Gespräch(e) im Park .... heute mit: Propst und Kreisdechant Johannes Mecking

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von links nach rechts: Elke Hermans - Sozialer Dienst, Nicole Klösters-Kolk - Einrichtungsleiterin, Propst und Kreisdechant Johannes Mecking, Willi Heuvens .... vor dem Eingang zum Rittercafe
 
von links: W. Heuvens, Propst Mecking, Einrichtungsleitung Nicole Klösters-Kolk und Elke Hermans (Sozialer Dienst) im Innenhof des Rittersitzes
 
Rundgang
Kleve: Stiftskirche | Für meine neue Serie "Gespräch(e) im Park" unterhalte und diskutiere ich aktuelle Probleme und Sachverhalte mit Politikern, Kirchenvertretern, Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und der Finanzwelt sowie mit Kulturschaffenden.

Welcher Rahmen für solche Berichterstattungen wäre der würdigste? Ich entschied mich für den großen Park rund um den Rittersitz Haus Horst in Kalkar. Damwild, Wasservögel, Trauerschwäne, Huftiere und Pfauen erfüllen diesen gepflegten Park der Familie Keller mit Leben, mit ursprünglicher Natur. Die hier beheimatete, immer wieder mit Höchstnoten ausgezeichnete Seniorenresidenz, lädt dabei auch zu erfreulichen Kontakten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit den Verantwortlichen ein ....

Mein erster Gast war heute ein Vertreter der katholischen Kirche, der Kreisdechant und Propst Johannes Mecking, den ich als toleranten, ehrlichen, hochintelligenten und offenen Gesprächspartner schätze.

Nach der freundlichen Begrüßung durch Frau Nicole Klösters-Kolk als Einrichtungsleitung begab man sich nach einem kurzen Rundgang durch den Schlosspark "in das Gespräch" ....

Folgende Thematik war heute der Gegenstand unseres Treffens, das wir bei herrlichem Sommerwetter auf der Terrasse im Innenhof des Herrensitzes gestalteten:

Wie wichtig ist die Persönlichkeit Jesus Christus für die Menschen in dieser modernen, oft glaubenslosen Zeit?

Das soziale Engagement der Kirche wurde zunächst ins Gespräch gebracht. Hier hob der Gast beispielsweise hervor, dass die Kirche besonders auch in den Flüchtlingsfragen und deren Bewältigung sehr aktiv sei, hier auch eindeutig eine Position von Nächstenliebe, Mitgefühl und Toleranz praktiziere. Auch im Bereich von Kliniken und Krankenhäusern legt die Kirche - und hier ist Johannes Mecking führend im Aufsichtsrat eines Klinikverbundes tätig - Wert darauf, dass nicht das Gewinnstreben, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht.

Zum Thema Toleranz äußerte sich der Propst, dass man den Weg zu Gott auch über die Praxis anderer friedlicher Religionen finden könne. Jesus weist auch niemanden ab, der beispielsweise eine andere Weltanschauung friedfertig lebt.

Zusammenfassend und bilanzierend kann man feststellen:

Die Sorge um die Zukunft beschäftigt heute viele Menschen. Besonders die Erfahrungen der vergangenen Monate und Wochen mit den Terroranschlägen, Gewaltakten und politischen Machtkämpfen verunsichern die Menschen. Das Zukunftsbild scheint mehr von Schatten als vom hellen Licht der Zuversicht geprägt zu sein. Die Angst, keine Zukunft zu haben, führt zur Resignation und Lustlosigkeit gegenüber allem nur Möglichen. Gerade in unseren Tagen wird es uns bewusst, wenn immer wieder Tausende von Arbeitsplätzen gefährdet sind oder endgültig gestrichen werden, wenn Gewalttaten und Katastrophen uns sprachlos und ratlos werden lassen. Wird uns bewusst, wie stark die Kraft des Giftes der Hoffnungslosigkeit ist?
Spüren wir dennoch auch die Sehnsucht, dass in allem Schatten des Heute das Licht der Zukunft doch zu entdecken ist? Es geht nicht um den vagen Traum eines operettenseichten Happy-Seins, sondern um einen konkreten Namen, von dem Christen glauben, dass er zukunftsweisend ist, über das Ende dieser irdischen Welt hinaus: Jesus Christus.

