Bönen: Waschbär überfahren - was nun?

Anzeige
Ein ausgewachener Waschbär ist unweit der ehemaligen Ermelingschule überfahren worden. Fotos(2): Jungvogel

Im Kreis Unna sind in den letzten Jahren vermehrt Waschbären gesichtet worden - in Hessen seien sie übrigens schon lange beheimatet. Heute morgen lag ein totes Tier unweit der Ermelingsschule auf der Straße - wahrscheinlich angefahren. Was ist zu tun?

Ein paar "Schaulustige" hielten mit ihren Autos an, Fußgänger eilten herbei und umlagerten das tote Wildtier.
Niemand dachte scheinbar zunächst daran, die Unfallstelle abzusichern und die Polizei zu informieren. Dabei gibt die Leitstelle des Kreises Unna (Tel. 02303/16001) den Vorfall an den zuständigen Jagdpächter oder den Revierförster weiter und kümmert sich umgehend um die Angelegenheit.

Es gibt übrigens auch ein relativ neues Gesetz zum Thema

Wer mit einem Fahrzeug unterwegs ist und einen Wildunfall hat, muss die Polizei rufen. Andernfalls droht ein Bußgeld. Auf diese Pflicht, die seit kurzem nach dem Landesjagdgesetz in NRW gilt, macht die untere Jagdbehörde des Kreises Unna aufmerksam.
Hintergrund dieser Neuregelung ist der Tierschutz.
Die Meldepflicht gilt selbstverständlich auch, wenn das Tier „nur“ verletzt wurde und weggelaufen ist. Die Polizei informiert dann den für das Gebiet zuständigen Jagdausübungsberechtigten. Dieser entscheidet, was mit dem Tier weiter geschieht bzw. wie und wo eine Suche stattfindet.
Auf keinen Fall darf das Tier ins Auto geladen und abtransportiert werden. Auch nicht, um es zu einem Tierarzt zu bringen.

Schaden durch Wildunfall am Fahrzeug - Was deckt die Versicherung ab?

Die Teilkasko-Versicherung übernimmt nicht jeden „tierischen“ Schaden am Auto. Geld gibt es bei Unfällen mit Haarwild - dazu gehören beispielsweise Wildschweine, Rehe, Hirsche, Füchse, Marder und Hasen.
Flattert ein Fasan ins Auto, winkt die Versicherung meistens ab. Auch bei Haustieren wie Kühen, Hunden und Schafen sieht es schlecht aus.

Ein Wildunfall mit einem Waschbären ist allerdings eine Seltenheit im Kreis Unna, denn die Tiere gelten als sehr scheu und sind vor allem nachtaktiv.
Der zuständige Förster wird sich jetzt darum kümmern, ob es sich bei dem toten Tier eventuell um eine junge Waschbärmutter gehandelt haben könnte. Dann wäre für den Nachwuchs Gefahr im Verzug.
Waschbären sind Räuber. Sie suchen sich ihr Futter im Unterholz, räubern allerdings auch Nester aus. Da der überfahrenen Waschbär in der Nähe der Ermelingschule lag, könnte es auch sein, dass er nachts dort Mülltonnen umgeworfen hat und sich daraus bedient hat.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.