige Medikamente übernimmt zur Zeit das Sozialamt. Foto: Jungvogel

Amjad Ali Baluch ist krank, todkrank. Vor einem Jahr musste der 30-jährige Familienvater aus seinem Heimatland Pakistan fliehen. Seine Frau und den damals drei Monate alten Sohn konnte er nicht mitnehmen.

Im Asyl - in Bergkamen angekommen, durfte Amjad erst einmal aufatmen. Er war mit dem Leben zwar davon gekommen, doch die Sorge um das Schicksal seiner Familie war groß. Zudem hatte er starke Schmerzen im Rückenbereich.
Im Krankenhaus in Kamen stellten die Ärzte dann fest, dass der Pakistaner schwer erkrankt war. "Terminale Niereninsuffizienz" lautete die erschütternde Diagnose. Betroffen seien beide Nieren.
"Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die über eine fortschreitende Vernarbung der Nierenfilter und des Nierengewebes zu einem vollständigen Funktionsverlust der Niere führt", teilten ihm seine Fachärzte mit.

Genauer gesagt: Endstadium (Stadium V).

Hat die Niereninsuffizienz das Endstadium erreicht, sammeln sich Stoffe, die der Körper normalerweise mit dem Harn ausscheidet, im Blut an - es kommt zur Harnvergiftung.
Dreimal muss Amjad pro Woche zur Dialyse. Die Behandlung ist für den 30-Jährigen sehr anstrengend und dauert mehrere Stunden. Dennoch gibt der junge Mann nicht auf. Auch wenn er sich keine Hoffnung auf eine reguläre Spenderniere macht. "Die Ärzte sagen, dass die Wartezeit auf ein Spenderorgan acht bis neun Jahre beträgt", erklärt er in gebrochenem Deutsch und Englisch.
Seine einzige Hoffnung sei seine Frau, sagt er. Sie sei bereit, ihm schnellstens eine Niere zu spenden.
Doch seine Ehefrau darf nicht einreisen. Er habe schon alles versucht. Selbst bei Roland Schäfer bei "Bürgermeister vor Ort" auf dem Samstagsmarkt sei er gewesen.
"Er war auch sehr nett und versprach zu helfen, wo er nur könne", erklärt Amjad. Doch dabei sei es dann geblieben.
Am 16. Juli ließ der Bürgermeister über sein Büro schriftlich mitteilen, dass die Stadt Bergkamen nicht über die Erteilung eines Visums für seine Ehefrau entscheiden könne.
Zudem stelle sich die Frage: Wer übernimmt die Kosten einer Nierentransplantation?
Da Amjad Ali im Moment keinen Aufenthaltstitel hat, sei er auch nicht krankenversichert. Das heißt, dass niemand die Kosten für die Nierentransplantation übernimmt. Das Sozialamt übernimmt derzeit lediglich die Kosten für die Dialyse.
Abschließend ließ der Bürgermeister in seinem Brief mitteilen: "Laut Mitteilung Ihres behandelnden Arztes ist Ihre Dialyse derzeit gut eingestellt. Sie brauchen sich keine Sorgen machen und können in Ruhe abwarten, ob Sie einen Aufenthalt in Deutschland bekommen. Alles Weitere ergibt sich dann."

Die Chronik seines "Asylmarathons":


Die Hoffnung stirbt zuletzt: Flüchtling Amjad Baluch aus Pakistan ist todkrank

Das Schicksal selbst in die Hand nehmen

Ende gut, alles gut: Amjad darf bleiben!
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