Wir können als Christen nicht von Zukunft reden, ohne von Jesus zu sprechen.
Drei Buchstaben aus dem Namen des Alphabetes Jesus Christus können uns helfen, Jesus Christus als Wort der Zukunft in unserer modernen und bisweilen glaubenslos erscheinenden Zeit zu entdecken.

Ein erster Buchstabe: Jesus Christus ist ein Liebender. Er ist es ganz und gar. Er sagt zu jedem Menschen sein ganzes Ja. Sich selber erfährt der einzelne Mensch bisweilen als so gar nicht liebenswert. Sich dennoch geliebt zu wissen, das lockt, sich verwandeln zu lassen, um selbst ein Liebender zu werden und so von der Liebe Zeugnis zu geben. Dann spielt nicht die Konfession, die Religion, die Nationalität, die Veranlagung usw. eine Rolle, sondern der Mensch mit seiner Würde, die respektiert und Wertschätzung erfahren muss.

Ein zweiter Buchstabe: Jesus Christus ist ein Betender. Er lebt die Freude seines Lebens aus der immer wieder neu gesuchten Begegnung mit dem Vater. Er zieht sich zurück, um zu beten. Er stellt sein Leben und das Leben der Menschen vor Gott, um von ihm her Klarheit und Weisung zu empfangen. Der Vor- und Mitbeter Jesus Christus ist da. Im Beten darf der Mensch die Nähe und Freundschaft Gottes erfahren. In der Unsicherheit unserer Zeit braucht der Mensch einen Kontakt, der ihm hilft, Halt und Orientierung zu finden. Das Gebet, in welcher Form auch immer, will dazu eine Hilfe sein.

Ein dritter Buchstabe: Jesus Christus ist ein Hoffender. Er kennt den Weg der Menschen. Er erlebt selber die Unsicherheiten des Lebens: Unverständnis, Enttäuschung, Verrat, den Tod - doch er hält durch. Sein Ja zu Gott und zu den Menschen ist ein ganzes Ja, ohne Wenn und Aber. Hier wird der Weg Jesu schwierig: Eigentlich möchte der moderne Mensch einen Gott, der alles Zerstörende aus dieser Welt wegradiert. Er möchte Auferstehung ohne vorherige Not, ohne den Tod. Er möchte Ja sagen zu Gott und seiner Botschaft, aber er möchte auch, dass er vor Schwierigkeiten und Unsicherheiten bewahrt. Andererseits: Das ist ein illusionärer Traum ist, der an der Wirklichkeit Jesu vorbeigeht. Das ist nicht der Weg Jesu. Er weiß um die Härte des Menschseins, er hat sie nicht weggezaubert. Weil er sich der Wirklichkeit des menschlichen Lebens stellte und sein Ja in Treue durchtrug, darum fand er zum Leben, das keine Grenzen kennt.
Dazu lädt Jesus die Menschen heute ein: Sich der Realität unser Zeit mit all ihren Härten und Unwägbarkeiten zu stellen und dennoch eine Hoffnung zu haben, dass das Gute stärker ist und sich letztlich durchsetzt. Die Zeichen der Solidarität bei den Anschlägen der vergangenen Tage lassen das deutlich werden, wenn Menschen einander Zuflucht, Trost und Hilfe schenken. Unsere Welt von heute ist nicht ohne Hoffnung, wir müssen nur unsere Sinne schärfen für die (bisweilen kleinen) Momente, in denen diese Hoffnung aufleuchtet.


Johannes Mecking ist und bleibt ein sehr beliebter Gast .... wir freuen uns bereits jetzt auf ein Wiedersehen ....
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5 Kommentare
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 26.07.2016 | 17:54  
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 26.07.2016 | 19:11  
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Willi Heuvens aus Kalkar | 26.07.2016 | 19:31  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 28.07.2016 | 09:27  
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Willi Heuvens aus Kalkar | 28.07.2016 | 09:44  
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