Wenn Wände erzählen könnten: Von Horrorhäusern und Liebesnestern

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Sicherlich könnte das Fachwerkhaus in der Kämerstraße so manche Geschichte erzählen, schließlich hat es über 450 Jahre „auf dem Buckel“. (Foto: Anja Jungvogel)

Menschen gehen, Mauern bleiben: Viele Gemäuer hätten so manche Geschichte zu erzählen - wenn sie könnten...

„Eine Frau, die in diesem Haus lebte, hat sich in den Brunnen gestürzt, weil ihr Mann sie so schlecht behandelt hat!“ Sicherlich kennt jeder schaurige oder schöne Geschichten, die mit Häusern in Zusammenhang gebracht werden.
In der Kämerstraße 5 steht das älteste Haus Kamens: Anno 1550 hat es viele Kriege und Katastrophen überstanden, vielen Menschen ein Dach über dem Kopf gegeben, viele Gespräche mitgehört, viel Schönes und sicherlich auch viel Schlechtes gesehen.

Der Holzschuh im Balken


Eine kleine Geschichte hat das Haus im Jahre 1952 preisgegeben: Bei Umbauten wurde ein Paar winzige Holzschuhe gefunden, wohl die Schuhe eines Kleinkindes. Das Paar steckte in der Höhlung eines Eichenbalkens unter einer dicken Lehmschicht. Anscheinend wurde damit einem mittelalterlichen Brauch Rechnung getragen: Damals wurde in wichtigen Bauten etwas Wichtiges eingemauert. Zum Glück wurden die Schuhe eines Kindes als ein Symbol für Leben verwendet. Anscheinend hat das Ritual dem Kamener Haus Glück gebracht, überstand es doch gleich mehrere Brände im 16. und 17. Jahrhundert.
Eine eher düstere Geschichte hat ein Haus in der Lothar-Erdmann-Straße in Bergkamen zu erzählen: Zweimal brannte es, eine Frau wurde dort erschossen, eine andere vergewaltigt. Wie kann es sein, dass sich in einem Haus binnen weniger Jahre gleich mehrere Katas­trophen ereigneten?

Heinrich Heine mochte Unna


Das Haus Am Markt 13 in Unna würde vielleicht stolz darauf sein, gleich zwei Mal den promineten Dichter Heinrich Heine beherbergt zu haben. 1821 besuchte der Dichter erstmals die Hellwegstadt und logierte im „Zum König von Preußen.“ Über diesen Besuch berichtete Heine: „Der September 1821 schwebt mir noch zu sehr im Gedächtnis. Die schönen Thäler um Hagen, der freundliche Gastwirt Overweg in Unna, die angenehmen Tage in Hamm. – Man muß zu Fuß, und zwar wie ich, in Landwehrtagemärschen, Westfalen durchwandern, wenn man den kräftigen Ernst, die biedere Ehrlichkeit und anspruchslose Tüchtigkeit seiner Bewohner kennen lernen will.“
Anscheinend ist ihm der Abstecher nach Unna in guter Erinnerung geblieben, übernachtete er im Jahre 1843 wieder dort und widmete diesem Erlebnis Erwähnung in seinem Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen."

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Gabriele Bach aus Witten | 15.10.2014 | 12:33  
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