Wer hätte das gedacht: Der Mai war gar nicht so nass!

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Hat es wirklich immer nur geregnet im Wonnemonat Mai? Foto: Kurz Gritzan

Keine Frage: „Gefühlt“ war der Monat Mai total verregnet. Meldungen über den „zweitnassesten Mai seit 1881“ scheinen diesen Eindruck zu bestätigen. Doch laut Statistik war das gar nicht so: im Lippegebiet fiel sogar weniger Regen als normal, haben die Fachleute von Emschergenossenschaft und Lippeverband ermittelt.

In einem durchschnittlichen Mai fallen im Einzugsgebiet der Emscher 61Millimeter Niederschlag. Im abgelaufenen Monat waren es im Mittel 70 mm, rund 15 Prozent über dem Durchschnitt. Das ist nicht viel: Seit der Messungen (1890) gab es 41 Jahre, in denen im Monat Mai mehr Regen fiel als aktuell. Im Lippeverbandsgebiet – das ist etwa der Raum zwischen Soest und Wesel in Ost-West-Richtung und zwischen „kurz vor Münster“ und Dorsten in Nord-Süd-Richtung – fiel sogar nur 98 Prozent des langjährigen Niederschlags, demnach zwei Prozent zu wenig. In absoluten Zahlen: Im typischen Mai kommt im ganzen Monat eine Regenmenge von 59 mm Höhe in einem draußen aufgestellten Wasserglas zusammen, im Mai 2013 hat es nur für 57 mm gereicht.

Der einzige wirklich total verregnete Tag war der 21. Mai mit durchschnittlich 12,3 mm im Emschergebiet und 11,8 mm im Lippegebiet, auch wenn die Niederschläge „rundherum“ anders verteilt waren, also z. B. entlang der Ruhr und im Bergischen Land die regenreichsten Tage auf andere Daten fielen.

Die wirklichen „Ausreißer“ der letzten Monate waren im Emschergebiet dagegen der Dezember 2012 mit einem Plus von 51 Prozent beim Monatsniederschlag und der April 2013 mit einem Defizit von 32 Prozent.

Der diesjährige „Wonnemonat“ war sicherlich zu kühl und zu trüb – aber die Regenschreiber von Emschergenossenschaft und Lippeverband liefern verlässliche Zahlen. Die interne Wetterstatistik reicht bis 1890 zurück und liefert so fundiertes Vergleichsmaterial. Aus der Vielzahl von lokalen Wetterstationen wird eine repräsentative Auswahl, die über das gesamte Gebiet verteilt ist, für die Berechnung der Vergleichszahlen herangezogen.
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Manfred Jozkowiak aus Mülheim an der Ruhr | 01.06.2013 | 21:51  
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