Seniorenberater warnen vor alten und neuen Maschen

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Ein schneller Griff - und weg ist das Portemonnaie. Die Trickbetrüger haben es auf das Geld abgesehen. (Foto: Archiv)
Kamen: Stadtspiegel |

So alt er ist, der Enkeltrick ist leider immer noch aktuell: „Es fallen immer noch viele drauf rein“, erklärt Claus Heuer vom Projekt „Senioren helfen Senioren“ in Kamen. Aber die Senioren warnen auch vor neuen Maschen.

Wie sorglos manche Menschen mit ihrem Portemonnaie umgehen, erschreckt Heuer immer wieder. „Manch eine Dame legt ihre Handtasche auch ungesichert auf den Rollator. Wenn man sie dann anspricht und sie darauf hinweist, dass sie ihre Sachen lieber am Körper tragen sollte, sagen viele: Ach, mir ist noch nie etwas passiert. Irgendwann ist aber immer das erste Mal.“

Die Betrüger kennen aber auch neue Tricks. So beobachten sie beispielsweise ältere Damen am Bankschalter, wenn diese Geld abheben. Dann verfolgen sie sie, um rauszufinden, wo sie wohnen. „Dann werden die Damen angerufen und darauf angesprochen, dass sie grade Geld abgehoben haben. Die Täter behaupten dann, von der Filiale zu sein, und sagen, dass das Falschgeld gewesen sei. Es käme aber gleich ein Bote vorbei, der die Blüten dann gegen echtes Geld austauschen werde. Der kommt dann auch, lässt aber natürlich Blüten da“, erklärt Heuer.

Für einen besonders makaberen Trick nutzen die Täter Todesanzeigen und rufen den hinterbliebenen Ehepartner an. „Sie erklären dann, sie seinen von einer Versicherung und der Ehepartner habe wohl nicht gewusst, dass der Verstorbene eine Lebensversicherung für ihn abgeschlossen habe. Dann wird nach der Bankverbindung gefragt, die natürlich zu ganz anderen Zwecken missbraucht wird“, so Heuer.

Ebenfalls recht neu ist die Masche, Senioren im Auto unter dem Vorwand anzusprechen, den Weg erklärt zu bekommen. Wird das Fenster heruntergekurbelt, leiten die Täter Gas in das Wagen­innere, und können die bewusstlosen Insassen bequem ausrauben.

Heuer und seine Kollegen Hans-Peter Winter und Günter Bleser sind regelmäßig mit Infoständen in Kamen, Unna und Bönen unterwegs. Sie raten, immer vorsichtig zu sein, Wertgegenstände nah am Körper zu tragen und bei Verdachtsmomenten die Polizei zu informieren. Weitere Infos gibt es bei ProSi.
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