BlackBox zieht zum "Toten Krieger"

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Der Künstler Max Knippert und die Fotografin Ursula Meissner erarbeiteten mit der „Blackbox“ ein Kunstwerk, das unter anderem an den Toten Krieger des Bildhauers Ewald Mataré erinnern soll. Am Mittwoch wird die Arbeit zum neuen Standort an der Stiftskirche in unmittelbarer Umgebung zum Toten Krieger aufgestellt. (Foto: Annette Henseler)

Kleve. Die BlackBox, eine Gemeinschaftsarbeit von Max Knippert und Ursula Meissner, wandert auf den Spuren des Toten Krieger von Ewald Mataré durch Kleve. Am Mittwoch, 22 Juli, wird der Umzug stattfinden. Der neue Standort wird der Kirchenvorplatz der Stiftskirche sein, in unmittelbarer Nähe zum Toten Krieger von Ewald Mataré.




Die Skulptur des Toten Kriegers wurde 1934 durch die Klever Nationalsozialisten zusammen mit der ebenso neugeschaffenen Anlage des Ehrenmals, gegenüber des Steinmuseums, beauftragt, eröffnet und schon 1938 durch die gleichen Klever Nationalsozialisten wieder zerstört. Die Gesamtanlage wurde 1968 durch die Stadtverwaltung abgetragen und viele Planungen für die Zukunft des Grundstück verliefen im Sande. Seinerzeit wurden beispielsweise drei Klever Architekturbüros beauftragt um neue Entwürfe für dieses Grundstück zu zeichnen. Auch die Stadtverwaltung selbst machte seinerzeit einen detaillierten Entwurf wie ein neues Mahnmal an diesem denkwürdigen Ort aussehen sollte. Aus heutiger Sicht erscheint der städtische Entwurf von damals als der gestalterisch und inhaltlich überzeugendste.


Erst 1977 tauchten die Fragmente des zerstörten Krieger am alten Hafen, der jetzigen Hochschule Rhein-Wall, durch Zufall wieder auf. Nach der Restauration bekam die Skulptur an der Stiftskirche und heutigen Standort, den es fand sich kein anderer Platz für die Monumentalskulptur von E. Mataré in ganz Kleve, ‘Kirchenasyl’. Auf diesem Kirchenvorplatz, direkt neben dem Toten Krieger, wird jetzt die BlackBox stehen und diese Klever Geschichte und historische Dimension veranschaulichen. Die Reise der BlackBox folgt somit den Spuren & Stationen des Toten Kriegers selbst und wird mit dem Standort Campus, der Fundort der zerstörten Skulptur, an der jetzigen Hochschule Rhein-Wall, voraussichtlich zu Ende gehen.


Es bleibt zu hoffen das die heutige Wiese, vor dem ältesten Gymnasiums Kleves, in ihrer Geschichte endlich und dauerhaft lesbar wird. An keinem anderen Ort Kleves haben sich Massenmanipulation und Propaganda im Nationalsozialismus derart manifestiert wie am alten Ehrenmal.
Wir sind es den Opfern schuldig.
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