Elterninitiative für eine bessere kinderärztliche Versorgung im Kreis Kleve und Politiker ziehen an einem Strang

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Die Delegation der Elterninitiative mit den begleitenden Politikern vor der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, v. li.: Ulrike Ulrich (CDU), Wolfgang Brüninghaus (Kinderarzt in Kleve), Jürgen Franken (SPD), Ralf Klapdor (FDP), Kathrina Schmink (Initiative), Helmut Prior (Grüne), A, Dekkers (Elterninitiative), Kohls (Initiative), Del Rosso (Initiative), und der Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen. Sie alle engagieren sich für eine auch künftig gute, kinderärztliche Versorgung im Kreisgebiet. (Foto: Elterninitiative)
Am 1. Juli hatte die Elterninitiative für eine bessere kinderärztliche Versorgung im Kreis Kleve einen Gesprächstermin beim Landesvorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) in Düsseldorf, um über die zunehmenden Engpässe in der ärztlichen Versorgung zu sprechen. Landrat Wolfgang Spreen hatte diesen Termin vermittelt und begleitete die Eltern wegen der besonderen Bedeutung des Themas persönlich nach Düsseldorf. Aus dem gleichen Grund hatten auch die Parteien des Kreistags jeweils einen Vertreter geschickt. Der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Bernhard Brautmeier, stellte dann auch gleich in seiner Begrüßung klar, dass die KVNO die Beschwerden der Mütter um eine unzureichende kinderärztliche Versorgung sehr ernst nimmt, allerdings seien die Handlungsoptionen eng begrenzt.

In einem Überblickreferat über die Altersstruktur mit einem hohen Anteil von Ärzten über 60 Jahren in vielen Fachbereichen im Kreis Kleve wurde die Dringlichkeit des Problems aufgezeigt. Auch die schlechteren Verhältniszahlen im Vergleich zu Großstädten schwächen die Versorgungsstruktur ländlicher Regionen und machen sie vor allem anfällig für Mangelversorgung, falls die Nachfolgersuche für die Praxen erfolglos bleibt.

So einig man sich in der Beschreibung der bestehenden und zu erwartenden Probleme war, so kompliziert wurde die Suche nach möglichen Lösungen. „Wir sind insofern von dem Gesprächsverlauf positiv überrascht, als die KVNO unsere Sorgen und Nöte ohne Umschweife als berechtigt anerkannt hat“, so Katja Beermann, Sprecherin der Elterngruppe. „Nach den früheren öffentlichen Reaktionen der KVNO hatten wir eher mit einer ausweichenden Reaktion gerechnet.“

Kathrina Schmink, ebenfalls Mitglied der Elterngruppe: „Wir hatten durchaus den Eindruck, dass die KVNO sich ernsthaft bemüht, Lösungen zu finden. Aber es ist mit so vielen Schwierigkeiten und Hindernissen zu rechnen, die teils in den wirklichkeitsfremden Planungsvorgaben des gemeinsamen Bundesausschusses, teils auch in strukturellen Problemen des gesetzlichen Krankenversicherungs-systems begründet sind, dass am Ende unsere Hoffnungen auf wirksame und vor allem rasche Hilfe doch eher gering geblieben sind. Immerhin wurde verabredet, dass nun die Bemühungen von KVNO, dem Kreis und möglichst auch der Kassenärzte selbst zusammengeführt werden sollen, um so schnell wie möglich junge Ärzte anzusprechen und für die Niederlassung zu interessieren.“

„Es war für uns Eltern ein sehr gutes Gefühl, in dieser Weise buchstäblich von allen Politikern des Kreises unterstützt zu werden, aber wir sind uns natürlich auch alle bewusst, dass inzwischen nur noch wenig Zeit bleibt“, so Katja Beermann, „aber letztlich werden wir den Erfolg nur daran messen können, ob es der KVNO gelingt, die medizinische Versorgung unserer Kinder künftig sicher zu stellen. Die Elterninitiative wird jedenfalls weiter am Ball bleiben!“
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