Gewalt im Fußball - Auch bei uns?

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Wegen der Gewalt in den Stadien werden Fans regelmäßig von Sicherheitsleuten abgetastet. (Foto: Volkmer)
Kamen: Kamen |

Gewalt auf und neben dem Platz ist regelmäßig ein Thema bei den Fußballverbänden. Zeitweilig weigerte sich die Polizei, „Auf Schalke“ ihren Dienst zu verrichten. 2012 kam in den Niederlanden sogar ein Schiedsrichter zu Tode. Doch wie sieht es eigentlich bei den Amateurspielen im Kreis aus?

„Bei uns im Kreis ist es relativ ruhig“, erklärt Horst Weischenberg, Vorsitzender der Schiedsrichter Kreis 32 Unna-Hamm. „Wir haben zum Glück kaum Gewalt auf und um den Fußballplatz. Das Problem gibt es eher im Profifußball, wegen der Sicherheitskontrollen oft vor dem Stadion“, sagt Weischenberg. „Bei den Jugendspielen sind es manchmal die Eltern, die sich kabbeln.“

Nach den Ereignissen in den Niederlanden hat der DFB unter dem Titel „Sei fair zum 23. Mann - Ohne Schiedsrichter geht es nicht“ eine große Kampagne gegen Gewalt beim Fußball gestartet. Die Schiedsrichter werden auf stressige Situationen regelmäßig vorbereitet.

Für Probleme zwischen den Spielern gibt es noch die Problemlotsen. Diese werden eingesetzt, wenn es Streitereien auf dem Fußballplatz gibt. Die Lotsen vermitteln dann zwischen den Streitparteien. Teilweise bekommen sie von Weischenberg Fälle zugewiesen.

„Die Spielvereinigung Holzwickede, für die ich mich stark engagiere, fährt bei Gewalt jeglicher Art eine Null-Toleranz-Politik“, sagt Michael Golek, Pressesprecher der SV Holzwickede. „Unser Vereins-Leitbild von 2010 lehnt Gewalt und Rassismus ausdrücklich ab. Wer auf dem Spielfeld und auf den Rängen nicht nach den Regeln des Leitbildes handelt, muss auch mit entsprechenden Sanktionen rechnen, über die dann der Vorstand abstimmt. Zuvor wird es aber ein Gespräch mit allen Beteiligten geben, um Ursachen und Motivationen zu hinterfragen.“ Gewalt gibt es - sowohl unter Spielern als auch unter Zuschauern - laut Golek selten.

Auch Ali Osman Calikbasi vom FC TuRa Bergkamen stimmt der Meinung seines Kollegen zu. „Wir erleben selten Gewalt, eher Emotionen“, so Calikbasi, der auch als Schiedsrichter aktiv ist. Viel liege dabei an den Trainern und den Verantwortlichen der Vereine. „Diese müssen präventiv auf die Spieler wirken. Es gibt Jugendliche die dazu neigen, die Faust zu ballen und zuzuschlagen. Die Trainer dürfen dann vor dem Spiel nicht anstacheln, sondern müssen eher beruhigen.“ Bei TuRa Bergkamen sind in den Mannschaften teilweise mehrere Nationalitäten in einer Mannschaft. „Integration wird bei uns sehr groß geschrieben. In dem Zusammenhang setzen wir uns auch sehr gegen Gewalt ein“, so Calikbasi.

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