Yom Hashoah, der Tag des Gedenkens und der Marsch der Lebenden

Anzeige
16. April 2015, Yom Hashoah, Israel gedenkt der Opfer des Holocaust.
Zur Eröffnungszeremonie am Vorabend des Yom HaSchoah werden sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen.

Im gesamten Land heulten auch Heute um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen.
Es wurde den Opfern des Holocaust gedacht.
Der öffentliche Nahverkehr und fast alle anderen Fahrzeuge hielten an, die meisten Passanten blieben schweigend stehen. Ein Volk wird eins in Trauer, Schmerz und Erinnerung. Zu Füßen der sechs Fackeln in Yad Vashem werden Kränze von Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen Überlebender niedergelegt.

Während Yom Hashoah sind sehr viele öffentliche Einrichtungen in Israel geschlossen. Fernsehen und Radio senden Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Fahnen wehen auf halbmast.
Bei Gedenkveranstaltungen wird das Gebet El male rachamim vorgetragen.

Zeitgleich liefen Heute tausende Menschen, unter ihnen sehr viele Schüler, in Auschwitz den Marsch der Lebenden. Seit 1988 findet in Auschwitz der Marsch der Lebenden statt. Zur Erinnerung und zur Mahnung und in der Hoffnung, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen.

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz flatterten Heute im Wind Flaggen aus Argentinien, Mexiko, Südafrika und etlichen anderen Staaten. Viele Jugendliche waren in israelische Flaggen eingehüllt.

Alleine aus Österreich waren rund 400 Schüler angereist.

„Erinnern als Bildungsauftrag“

Erinnerungskultur sei ein Bildungsauftrag, gerade auch, weil Österreich lange die Auseinandersetzung mit der Geschichte gescheut habe, sagte
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek .
„Vergangenheitsbewältigung ist ein Zukunftsprojekt.“
Es gehe darum, die Jugend zu sensibilisieren und gegen Antisemitismus und Rassismus immun zu machen. Das Unterrichtsministerium unterstützt das Projekt finanziell seit 1988.

Im etwa drei Kilometer entfernten eigentlichen Vernichtungslager Birkenau fand anschließend eine Gedenkfeier mit Überlebenden und Zeitzeugen statt.
Auschwitz-Birkenau war das größte der deutschen Todeslager im besetzten Polen. Unter den mindestens 1,1 Millionen Opfern waren etwa eine Million jüdischer Häftlinge, die oft gleich nach der Ankunft der Deportationszüge aus ganz Europa in den Gaskammern von Birkenau ermordet wurden. Frauen mit Babys zuerst, wie Oskar Gröning mal sagte.

Zeichen gegen Hass und Intoleranz

Ich komme zum Ende, mit den Worten von Piotr Cywinski,
Direktor des Museums von Auschwitz-Birkenau
"Es ist schwer, das Grauen von Auschwitz begreifen zu wollen.
Deshalb ist es so wichtig, möglichst vielen Menschen an Ort und Stelle des größten Massenverbrechens aller Zeiten zu zeigen, wozu Hass und Intoleranz letztendlich führen können. Bald wird es keine ehemaligen Häftlinge, keine Zeitzeugen mehr geben. Ich hoffe, dass die zuständigen Entscheidungsträger dafür sorgen werden, dass es in Europa schwierig bleibt, ein verantwortungsbewusster Bürger zu sein, ohne Auschwitz zu kennen."

March of the Living
http://motl.org/
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.