Komasaufen auf der Geburtstagsparty

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Frauke Dryden, Leiterin der Notaufnahme im Hellmig-Krankenhaus, referierte bei der Familienbande über die Gefahren von Alkoholkonsum bei Jugendlichen. Foto: Klinikum Westfalen

Der Einsatzalarm kam um kurz nach 23 Uhr. Vor Ort fand Notärztin Frauke Dryden eine 16-Jährige vor, schwer angetrunken im Rahmen der Feier eines 18. Geburtstages.

"Zum Glück werden solche Szenen seltener, kommen aber weiter vor", so die Leiterin der Notaufnahme am Hellmig Krankenhaus.
Erste Alkoholerfahrungen machen Jugendliche durchschnittlich heute später, als noch vor einigen Jahren, berichteten die Experten. Dennoch bleibe die Droge Alkohol wegen ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz und der breiten Verfügbarkeit gefährlich, stellten sie klar. Gerade bei jungen Menschen, könne Alkohol  Körperwachstum und die Reifung des Gehirns bremsen, so Frauke Dryden. Auch das Entstehen von Abhängigkeit drohe gerade dann, wenn die sozialen Erfahrungen Erwachsener noch fehlen.
Die Reduzierung von Kontrollfähigkeit, Überschätzung und steigende Risikobereitschaft  in Verbindung mit  geschwächtem Gleichgewichtssinn und verringerter Reaktionsfähigkeit münde bei Alkoholmissbrauch gerade bei Jugendlichen oft in Unfälle und Verletzungen.
Manchmal werde der Bruch oder selbst eine Schnittverletzung erst am Tag danach festgestellt, wenn der Rausch verflogen ist. Das mache die Behandlung oft deutlich schwerer, so die beiden Experten. Schwerwiegender Alkoholmissbrauch könne zu Bewusstlosigkeit und Schock, im Extremfall zum Tod führen. Dauerhafter Alkoholmissbrauch erhöht das Risiko vielfältiger Erkrankungen einschließlich Krebs.
"Der Weg zur Abhängigkeit beginnt mit dem Probierkonsum. Fortgesetzter Alkoholmissbrauch führt über die allmähliche Gewöhnung zur Sucht", so Helmut Horn, Oberarzt der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund, . Die Sucht mache sich nicht erst fest an körperlichen Entzugserscheinungen.
Die Experten empfehlen Eltern ein gutes Vorbild zu sein.
Im passenden Alter solle man aber Alkohol nicht verteufeln, sondern offen über seine Risiken sprechen. Ein gutes soziales Netz und Aktivitäten im sportlichen oder kreativen Bereich und ein starkes Selbstwertgefühl seien gute Mittel, Jugendliche vor der Alkoholsucht zu schützen. Im Zweifel sollte dringend eine Beratungsstelle aufgesucht, bei Bedarf medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung gesucht werden.
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