Hund im „Backofen“: Bei Sonnenschein droht im Auto der Tod

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So sieht es aus, wenn Herrchen oder Frauchen bei diesen Temperaturen den Hund im Auto vergisst: In der Tierarztpraxis am Tropf hängend mit kalten Tüchern runtergekühlt. „Mit einer Körpertemperatur von 42°C kam dieser Hund zu uns. Ab 43°C denaturiert, also stockt das Eiweiß im Körper und der Hund stirbt. Dieser hier hat es zum Glück nochmal geschafft“, erklärt Tierärztin Susanne Menke aus Rösrath, die uns das Foto zur Verfügung gestellt hat.

Mal eben im Supermarkt einkaufen, der Hund bleibt im Auto. Eine fatale Entscheidung, wenn die Sonne scheint. Innerhalb von Minuten heizt sich das Fahrzeug auf, der Vierbeiner schwebt in Lebensgefahr.

„Kinder und Hunde gehören im Sommer nicht in verschlossene Autos.“ Zu welchen katastrophalen Konsequenzen das führen kann, weiß der Bönener Tierarzt Ralf Thormann aus seinem Praxisalltag zu berichten.
Ab 20 Grad Celsius Außentemperatur wird es für Hunde im Inneren eines Fahrzeuges nicht nur unerträglich, sondern zudem gefährlich. Schon wenige Minuten in praller Sonne reichen, um die Vierbeiner in einem parkenden Auto in Lebensgefahr zu bringen. „Hundehalter unterschätzen die Gefahr. Es ist nicht damit getan, dem Tier Wasser ins Auto zu stellen. Der Vierbeiner kollabiert schnell.“

Lebensgefahr

Die Körpertemperatur des Tieres steigt rapide an. Hecheln allein hilft bei dieser Hitze nicht. Die Atemluft im Auto ist für den Hund so heiß, dass seine natürliche Kühlung nicht funktionieren kann. Ab 43°Celsius denaturiert - also stockt das Eiweiß im Körper - und der Hund stirbt.
Daher müssen müssen Herrchen und Frauchen bei Hitzschlag schnell reagieren. Thormann: „Den Hund mit nassen und kühlen Handtüchern abdecken und ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen." Meist müssen die Tiere an den Tropf und Medikamente bekommen, die den Kreislauf stabilisieren. „Desweiteren gilt: Bloß nicht hektisch werden, sondern Ruhe bewahren! Es hilft dem Hund nicht, wenn er beispielsweise in ein kaltes Becken gejagt wird. Schockgefahr!“

Zivilcourage

Regina Müller von den Tierfreunden Kamen agiert spontan, wenn sie einen Hund im Auto eingesperrt entdeckt: „Da überlege ich nicht lange und rufe schnellstens die Polizei“, erklärt die Vorsitzende. „Im Notall würde ich sogar eine Scheibe einschlagen, um das Tier zu retten.“ Angst, dass sie verklagt werden könnte, hat sie nicht: „Das nehme ich in Kauf. Die meisten Leute haben meiner Meinung nach keine Courage und wissen in solchem Fall nicht, was zu tun ist.“
Zum Glück sind die Fälle, Dank verstärkter Aufklärung und auch Vorträge, die der Bönener Tierarzt regelmäßig in seiner Praxis hält, seltener geworden. „Trotzdem gibt es immer noch Menschen, die gedankenlos handeln“, so Regina Müller.

Scheibe einschlagen?

Der Kamener Rechtsanwalt Gerrit Rethage dazu: "Der geschädigte Autobesitzer könnte wegen Sachbeschädigung Anzeige erstatten und auf Schadenersatz klagen. Es handelt sich immerhin um die Beschädigung fremden Eigentums. Aber auch hierbei gilt: Der Einzelfall entscheidet."
Ratsam sei es, die Polizei zu verständigen. Es ist aus vielerlei Gründen dringend empfehlenswert, der Polizei die Öffnung des Fahrzeugs zu überlassen.
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