Studentenmesse in der Unterstadtkirche

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Inzwischen haben die Studenten sogar musikalische Begleitung - Kaplan Michael Berentzen (4.v.r.) lädt am dritten Freitag im Monat zum englischsprachigen Gottesdienst in die Klever Unterstadtkirche ein. (Foto: Christian Breuer/Bistum Münster)
Kleve: Unterstadtkirche St. Mariae Empfängnis |

Kleve. Es ist eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die sich im Chorgestühl der Klever Unterstadtkirche versammelt hat. Studenten aus Kamerun, Kenia, Indonesien und Indien sitzen dort, eine junge Frau, die aus Syrien nach Deutschland geflohen ist und schließlich Kaplan Michael Berentzen.

Er begrüßt die Gruppe und beginnt dann, die Messe zu zelebrieren – in Englisch. Einmal im Monat treffen sich die Studenten der Hochschule Rhein-Waal, um gemeinsam einen Gottesdienst in englischer Sprache zu feiern. Wie viele am dritten Freitag im Monat abends um 19.30 Uhr kommen weiß Berentzen vorher nie – aktuell sind Semesterferien, da bleibt die Gruppe mit zehn Studenten überschaubar.
Englisch sei die Sprache der Hochschule und diejenige, die die Lebenswirklichkeit der Studenten wiederspiegelt, erklärt Berentzen.

Sie verbindet die jungen Menschen aus allen Teilen der Welt. Sie, und ihre Religion mit dem damit verbundenen Ritus. „Der Ablauf des Gottesdienstes ist überall der gleiche, das gibt Heimat und Vertrauen. Es gehört zur Identität“, erklärt Berentzen. „Wir brauchen zwar auch Worte, doch die Liturgie spricht vor allen Dingen durch Zeichen“, sagt der Kaplan, „das stärkt die Gemeinschaft.“ Und so gehen die Studenten, wie sie nach der Messe erzählen, auch in den sonntäglichen Gottesdienst in ihren neuen, deutschen Heimatgemeinden, auch wenn sie die Sprache nicht perfekt beherrschen.

Wie zum Beispiel Daryll und Rohan, die beide aus Indien stammen: „Wir merken schon, an welcher Stelle des Gottesdienstes wir sind und welches Gebet gerade gesprochen wird, das beten wir dann in unserer Sprache mit“, erzählen sie. Und das ,Gotteslob‘ - dieses Wort kennen sie - schätzen die beiden jungen Männer, weil dort alle Texte stehen. Die können sie dann mitlesen und mitsingen.

Bei der Studentenmesse in der Unterstadtkirche ist es mit dem Singen noch etwas holprig, die Melodien der englischen Texte müssen sich erst noch einprägen. Aber inzwischen haben sich Gitarrenspieler gefunden, die den Gesang begleiten, die monatlichen Treffen sind noch mitten in ihrer Entstehung. Eine spannende Zeit auch für Kaplan Berentzen, der seit zwei Jahren in Kleve lebt.

„Den Gottesdienst in einer Fremdsprache zu halten fällt mir nicht leicht, denn meine Kenntnisse beschränken sich auf das Schulenglisch“, berichtet der 32-Jährige. Gerade bei der Predigt, die er sonst frei hält, merkt er das. „Für die Studentengottesdienste muss ich sie aufschreiben und übersetzen“, sagt er. Zwar kann er während des Gottesdienstes seinen deutschen Akzent kaum verbergen, aber das macht nichts: Afrikanern, Indern und Indonesier sprechen auch alle in ihrem Akzent, und alle verstehen sich.
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