Boreas Quartett: Verspielte Fugenkunst eröffnet das Konzertjahr

Wann? 23.01.2016 19:00 Uhr

Wo? Kleine Kirche Böllenstege, Stechbahn 33, 47533 Kleve DE
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Kleve: Kleine Kirche Böllenstege | Vier Spieler, vier Stimmen, vier eigenständige Linien: eine Fuge. Sie gilt als Krone der Mehrstimmigkeit und lebt von der kunstvollen Verflechtung gleichwertiger Stimmen. Das aus Bremen stammenden Boreas Quartett macht am Samstag, 23. Januar, 19 Uhr, in der Kleinen Kirche sicht- und hörbar, wie jeder seinen Stimmenpart verteidigt, ohne das Ganze aus dem Blick zu verlieren.
Die vier ausgezeichneten Blockflötisten eröffnen zu Beginn des Konzertjahres die Besondere Reihe.

Mit einem Sortiment verschiedenster Blockflöten führen Elisabeth Champollion, Julia Fritz, Luise Manske und Georg Fritz (Jin-Ju Baek ist gerade in Elternzeit) durch ein reichhaltiges Fugenrepertoire von Palestrina bis Bach und auch ins 21. Jahrhundert. Johann Sebastian Bach als Handwerksmeister der Fugenkunst konnte bereits an eine Tradition der Fuge anknüpfen. Vermutlich kannte er italienische Canzonen und Madrigale mit ihren Motiv-Imitationen, den verspielten Einfallsreichtum früher englischer Instrumentalmusik und die transparente Architektur von Palestrinas Ricercari. Das Konzertprogramm zeichnet mit Werken u.a. von Tarquino Merula, Robert Parsons, Diomedes Cato, Ciprian de Rore und William Byrd den Weg der Fuge von den frühen Anfängen bis zu ihrer Blütezeit nach. Auszüge aus Bachs „Kunst der Fuge“ kombinieren die FlötistInnen in profunder Musikalität und in klangsinnlicher Meisterschaft mit allen kompositorischen Möglichkeiten. Da gerät ein Kanon vielleicht auch einmal „aus den Fugen“…

Wind, Luft, Atemluft: Boreas, der Gott des Nordwindes, gab diesem jungen Blockfötenquartett seinen Namen. Im reichen satten Klang des Consorts interpretiert es wie eine „lebende Orgel“ Musik von Renaissance bis Moderne. Die vier mehrfachen Preisträgerinnen und Stipendiatinnen lernten sich an der Bremer Musikhochschule bei Prof. Han Tol (vom Amsterdam Loeki Stardust Quartet) kennen. Eine lebendige Ausdruckskraft, präzise Technik, perfekte Intonation und Präzision im Zusammenspiel zeichnen das Ensemble aus. Das Konzert findet im Rahmen der „Bundesauswahl Konzerte junger Künstler“ (BAKJK) statt, einem Förderprojekt des Deutschen Musikrates.

Konzertkarten (12 €/ 6 €)gibt es beim Fachbereich Kultur (Tel. 02821-84254) und im Bürgerbüro der Stadt Kleve (Tel. 02821-84600) sowie an der Abendkasse ab 18.30 Uhr.
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