Eine Liebe, eine Sprache - Fußballspielerinnen aus aller Welt haben eine neue Heimat in Kamen gefunden

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Die bunte Truppe der 1. Damenmannschaft des TSC Kamen lebt Integration und die universelle Sprache des Sports. (Foto: Lina Hilsmann)
Kamen: TSC Kamen |

Aus Polen, Serbien, Ungarn, Italien, Türkei und Deutschland kommen die Frauen, die beim TSC Kamen die erste Fußballmannschaft bilden. Das Team ist für den Vereinsvorsitzenden Giorgio Jemmolo ein Beispiel für unverkrampft gelebte Integration.

31 Spielerinnen zwischen 17 und 26 Jahren, von der Mutter über die Arbeitssuchende bis zur Studentin wollen kommende Saison die Kreisliga A 2 Unna-Hamm aufmischen. „Zumindest wollen wir Spaß haben“, ergänzt der der Vereinschef schmunzelnd.
Für den Türkischen Sportclub Kamen geht es dabei um mehr als nur sportliche Erfolge. „In Vergangenheit haben wir schon einiges einstecken müssen. Es gab auch Anfeindungen gegenüber den Spielerinnen. Ob auf der Straße oder auf dem Platz. Wir wollen diese Saison zeigen, dass es bei Fußball um den Teamgedanken geht und freuen uns über die Zuwanderung der Spieler aus Unna und aus aller Welt. Flüchtlinge, Zugezogene und alle, die Freude am Fußball haben, sind bei uns willkommen“, führt Jemmolo aus.
Entspannt möchte der Verein Integration leben. Er selbst sei ein Beispiel dafür, wie das heutzutage aussehen kann, meint der TSC-Vorsitzende, der als Kamener Junge mit italienischen Vorfahren und deutscher Beamter im Ruhestand einen ehemals rein türkischen Sportverein managt. „Intergration ist mein Stil und die Damenmannschaft ist mein ganzer Stolz“, unterstreicht Giorgio Jemmolo seine Ambitionen.
Die Spielerinnen sind alle untereinander befreundet, die Chemie stimmt, auch außerhalb des Rasens. Manchmal gäbe es kleinere Sprachprobleme, aber „die Sprache des Fußballs ist universell“, räsoniert der 1. Vorsitzende. Sportlich betreut werden die Damen von Trainer Thorsten May sowie drei weiteren Coaches und einem Physiotherapeuten. „Aber auch die Freunde und Spielermänner sind wichtig, wenn sie am Spielfeldrand anfeuern oder mit dem Kinderwagen stehen“, lobt Jemmolo die Aufgabenteilung.
Ein paar Spiele möchte der TSC in der Saison schon gewinnen, „aber es auch wertvoll, wenn wir Mädchen von der Straße wegbringen, in Deutschland und Kamen eine neue Heimat geben können. Und das Team ist wie eine funktionierende Familie, die Schutz gibt“, betont der Vereinsleiter. Ein wenig mehr Unterstützung würde er sich noch wünschen. Aber „BVB International“ sei schon auf den Verein aufmerksam geworden. „Vielleicht gibt es ja bald Schuhe oder was für die Spiele im Winter“, blickt Jemmolo weiter nach vorne und ergänzt: „Das ist meine Überzeugung: Es muss immer weiter gehen“.
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